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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Falschparker behindern die Feuerwehr
 
„Die sagen: Wir sind ja nur zwei Minuten weg″
Zwischenüberschrift:
Elterntaxis und andere parken Osnabrücker Feuerwehrzufahrten zu
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Regelmäßig kommt es in Osnabrück vor, dass Autofahrer in Feuerwehrausfahrten halten oder gar parken und dann ihr Auto verlassen. In Eversburg etwa sind es Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen oder von dort abholen, wie die CDU/ BOB-Gruppe jetzt im Feuerwehr- und Ordnungsausschuss vortrug. Es ist nicht der einzige Standort einer Feuerwehr in Osnabrück, der betroffen ist. Doch anders als etwa bei der Feuerwehr Neustadt kontrolliert die Stadt vor der Feuerwehr in Eversburg bislang nicht täglich. Stadtbrandmeister Markus Bergen berichtete unserer Redaktion davon, dass vor der Feuerwehr Schinkel in der Belmer Straße beispielsweise Autofahrer parken, die gegenüber im Supermarkt oder Schuhgeschäft einkaufen. Hohe Bußgelder haben sie nicht zu befürchten.

Osnabrück Die Feuerwehr muss zu einem Einsatz in Osnabrück ausrücken und kommt nicht vom Gelände, weil ein parkendes Auto die Zufahrt versperrt: So etwas kommt vor. Regelmäßig melden die Feuerwehren der Stadt Falschparker. Und was passiert?

Bis der Ordnungsaußendienst da ist, dauere es schon mal eine halbe Stunde, berichtete Stadtbrandmeister Markus Bergen jetzt im städtischen Feuerwehr- und Ordnungsausschuss. Es werden Tickets geschrieben, aber die Abschreckung ist nicht ausreichend.″

Keine Seltenheit

Ein- bis zweimal pro Woche komme es vor, dass die sieben freiwilligen Feuerwehren in Osnabrück Falschparker in den Zufahrten zu ihren Feuerwehrhäusern beobachten und der Stadt melden, schätzt Bergen. Wie oft tatsächlich Autos die Zufahrten blockieren, sei schwer zu sagen, da nicht ständig jemand in den Feuerwehrhäusern anwesend sei. Teilweise seien die Flächen sogar schraffiert, aber: Die Ignoranz ist trotzdem da.″

Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) hatte das Thema auf die Tagesordnung des Ausschusses gesetzt. In den Fokus ist dabei die Freiwillige Feuerwehr Eversburg gerückt. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur schräg gegenüberliegenden IGS bringen, würden oft in der Zufahrt halten, schildert die CDU/ BOB-Gruppe. Halten ist das eine, Parken das andere: Es gebe auch Friedhofsbesucher, die ihr Auto dort abstellen und es dann für eine längere Zeit verlassen.

Die Leute sagen immer: , Wir sind ja nur zwei oder drei Minuten weg′″, sagt Stadtbrandmeister Bergen. Aber das können zwei oder drei Minuten zu viel sein.″

Es sei schon einmal dazu gekommen, dass die Freiwillige Feuerwehr Eversburg nicht ausrücken konnte und der Leitstelle absagen musste, sagte CDU-Ausschussmitglied Sven Schoppenhorst. Das Problem ist nicht dadurch gelöst, dass die Feuerwehr die Autofahrer anspricht″, so der Kommunalpolitiker. Da wird durchaus mal unflätig geantwortet.″ Thorsten Wassermann vom BOB sagte: Ich verstehe nicht, dass wir da nicht richtig mit dem Hammer draufhauen.″

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt in der Wasa-Straße ist der Stadt das Problem bekannt. Wie Anja Rosin vom Fachbereich Bürger und Ordnung erläuterte, kontrolliert der Verkehrsaußendienst dort täglich und wenn ein Auto in der Feuerwehrzufahrt parkt, gilt: Wir schleppen ab.″ Die Kosten trägt der Autofahrer. Es gebe bereits eindeutige Beschilderungen, ein weiteres Schild sei nicht nötig. Und ohnehin gilt: Vor abgesenkten Bordsteinen ist das Parken nicht erlaubt″, zitierte Rosin die Straßenverkehrsordnung.

Das kostet die Parksünde

Das Parken vor Feuerwehrzufahrten ist allerdings etwas teurer: Wer in einer amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrt parkt und erwischt wird, zahlt 35 Euro. Wird dadurch ein Rettungsfahrzeug im Einsatz behindert, erhöht sich das Bußgeld auf 65 Euro, und es gibt einen Punkt″, erläuterte Katharina Pötter, Stadtvorstand für Soziales und Bürgerservice, auf Anfrage unserer Redaktion. Vor normalen″ Grundstücksein- und - ausfahrten kostet das Falschparken laut Bußgeldkatalog 10 Euro.

Im Ausschuss sagte Pötter: Ich bin überzeugt: Wenn wir die Kontrollen verstärken, schreckt das schon ab.″ Die Stadt habe bezüglich der Elterntaxis auch schon Gespräche mit benachbarten Schulen und Kitas geführt, in Voxtrup etwa. Aber wer sich dort so hinstellt wie auf dem Foto, den erreichen wir auch durch Abschreckung nicht.″

Müssen die Osnabrücker nun befürchten, dass die Feuerwehr im Notfall zu spät oder gar nicht kommt? Nein, betonte Dietrich Bettenbrock, Chef der Berufsfeuerwehr: Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, rücken wir von mehreren Standorten gleichzeitig aus.″

Einstimmig beauftragte der Feuerwehrausschuss die Stadt, häufiger Kontrollen durchzuführen, die Beschilderungen zu überprüfen und zusammen mit den Wehren nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen.

Bildtexte:
Eigentlich eindeutig trotzdem steht dieses Auto in der Zufahrt zur Freiwilligen Feuerwehr Eversburg vom Fahrer keine Spur. Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) hat das Thema auf die Tagesordnung des Feuerwehr- und Ordnungsausschusses gesetzt und unter anderem dieses Foto mitgeliefert.
Schilder und Schraffur sind eindeutig trotzdem hat dieses Auto mitten in der Zufahrt zur Feuerwehr Schinkel geparkt.
Fotos:
Jörg Wißmann, Feuerwehr Schinkel

Kommentar
Nicht abschreckend genug

Als wären Elterntaxis, die vor Schulen den Verkehr behindern, nicht schon genug jetzt halten sie auch noch vor Feuerwehrausfahrten.

Ignoranz ist noch ein mildes Wort, das Osnabrücks Stadtbrandmeister Markus Bergen dafür gewählt hat. Halten und im Auto bleiben ist schon frech und ein fatales Vorbild für die Kinder, die zur Schule gebracht oder abgeholt werden. Wer stumpf in einer Feuerwehrzufahrt parkt und dann auch noch das Auto verlässt, handelt aber höchst fahrlässig und hat trotzdem nicht sonderlich viel zu befürchten.

35 Euro Bußgeld: Solche Strafgelder sind in Deutschland lächerlich niedrig und lassen das gefährliche Falschparken als Kavaliersdelikt erscheinen. Wenn die Stadt die Autos abschleppen lässt, kommen natürlich die Kosten für den Abschleppdienst dazu und die können mit rund 200 bis 300 Euro durchaus wehtun. Doch wer tatsächlich einen Feuerwehreinsatz behindert, zahlt gerade mal 65 Euro. Auch wenn noch ein Punkt in der Strafkartei in Flensburg dazukommt, ist das viel zu lasch.

Dabei ist bei Autofahrern, die sich dreist in eine Feuerwehrausfahrt stellen, Abschreckung das einzige wirksame Mittel. Zum Vergleich: In Frankreich kostet das Parken vor Feuerwehrausfahrten immerhin 135 Euro. Daran sollte sich Deutschland ruhig mal ein Beispiel nehmen. Fürs Erste hilft nur: kontrollieren, kontrollieren, kontrollieren und gnadenlos abschleppen.

s.dorn@ noz.de
Autor:
Sandra Dorn


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