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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das zweite Leben der alten Gießerei
Zwischenüberschrift:
Abbrucharbeiten für Genusshöfe im Fledder beendet / Auch Harley-Davidson zieht ein
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Was raus musste, ist raus. Jetzt beginnt der Aufbau. Aus der ehemalige Eisengießerei Schmidt an der Hannoverschen Straße 13–15 werden im zweiten Leben die Genusshöfe″. 2021 wollen die drei Initiatoren Eröffnung feiern. Und weil sie es nicht abwarten können, kündigen sie jetzt schon eine Rohbauparty für den 11. Juli an, um ihren Kaffee, ihren Gin und ihre Schokolade zu präsentieren.

Die 90 Jahre alte Halle mit dem markanten Sheddach war bislang so eng von Nachbargebäuden umstellt, dass ihre schroffe Ästhetik kaum zur Geltung kam. Jetzt freut sich Rene Strothmann, dass sich die Ziegelfassade nicht mehr unter den Profilblechen verstecken muss. Beim Abbruch des Bürotrakts auf der Ostseite kam die geschwungene alte Traufe unter den Sägezahngiebeln zum Vorschein. Eine Überraschung. Jetzt soll sie wiederhergestellt werden, um den Charme der Industriearchitektur zu unterstreichen.

Rene Strothmann ist einer der drei Investoren, die viel Geld und Leidenschaft in die Industriebrache stecken, um eine verrückte Idee zu verwirklichen die Alte Gießerei Genusshöfe″. Strothmann ist im Haupterwerb Inhaber der Sanderstrothmann Cosmetic & Healthcare Factory, sein Spielbein ist der Spirituosenhandel Spirit 49, in Osnabrück bekannt für den Gin O49.

Altlasten? Kein Problem

Seine Partner, ebenfalls Männer mit Sinn für kulinarische Genüsse, sind der Immobilienkaufmann Achim Weitkamp mit seiner Schokojungs″-Schokoladenmanufaktur und Veranstaltungsmanager Christoph Sierp, der sich mit Ferdinands Kaffeerösterei ein Steckenpferd für den guten Geschmack gönnt.

Seit Anfang November laufen die Abbruch- und Entkernungsarbeiten für die Alte Gießerei Genusshöfe″. Und zwar mehr als planmäßig, wie Rene Strothmann versichert. Böse Überraschungen habe es nicht gegeben, und die erwarteten Altlasten lediglich ein paar Ölrückstände hätten sich mühelos beseitigen lassen. Beim Gang über die Baustelle fällt auf, dass die bislang so düstere und vielfach unterteilte Halle des Hauptgebäudes mit dem Licht von oben und von den Seiten einen ganz anderen Charakter bekommen hat.

Zwei große Silos, ein Ofen und eine Waage, ein paar Schaltschränke und Lampen aus der industriellen Vergangenheit haben die Genussmanager vor dem Baggerzahn bewahrt. Es sind Relikte aus einer harten, lauten, staubigen Arbeitswelt, die das Ambiente der Genusshöfe bereichern sollen, auch wenn beim Neuanfang nach allen Regeln der Lebensmittelhygiene vorgegangen wird.

In den nächsten Monaten sollen die Gebäude geschlossen werden und bodentiefe Fenster bekommen. Ab Juli geht es dann mit dem Innenausbau weiter. Das 4000 Quadratmeter große Areal gegenüber dem ehemaligen Finanzamt bietet Platz für viele Nutzungen. Neben Schokolade, Gin und Kaffee wollen die drei Investoren auch Anbieter anderer hochwertiger Leckereien und Getränke in die Genusshöfe einbinden, zum Beispiel einen Brotbäcker.

Nebenan entsteht ein großer Saal für Hochzeiten, Feiern und Events, außerdem ein Bürotrakt mit Loft-Charakter. Auf der Westseite wird eine alte Halle für neue Motorräder der Marke Harley-Davidson hergerichtet. Die Niederlassung will im Herbst ihren Standort an der hinteren Hannoverschen Straße aufgeben und auf das ehemalige Gießereigelände ziehen.

Bildtext:
Markant: Die alte Halle mit dem Sägezahndach soll das Kernstück der Genusshöfe im Fledder werden.
So hell wie jetzt war es in der Halle schon lange nicht mehr.
Relikte aus der staubigen Arbeitswelt wie der Silo bleiben.
Fotos:
David Ebener
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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