User Online: 2 | Timeout: 16:02Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sieb defekt: Plastik im Stichkanal
Zwischenüberschrift:
Behörden überprüfen Wasserschutz bei Entsorgungsfirma
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Vom Gelände der Firma Grannex im Osnabrücker Hafen sind mit dem Regenwasser Plastikteile in den Stichkanal und die Hase geflossen. Ursache der aktuellen Havarie sei ein verbogenes Sieb in einem Gully, teilte die Firma mit. Probleme gibt es aber offenbar schon länger, wie die Tageszeitung″ (taz) berichtet.

Grannex-Chef Markus Börger ist um Transparenz bemüht. Als die taz″ am Freitag online über den mutmaßlichen Umweltskandal an der Dornierstraße in Osnabrück berichtete, öffnete er auf Nachfrage unserer Redaktion sofort das Firmentor. Er machte keinen Hehl daraus: Die Plastikschnipsel, bunt und fingernagelgroß, sind mit dem Oberflächenwasser durch die Regenwasserkanalisation in Stichkanal und Hase gelangt.

Ursache war nach seinen Angaben ein defektes Sieb in einem Gully auf dem Firmengelände. Der Schaden ist mittlerweile behoben. In der kommenden Woche wollen Gewerbeaufsichtsamt und Umweltamt der Stadt zusammen mit dem Unternehmer bei einem Ortstermin klären, wie solche Havarien in Zukunft vermieden werden können.

Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt, hält die zweifache Siebtechnik für nicht ausgereift, wie er unserer Redaktion am Freitag sagte. Das System funktioniere nur, wenn die Siebe in allen Gullys jeden Tag gereinigt werden. Wir wissen seit eineinhalb Jahren von den Schwierigkeiten dort. Offenbar brauchen wir da weitere Auflagen″, zitiert die taz″ den Chef des Umweltamtes.

Markus Börger versichert, dass die Entwässerungssysteme täglich kontrolliert und gereinigt werden: Dazu sind wir verpflichtet, und das halten wir auch ein.″ Grannex ist ein nach dem Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb, für den strenge Auflagen gelten.

Grannex arbeitet in zwei Bereichen: Der Betrieb bereitet die vorsortierten Kunststoffverpackungen aus der gelben Tonne und Kunststoffabfälle aus der Automobilbranche vornehmlich alte Stoßfänger auf. Das Material wird weiter sortiert, gewaschen und zerkleinert, sodass es für neue Produkte verwendet werden kann. Aus den Stoßfänger-Schnipseln werden neue Stoßfänger. Die bunten Plastik-Flakes aus dem dualen System können zum Beispiel zu Abwasserrohren verarbeitet werden. Das ist unser Produkt, das wir verkaufen. Wir haben gar keine Interesse, dass es von unserem Hof verschwindet″, sagt Börger.

Den Fall hatte ein Nachbar öffentlich gemacht. Ralf Florian, der in einem selbstgebauten Haus in der Grünzone am Kanal wohnt, stößt seit Jahren auf die bunten Schnipsel. Die taz″ zitiert ihn mit den Worten: So ist das hier schon seit zwei Jahrzehnten. Mal kommt weniger raus, mal mehr.″ Als er jetzt Fotos auf der Facebook-Seite der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung postete, bestätigten viele Anglerfreunde seine Beobachtungen. Das Gewerbeaufsichtsamt war laut taz″-Bericht achtmal seit 2015 zu Kontrollen auf dem Grannex-Gelände, zum Teil unangemeldet.

Die Grünen im Rat machen den Fall zum Thema im Umweltausschuss. In der nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag soll die Verwaltung Auskunft geben. Grünen-Fraktionschef Volker Bajus sagte, wenn Kunststoffpartikel in die Natur gelängen, sei das kein Kavaliersdelikt. Wenn sich der Vorwurf bestätige, müssten auch strafrechtliche Konsequenzen geprüft werden.

Bildtext:
Gewaschen und geschreddert: Solche Schnipsel sind in die Natur gelangt.
Feinporiges Sieb im Gully. Betriebsleiter Thomas Mertens (links), Geschäftsführer Markus Börger.
Fotos:
hin
Autor:
Wilfried Hinrichs


Anfang der Liste Ende der Liste