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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Sonnenkönig war der Maßstab
Zwischenüberschrift:
Unter Ernst August I. wurde Osnabrück Residenz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg machte Osnabrück zu seiner Residenzstadt und damit zum Zentrum absolutistischer Herrschaft. Er ließ das Schloss errichten und holte dafür italienische Baumeister ins Land. Im Kulturgeschichtlichen Museum zeugt ein Weinkühler von der höfischen Prachtentfaltung im 17. Jahrhundert.

Mit Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg wurde 1661 gemäß dem Westfälischen Frieden erstmal sein Protestant Bischof von Osnabrück damals ein weltliches Amt. Da er kaum Aussicht auf eine Thronfolge in seiner Dynastie hatte, konzentrierte er sich auf das Osnabrücker Bistum.
Mit der Errichtung eines Schlosses machte Ernst August Osnabrück zu seiner Residenzstadt und damit zum Zentrum absolutistischer Herrschaft und Repräsentation. Das Hauptgebäude war 1675 bewohnbar.
Seine Ehefrau Sophie, die erste Madame d′ Osnabruc″, empfand ihr neues Schloss als ein wahres Refugium: Was auch kommen mag, ich will meine Tage in diesem Schloß beenden; ich hatte es nie so angenehm, bequem,[...] und bin hier wie überall aus dem tiefsten Grunde meines Herzens.″ Doch dazu kam es nicht.

Kostspieliges Hofleben

Die architektonische Pracht sowie die aufwendige Innenausstattung mit Möbeln, Tapeten, Porzellan, Silber und Gemälden bildeten für kurze Zeit die Kulisse eines kostspieligen Hoflebens. Auch Militär durfte nicht fehlen. 1678 waren 198 Soldaten am Osnabrücker Schloss stationiert. Bis 1680 gab es eine Pferdezucht für Zug- und Reitpferde der Dragoner und der Artillerie.
Nachdem Ernst August 1679 überraschend seinen Bruder Johann Friedrich als Fürst von Calenberg beerbte, verlegte er seinen Hauptsitz nach Hannover.
Osnabrück war nun nur noch Nebenresidenz und wurde von Hannover aus verwaltet. Nach der Erlangung der Kurwürde im Jahre 1692 verfügte Ernst August schließlich 1694 per Mandat, dass die Arbeiten am Osnabrücker Schloss einzustellen seien, um Kosten zu sparen. Er starb 1698.
Zur höfischen Prachtentfaltung des absolutistischen Herrschers gehört eine kostspielige und aufwendige Tafelkultur. Das Geschirr fürdie auf Repräsentation bedachten Feste besteht aus wertvollen Materialien wie Silber oder Porzellan.
Der Weinkühler gehörte zum Silbergeschirr von Ernst August I. An der Schauseite oben befindet sich sein Wappen. Der Stil Louis XIV″ zeigt, dass der französische Sonnenkönig″ Ludwig XIV. damals die Maßstäbe des Absolutismus prägte. Der Untersatz wurde später hinzugefügt und ist dem Stil des Kühlers angepasst.

Bildtext:
Ein edles Stück: Der Weinkühler von Bischof Ernst August I. orientierte sich am Repräsentationsstil von Ludwig XIV.
Foto:
Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
Autor:
Thorsten Heese


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