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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ossensamstag: Umzug am Nachmittag?
 
Abmarsch am Ossensamstag erst um 14 Uhr
Zwischenüberschrift:
Startzeit und Route des Osnabrücker Karnevalszuges weiter in der Diskussion
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Wieder einmal wird über eine Verlegung der Narrenparade am Ossensamstag diskutiert. Im Gespräch ist jetzt eine Verschiebung des Starts von 11 auf 14 Uhr. Dann könnten die Geschäfte in der nnenstadt am Vormittag noch öffnen. Außerdem wird darüber nachgedacht, den Zugweg nicht mehr durch die Johannisstraße und über den Neumarkt zu legen. So verlautete es jetzt aus einer Mitgliederversammlung des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK). Zum neuen Konzept gehört auch, die lauten Discowagen aus der närrischen Parade zu verbannen. Nur Karnevalisten und Vereine sollen künftig am Umzug teilnehmen. Das Motto für den Umzug 2012 hat der BOK jedenfalls schon festgelegt. Es soll lauten: Der Ossensamstag mit neuem Gewand Stadt und Land in Narrenhand.″

OSNABRÜCK. In die Diskussion um den Ossensamstag ist erneut Bewegung gekommen. Die Startverschiebung von 11 Uhr auf 14 Uhr wird wieder einmal erwogen. Der Zugweg könnte so verlegt werden, dass Johannisstraße und Neumarkt nicht mehr berührt werden. Das verlautete jetzt nach einer Mitgliederversammlung des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK).

BOK-Vorsitzender Rainer Möllers bestätigte das auf Anfrage: Wir wollen der Osnabrücker Kaufmannschaft damit etwas entgegenkommen.″ Zum neuen Konzept gehöre auch, die lauten Discowagen zu verbannen, nur noch Karnevalisten und Vereine in den Umzug aufzunehmen. Wir wollen damit wieder mehr Karneval in den Zug bekommen.″ Folgendes Motto wurde vom BOK für den Umzug 2012 festgelegt: Der Ossensamstag mit neuem Gewand Stadt und Land in Narrenhand.″ Oliver Mix von der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) bekam gestern die Überlegungen der BOK-Jecken übermittelt. So viel sei klar, sagte Mix auf Anfrage: Die endgültige Wegeführung könne zusammen mit der Polizei erst festgelegt werden, wenn der Startzeitpunkt für den Umzug feststehe. Die Zeit drängt allerdings. Der 11. 11., der Beginn der Karnevalszeit, steht vor der Tür. Unter der Beteiligung der Politik, des Oberbürgermeisters, des OCM (Osnabrücker City-Marketing) und der OMT sprachen sich im Mai 2011 alle am Karneval beteiligten Gruppierungen in einem Mini-Workshop aus. Klar sei allen gewesen, dass es zukünftig nur ein Miteinander geben könne. Neben der Stadt und dem BOK wolle man den Einzelhandel als Partner in die Konzeption einbinden und an den Karneval binden. Das OCM stimmt diesem zu und kann sich eine Mitarbeit an der Konzeption eines Karnevals vorstellen. Die Runde war sich darüber einig, dass die Qualität des Umzuges in den vergangenen Jahren stark gelitten habe, heißt es in einem Sitzungsprotokoll. Gerade die vielen Discowagen und die wenigen Fuß- und Musikgruppen würden das Bild stark verzerren. Ein Teil der Besucher seien Familien. Sie seien vor allem im vorderen Teil der Wegstrecke anzutreffen. Ein anderer Teil komme eher zum Feiern oder um sich zubetrinken. Die gefühlte″ Akzeptanz des Umzuges sinke vor allem durch diese zweite Teilnehmergruppe. Die rückläufigen Besucherzahlen beim Ossensamstag in den letzten Jahren spiegelten dieses wider. Grundsätzlich könne der Ossensamstag nur an Profil und Akzeptanz gewinnen, wenn er sich neu positioniere, so das Fazit des Mai-Workshops. Auch über den Zeitpunkt des Umzuges wurde im Mai umfassend diskutiert. In den vergangenen Jahren hätten sich die Karnevalisten stark von den Bedürfnissen der Fernsehberichterstattung leiten lassen. Auch hier sei ein Neuanfang zu überlegen. Die Debatte um den Ossensamstag wird seit Jahren geführt. Eine Verlegung auf Sonntag wurde von der Mehrheit der BOK-Vereine bislang vehement abgelehnt. Nicht zuletzt deshalb, weil die anderen Karnevalsumzüge im Osnabrücker Land beeinträchtigt würden, die sich bisher in Karnevals-Terminkalendern fest etabliert haben.

Bildtext:
Der Ossensamstag soll wieder karnevalistisch bunter werden und dafür etwas leiser. Derzeit wird über eine Verlegung der Route, die Sperrung für Discowagen und eine spätere, einzelhandelsfreundlichere Startzeit diskutiert.
Archivfoto:
Michael Hehmann

KOMMENTAR
Qualität

Der Ossensamstag steckt in der Krise. Das ist längst auch den Karnevalisten klar. Die Schuld vor allem bei den Einzelhändlern zu suchen, die das Narrenschiff zuletzt unter Feuer genommen hatten, um es auf den ungeliebten Sonntagstermin abzudrängen, greift zu kurz. Die größte Baustelle ist eine andere: Aus einem bunten Umzug für die ganze Familie ist teilweise ein Massenbesäufnis auf Ballermann-Niveau geworden Schlägereien und minderjährige Schnapsleichen inklusive. Die jetzt vorgeschlagene Reform geht deshalb in die richtige Richtung. Die Routenänderung würde den nachvollziehbaren Interessen der Einzelhändler entgegenkommen, ohne gleich den Samstagpreis zugeben. Und die Verbannung wummernder Disco-Wagen könnte die eigentliche Zielgruppe zurückerobern: Familien mit Kindern, die sich verkleiden und fröhlichfriedlich Karneval feiern wollen. Besucherrekorde dürfte ein so umgekrempelter Ossensamstag zwar nicht mehr erzielen. Aber Qualität geht manchmal eben doch vor Quantität.
Autor:
Michael Schwager, Arne Köhler


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