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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Busse reichen nicht!″
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker sammeln Unterschriften für Stadtbahn
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Osnabrücker Stadtbahn-Initiative erhöht den Druck auf die Politik: Mit einer Unterschriftenaktion will sie erreichen, dass die Machbarkeit eines Stadtbahn-Neubaus endlich seriös″ geprüft wird. An die 1000 Bürger haben sich der Forderung bereits angeschlossen.

Der Ruf nach einer Stadtbahn für Osnabrück und das Umland wird wieder lauter. Seit Anfang des Jahres sammelt die Stadtbahn-Initiative (SBI) an Infoständen sowie im Internet Unterschriften von Befürwortern ein. Bis Donnerstag hatte sie knapp 800 Stimmen allein durch die Online-Petition zusammen. Hinzu kommen gut 200 Unterstützer, die sich in Listen aus Papier eintrugen.

Wir wollen erreichen, dass der Osnabrücker Rat die Option Stadtbahn endlich seriös untersuchen lässt″, sagt SBI-Vordenker Thomas Polewsky. Die Stadt habe seit 2013 kostbare Zeit verplempert″. Damals sei zwar im Auftrag der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) eine Machbarkeitsstudie zur Weiterentwicklung und Verbesserung des hiesigen ÖPNV erstellt worden, dabei jedoch das System Schiene einfach ausgeblendet″ worden. Nun bestehe Grund zur Eile, wolle Osnabrück seine selbst gesteckten Klimaschutzziele nicht verfehlen.

Diese sehen eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes um 95 Prozent sowie des Energieverbrauchs um 50 Prozent bis zum Jahr 2050 vor. Wenn in Osnabrück so weitergemacht werde wie bisher, sei beides aber frühestens 2080 zu erreichen, kritisiert Polewsky. Das sei viel zu spät für einen effektiven regionalen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung. Autoverkehr verringern

Vielmehr müsse es gelingen, den ÖPNV-Anteil am städtischen Verkehrsaufkommen von gegenwärtig neun Prozent in den kommenden 30 Jahren auf das Fünf- bis Sechsfache zu steigern und so den motorisierten Individualverkehr, sprich das einzelne Auto auf der Straße, im gleichen Maße zurückzudrängen. Das geht laut der SBI aber nur mit einer schnellen, geräumigen und komfortablen Stadtbahn.

Ebenso seien bloße Absichtserklärungen zur angestrebten Verkehrswende ungenügend, erklärt Polewsky. Die Zeit drängt. Eine genaue Kosten-Nutzen-Untersuchung zur Stadtbahn ist überfällig.″

Die Online-Petition hat eine Laufzeit von sechs Monaten und ist unter dem Kurzlink bit.ly/ 36sOvHt im Internet abrufbar. Die Stadtbahn-Initiative will bis Mitte des Jahres aber auch weiterhin analog Unterschriften sammeln und regelmäßig Infostände anbieten. Das nächste offene Treffen der SBI findet statt am Montag, 3. Februar, ab 17 Uhr in der Gaststätte Treibhaus (Johannisstraße 78).

Kommentar
Zeit für Antworten

Während Münster und das Münsterland bereits an einem gemeinsamen S-Bahn-Netz tüfteln, eiert die Osnabrücker Politik beim Thema Stadtbahn seit Jahren herum. Dabei kann nur ein sorgfältiger Kosten-Nutzen-Vergleich die Frage nach dem bestmöglichen ÖPNV-System für unsere Region beantworten. Ohne verlässliche Zahlen, Daten und Fakten ist die Suche nach Antworten Stochern im Nebel.

Eine gute Gelegenheit, die Option Stadtbahn″ für Osnabrück gründlich untersuchen und standardisiert bewerten zu lassen, wurde 2013 beim sogenannten Lindschulte-Gutachten versäumt. Nun unternimmt die Stadtbahn-Initiative den x-ten Anlauf, eine seriöse Prüfung ihrer Idee einzufordern. Sie kann dabei auf die Unterstützung vieler Bürger zählen schon nach wenigen Wochen haben an die 1000 eine entsprechende Petition unterschrieben.

Möglicherweise bewegen sie die Osnabrücker Politik zum Handeln. Sie hat sich mehrheitlich schon viel zu lange davor gedrückt, die entscheidenden Stadtbahn-Fragen ein für alle Mal zu klären.

s.stricker@ noz.de
Autor:
Sebastian Stricker


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