User Online: 3 | Timeout: 01:22Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Pagenstecherstraße zu gefährlich für Radler?
Zwischenüberschrift:
Diskussion nach tödlichem Unfall / ADFC: Für Fahrradfahrer nicht geeignet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wie sicher sind Fahrradfahrer auf der Pagenstecherstraße? Nach dem tödlichen Fahrradunfall am vergangenen Freitag wird das Thema viel diskutiert. Eltern schicken ihre Kinder sogar lieber mit dem Auto als mit dem Rad zur Schule. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Osnabrück und die Stadt Osnabrück zeigen Verständnis, betonen aber auch, dass sich etwas ändern muss.

Denn die Verkehrssituation auf der Pagenstecherstraße ist für Fahrradfahrer alles andere als optimal: starker Verkehr, schlecht oder gar nicht gekennzeichnete Radwege, viele Einfahrten und unübersichtliche Situationen durch die Parkstreifen. Nach dem tödlichen Unfall einer 18-Jährigen auf dem Heimweg von der IGS Eversburg hatten einige Eltern gesagt, dass sie auf den Führerschein ihrer Kinder warteten, damit diese nicht mehr mit dem Rad auf der gefährlichen Straße fahren müssten.

Uwe Schmidt, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Osnabrück, ist zwar nicht erfreut darüber, die Kinder vom Sattel zu holen, aber er kann die Eltern gut verstehen″. Die Pagenstecherstraße sei für Fahrradfahrer nicht geeignet.

Ausweichstraßen wie die Natruper Straße sind für Schmidt ebenfalls keine richtige Alternative″, weil die Schüler dann zickzack fahren müssten, wenn sie beispielsweise zu einem der Fast-Food-Restaurants an der Pagenstecherstraße wollten. Der ADFC-Vorsitzende betont aber auch: Mehr Verkehr bedeutet mehr Gefahren.″

Schmidt fordert von der Stadt, endlich zu handeln und Sicherheit für die Fahrradfahrer zu schaffen. Was muss denn alles passieren, dass sich etwas ändert? Da geht mir der Hut hoch.″ Seiner Ansicht nach müssten die Parkstreifen weg und separate Radwege angelegt werden. In der jetzigen Situation könne er aber jeden verstehen, der sagt, sein eigenes Leben sei ihm lieb, und der dafür unerlaubt auf Gehwegen fährt und das Bußgeld in Kauf nimmt oder aufs Auto umsteigt.

Auch Sven Jürgensen, Pressesprecher der Stadt Osnabrück, zeigt Verständnis für die Sorgen der Eltern. Sie sind zu Recht besorgt, denn die Pagenstecherstraße ist eine stark befahrene Straße, und die Konkurrenz zwischen Fahrradfahrern und Autofahrern ist groß″, sagt Jürgensen auf Anfrage unserer Redaktion. Der motorisierte Verkehr sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das betreffe aber nicht nur Osnabrück, sondern auch andere Städte. Und darauf sind die Städte nicht vorbereitet″, so der Pressesprecher.

Natürlich habe der Fahrradverkehr in Osnabrück eine hohe Priorität. Wir wollen ihn fördern und ausbauen.″ Einige Projekte seien bereits umgesetzt, andere in der Planung. Auch an der Pagenstecherstraße solle die für alle unbefriedigende Situation″ verbessert werden. Letztlich könne man den Eltern aber nicht völlig die Sorgen nehmen. Ob jemand auf das Auto umsteige, sei eine Güterabwägung. Die Entscheidung muss jeder selber treffen.″

Marco Hörmeyer, Pressesprecher der Stadtwerke, verweist als Alternative zum eigenen Auto auf den Bus. Mit dem neuen Liniennetz ab 5. Februar werde das bisherige Angebot deutlich verbessert auch auf der Strecke zur IGS Eversburg. Zudem würden die Stadtwerke und die Stadt an einer besseren Vernetzung der Verkehrsmittel arbeiten. So wurden kürzlich zwei Mobilitätsstationen eingeweiht. Die Eindrücke, Eltern sollten ihre Kinder lieber in dem eigenen Auto zur Schule schicken, müsste man aus den Köpfen bekommen und das Bewusstsein ändern. Eltern sollen auch sagen können, dass ihre Kinder mit gut vernetzten Verkehrsträgern, also sicheren Fahrradwegen, Mobilitätsstationen und guten Busanbindungen, gut und sicher zur Schule kommen″, sagt Hörmeyer.

Bildtext:
Unübersichtlich: Fahrradfahrer haben auf der Pagenstecherstraße in Osnabrück mit Parkstreifen und vielen Einfahrten zu kämpfen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Lea Becker


Anfang der Liste Ende der Liste