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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
So bewegen sich Osnabrücker durch ihre Stadt
Zwischenüberschrift:
Wann trumpft das Fahrrad auf, wie viele Bürger haben ein Auto, und wer fährt Bus?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die einen steigen öfter aufs Rad als früher, die anderen setzen sich dagegen noch immer am liebsten ins Auto sogar für kürzeste Strecken. Dabei hat jeder fünfte Haushalt gar keinen eigenen Wagen mehr. Was verrät die sogenannte SrV-Studie 2018 außerdem über das Mobilitätsverhalten der Osnabrücker? Fragen und Antworten.

Was bedeutet SrV-Studie und wie aussagekräftig sind ihre Ergebnisse? SrV ist die Abkürzung für System repräsentativer Verkehrsbefragungen″. Dahinter verbirgt sich eine bundesweite wissenschaftliche Untersuchung, die von der Technischen Universität (TU) Dresden entwickelt und 1972 zum ersten Mal durchgeführt wurde. Die Studie wird seitdem regelmäßig wiederholt, ihre jüngsten Ergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2018. Sie basieren auf den Auskünften von 186 000 Menschen in 135 Städten und Gemeinden nie zuvor wurde eine größere Stichprobe erfasst. In Osnabrück, das sich nach 2013 zum zweiten Mal an der SrV-Studie beteiligt hat, interviewten die Forscher insgesamt 1308 zufällig ausgewählte Personen in 677 Haushalten. Einpendler, Touristen und Besucher berücksichtigt die Studie also nicht. Sie trifft daher auch keine Aussagen über den gesamten Verkehr auf den Osnabrücker Straßen. Stattdessen zeigt sie das Verkehrsverhalten der Einwohner die allerdings maßgeblich zum Verkehrsaufkommen beitragen.

Welche Personengruppen dominieren den Straßenverkehr in Osnabrück? Die mit Abstand größte Gruppe sind die 15- bis 64-Jährigen. Sie machen derzeit 70 Prozent aller Verkehrsteilnehmer aus und legen im Schnitt auch die meisten Wege zurück (3, 8 pro Person und Tag). Kinder bis 14 Jahre bilden die kleinste Gruppe (11 Prozent; 3, 1 Wege). Dazwischen liegen Senioren ab 65 Jahren (19 Prozent; 3, 5 Wege). Gut 6 von 100 Osnabrückern sind laut der Studie allerdings überhaupt nicht mobil.

Über welche Verkehrsmittel verfügen die Osnabrücker im Durchschnitt? Etwa drei Viertel aller Befragten gab an, über ein Auto sowie über ein Fahrrad zu verfügen, gut jeder Zehnte sogar über ein Elektrofahrrad. Knapp ein Drittel hat Zugriff auf eine Zeitkarte für den öffentlichen Nahverkehr. Interessantes Detail: 85 Prozent der Erwerbstätigen (Altersgruppe 15 bis 64 Jahre) und immerhin 53 Prozent der nicht Erwerbstätigen verfügen über ein Auto. Beim Fahrrad hält es sich die Waage (gut drei Viertel). Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen benutzt offenbar eine ÖPNV-Zeitkarte. Bei den Erwerbstätigen sind es nur 15 Prozent.

Für welche Zwecke benutzen die Osnabrücker welche Verkehrsmittel? Am liebsten benutzen die Osnabrücker das eigene Auto für den Weg zur Arbeit. Der Anteil des sogenannten motorisierten Individualverkehrs (MIV) beträgt hier 60 Prozent. Gut ein Viertel steigt aufs Fahrrad, 5 von 100 gehen zu Fuß und nur acht Prozent der Einwohner nehmen den Bus. Anders sieht es aus beim Thema Einkauf: Da steigt der Anteil der Fußgänger sprunghaft auf 24 Prozent, der des MIV fällt auf 46 Prozent. Noch deutlicher wird der Unterschied in der Freizeit. Dort spielt der ÖPNV übrigens kaum noch eine Rolle. Er hat seine große Stärke im Schüler- und Ausbildungsverkehr. In diesem Bereich liegen alle Verkehrsmittel in der Gunst etwa gleichauf.

Für welche Wegstrecken benutzen die Osnabrücker welche Verkehrsmittel? Pauschal lässt sich feststellen: Je größer die Entfernung, desto eher steigen die Osnabrücker ins Auto. Es lohnt sich jedoch ein Blick auf die Feinheiten. Da fällt auf, dass nicht wenige Osnabrücker sich auch für kürzeste Wege hinter das Steuer ihres Pkw klemmen. 14 Prozent benutzen den eigenen Wagen sogar für Strecken bis 1000 Meter. Der Anteil der Fußgänger ist hier jedoch am größten (63 Prozent). Das Fahrrad ist bei Entfernungen zwischen einem und drei Kilometern Trumpf. Der Bus hat den für seine Verhältnisse stärksten Zulauf auf Strecken zwischen drei und fünf Kilometern. Interessantes Detail: Die meisten Wege, die von den Osnabrückern zurückgelegt werden, sind Kurzstrecken bis drei Kilometer.

Wie sind die verschiedenen Haushalte in Osnabrück mit Autos ausgestattet? Über alle Haushalte gesehen, verfügen 80 Prozent über mindestens einen Pkw; 20 Prozent haben gar keinen. Ein Wagen pro Haushalt ist auch Osnabrücker Durchschnitt. Über die meisten Autos verfügen laut der Studie die Mehrpersonen-Haushalte mit Kindern: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) hat zwei Autos oder mehr, nur zwei Prozent kommen ohne aus. Bei kinderlosen Mehrpersonen-Haushalten besitzt die Mehrheit (53 Prozent) offenbar einen Pkw. Ein großer Teil hat aber auch mindestens zwei (39 Prozent). Single-Haushalte hingegen verzichten vergleichsweise häufig aufs Auto: ein Drittel hat überhaupt keins, der Rest bis auf ganz wenige Ausnahmen höchstens eins.

Wie kombinieren die Osnabrücker die verschiedenen Verkehrsmittel? So viel vorweg: Manche Osnabrücker tun es gar nicht, sind also im Fachjargon monomodal″ unterwegs. Andere hingegen machen gerne von mehreren Möglichkeiten Gebrauch. Sie bewegen sich also multimodal″. Die SrV-Studie fragte in diesem Punkt nach dem Verhalten der Osnabrücker in einer ganz bestimmten Woche. Im Ergebnis gaben die meisten Einwohner an, sowohl das Fahrrad als auch das Auto zu benutzen (36 Prozent). Ein Zehntel greift zusätzlich auf den Bus zurück. Bus und Auto benutzen sieben Prozent, Bus und Rad sechs Prozent. Ausschließlich mit dem Auto (MIV) bewegen sich 28 Prozent der Osnabrücker. Sieben Prozent wählen stets das Fahrrad, drei Prozent immer den Bus. Der winzige Rest (zwei Prozent) behilft sich auf andere Weise.

Bildtext:
Stoßstange an Stoßstange: Am liebsten benutzen die Osnabrücker das eigene Auto für den Weg zur Arbeit.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Sebastian Stricker


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