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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Erstes Teilstück für die Westumgehung
 
Stadt zieht Nordspange aus der Schublade
Zwischenüberschrift:
Entscheidung über Planungskosten der Westumgehung heute im Ausschuss
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Die Westumgehung kommt auf leisen Sohlen. Obwohl das Straßenprojekt seit dem Bürgerentscheid 2014 auf Eis gelegt wurde, will die Stadt jetzt die Weichen für ein 600 Meter langes Teilstück stellen, das die Sedanstraße mit der Natruper Straße verbinden soll. Die Notwendigkeit dieser Nordspange wird damit begründet, dass der Wohn- und Wissenschaftspark auf dem früheren Kasernengelände an der Sedanstraße besser an das vorhandene Straßennetz angeschlossen werden müsse. Gegner der Westumgehung sehen jedoch, dass mit dem ersten Teilstück der Druck erhöht wird, auch die südliche Verlängerung bis zum Klinikum zu bauen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt entscheidet heute über die Freigabe von 193 000 Euro für die Planung.

Osnabrück Die Osnabrücker Stadtplaner ziehen die Westumgehung wieder aus der Schublade. Aktuell geht es allerdings nicht um das Gesamtprojekt, sondern um ein 620 Meter langes Teilstück zwischen der Sedanstraße und der Natruper Straße. Es soll der besseren Erreichbarkeit des Wissenschaftsparks dienen. Vier Millionen Euro kalkuliert der Fachbereich Städtebau für den Bau der zweispurigen Verbindung. Sie soll als Verlängerung der Breiten Güntke durch das teilweise verwilderte Hinterland der Straße Am Natruper Holz″ gebaut werden und am ehemaligen Verwaltungsgebäude der Paracelsus-Klinik in einem Kreisverkehr auf die Sedanstraße münden.

Für die Nordspange hatte sich der Rat schon 2012 einvernehmlich ausgesprochen. Die Straße sei erforderlich, um den Wohn- und Wissenschaftspark an der Sedanstraße zu erschließen, lautete die Begründung. Zwei Jahre später votierte eine knappe Mehrheit beim Bürgerentscheid gegen den Bau einer Weststraße. Wenig später ließ sich die Stadt darauf ein, mit den Bürgern ein neues Verkehrskonzept für den Westerberg zu entwickeln. Das nördliche Teilstück wurde einstweilen auf Eis gelegt.

Verkehrsberuhigung

Jetzt kommt die Planung für den Straßenneubau zwischen der Sedanstraße und der Natruper Straße wieder auf den Tisch. Heute berät der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, ob Planungskosten in Höhe von 193 000 Euro freigegeben werden sollen. So empfiehlt es die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage. Das wäre eine Vorentscheidung für den Bau der Straße.

In der Verwaltungsvorlage wird zwar eingeräumt, dass der Bau und die Unterhaltung der Straße mit zusätzlichen CO2-Emissionen verbunden wären. Ob am Ende die negativen oder positiven Auswirkungen stärker ins Gewicht fielen, lasse sich derzeit nicht feststellen. Positiv wird angemerkt, dass die Erschließungsstraße ein wichtiger Baustein für die Verkehrsberuhigung der Straße Am Natruper Holz″ sei, über die zurzeit der Durchgangsverkehr rollt. Sie soll mit einer Schranke versehen werden, die sich nur für Busse, Rettungsfahrzeuge und die Müllabfuhr öffnet.

Nach den Plänen, die dem Ausschuss vorliegen, soll die neue Straße eine 6, 50 Meter breite Fahrbahn bekommen, mit zusätzlichen Abbiegespuren an den Einmündungsbereichen, außerdem kombinierte Rad- und Fußwege auf beiden Seiten und eine Bushaltestelle an der Abzweigung zur Albert-Einstein-Straße.

Baubeginn 2021?

An die Sedanstraße soll das neue Bauwerk mit einem Kreisverkehr angeschlossen werden, dessen Durchmesser mit 32 Metern angegeben wird. Für das andere Ende an der Natruper Straße ist eine Ampelkreuzung geplant. Lärmschutzwände sollen die Bewohner der benachbarten Siedlungen und die Patienten der Paracelsus-Klinik vor Verkehrslärm schützen. Die Kosten für den Bau der Straße kalkuliert der Fachbereich Städtebau auf 3, 8 Millionen Euro, dazu kommen 200 000 Euro für Ingenieurarbeiten und Grunderwerb. Baubeginn soll 2021 sein, die Fertigstellung zwei Jahre später.

Im Rat zeichnet sich eine Mehrheit für den Bau der Erschließungsstraße ab. Es werden aber auch Bedenken laut, weil damit der Druck zunehmen würde, auch den südlichen Abschnitt der Westumgehung zwischen dem Klinikum und der Paracelsus-Klinik zu bauen. Die Gegner der Trasse, die sich 2014 nach dem Bürgerentscheid schon am Ziel wähnten, sind jedenfalls beunruhigt, weil sie in der Freigabe der Planungskosten eine Vorentscheidung für die schrittweise Realisierung der Westumgehung sehen.

Bildtext:
Eine 600 Meter lange Verbindung will die Stadt zwischen der Paracelsus-Klinik und der Natruper Straße bauen. Baubeginn für die sogenannte Nordspange″ sollte 2021 sein.
Zeichnung:
Google Maps/ NOZ

Kommentar
Hauruck oder abwägen?

Na, kommt die Westumgehung durch die Hintertür? Das nördliche Teilstück, für dessen Bau jetzt die Weichen gestellt werden, soll ja vorrangig der Erschließung des Wohn- und Wissenschaftsparks dienen. Aber es ist zugleich der erste Baustein für eine Verbindung, die beim Bürgerentscheid vor sechs Jahren von 51, 68 Prozent der Wahlberechtigten abgelehnt wurde.

In diesen sechs Jahren hat die Stadt versucht, mit Befürwortern und Gegnern der Weststraße eine Lösung für das Verkehrsproblem am Westerberg zu finden. Durchfahrts- wurden zu Einbahnstraßen, der Einbau von Mittelinseln und Berliner Kissen sorgte für eine gewisse Beruhigung, auch wenn es dafür nicht von allen Seiten Applaus gab. Jetzt sieht es so aus, dass weniger Fahrzeuge über die Albrecht- und Caprivistraße rollen, während die Anwohner von Mozartstraße, Händelstraße und Gluckstraße vielleicht noch mehr Autos vor ihrer Haustür ertragen müssen als 2014.

Ob die zwischenzeitlich schon abgehakte Weststraße mehr Vorteile als Nachteile bietet, ist fraglich. Aber dass mit dem Bau des nördlichen Teilstücks Tatsachen geschaffen werden, die den Weiterbau Schritt für Schritt zum Selbstläufer machen, ist sicher und sicher auch gewollt.

Aber eine solche Hauruck-Planung ersetzt nicht eine sorgfältige Abwägung. Bleibt noch das Argument, dass die Straße für die Erschließung des Wohn- und Wissenschaftsparks unentbehrlich sei. Doch dafür würde es ja genügen, die Natruper Straße nur mit der Albert-Einstein-Straße zu verbinden. Es bleibt die Frage, ob die von der Stadt favorisierte Planung noch zeitgemäß ist. rll@ noz.de
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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