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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
2238 Tiere leben am Schölerberg
Zwischenüberschrift:
292 Arten: Inventur im Osnabrücker Zoo zeigt tierische Superlative auf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Graf Zahl würde sich zum Jahreswechsel im Osnabrücker Zoo wahrscheinlich wohler fühlen als in der Sesamstraße. Denn von der Ameise über das Erdmännchen bis hin zur Giraffe werden dort dann immer alle Tiere durchgezählt. 2238 Tiere aus 292 Arten ergab die diesjährige Bestandsaufnahme durch die Tierpfleger. Das sind 21 Individuen weniger als 2018, dafür drei Arten mehr. Das heißt natürlich nicht, dass 2019 nur drei neue Arten zu uns gekommen sind und 21 Tiere nicht mehr hier leben″, stellt der wissenschaftliche Kurator Andreas Wulftange klar.

Im gesamten Jahresverlauf fände ein stetiger Wechsel statt. Manche Tiere verlassen den Schölerberg im Rahmen von Zuchtbuchprogrammen, um in anderen Zoos für Nachwuchs und Vielfalt zu sorgen, andere werden aus ebendiesen Gründen von nah und fern in den Osnabrücker Zoo gebracht. Zudem gibt es Tiergeburten, aber natürlich auch Sterbefälle. Letztes Jahr verstarb aus Altersgründen unser Kräuselhauben-Perlhuhn. Es war der letzte Vertreter seiner Art im Zoo Osnabrück″, erklärt Wulftange. Im Zoo-Aquarium seien durch Umgestaltung 13 Tierarten nicht mehr vertreten, dafür aber 17 neue eingezogen. Den größten Tieranteil des Zoos machen die Säugetiere aus, gefolgt von den Vögeln. Aber auch Reptilien, Amphibien und Fische leben in dem Tierpark und wurden nun genauestens unter die Lupe genommen.

Im Großen und Ganzen wissen die Zoomitarbeiter natürlich, wie viele Tiere welcher Art zur tierischen Belegschaft gehören. Viele Individuen, gerade unter den großen Säugetieren, seien samt ihrer Charaktereigenschaften allen Kollegen wohl bekannt. Man denke nur an Orang-Utan-Opa Buschi. Korallen würden dagegen als Einheit″ erfasst, Ameisen als Volk″ und kleine Fische als Schwarm″, erklärt Wulftange. Dafür fotografieren die Tierpfleger einen Teil des Tiergewusels und ermitteln anhand des Bilds einen Durchschnittswert.

Wozu nun der ganze Aufwand? Einmal im Jahr tragen wir die Zahlen zusammen, weil wir sie an Behörden wie das Veterinäramt oder die Naturschutzbehörde übermitteln müssen. Außerdem haben wir so einen guten Vergleich zum Vorjahr″, sagt der Kurator. Nicht nur gezählt, sondern auch gemessen und gewogen werde bei der Inventur. Das sei wichtig für den Gesundheitscheck der Tiere, den die Tierpfleger auch im Arbeitsalltag durchführen.

Komm schon, Manja. Streck mal deine Zunge heraus″, richtet sich Revierleiterin Petra Kunze bei der Inventur an das Netzgiraffenweibchen. Während sie die dunkelblaue Zunge mithilfe eines Stückchens Banane hervorlockt, legt Andreas Wulftange den Zollstock an. Bis zu 45 Zentimeter lang ist so eine Giraffenzunge, dazu dick und unempfindlich, damit die Giraffe harte Akazienblätter von den Bäumen zupfen kann. Nicht nur die Giraffenzunge fällt Laien bei so einer Inventur ins Auge.

Es gibt noch viele weitere Superlative des Zootierreichs: Das lauteste Tier im Osnabrücker Zoo ist der Soldaten-Ara. Ihren Volieren-Nachbarn hingegen, zwei Graupapageien, kann man mit Glück ein Hallo″ oder Juhu″ entlocken. Sie stammen aus einer Privathaltung, wo sie das Sprechen trainiert hatten. Das giftigste Tier im Osnabrücker Zoo ist der Feuerfisch. Drei dieser Fische schwimmen im Zoo-Aquarium. Wie gut, dass eine Scheibe sie von den Besuchern trennt, denn würde ein Mensch sie mit der Hand berühren, käme es zu massiven Hautreizungen, die im Krankenhaus behandelt werden müssten. Tödlich ist ihr Gift für den Menschen allerdings nicht.

Das gefräßigste Tier im Osnabrücker Zoo ist der Elefant. 100 bis 150 Kilogramm Heu, Äste und Pellets mampfe jedes Tier der vierköpfigen Herde pro Tag. Elefanten fressen den ganzen Tag lang. Im Gegensatz zu der Giraffe sind sie keine guten Futterverwerter″, weiß Andreas Wulftange. Ein Großteil dessen, was vorne hineingeschlungen werde, komme hinten wieder heraus. Zu den genügsamsten Tieren gehört, wenn man so will, der 1, 5 Meter lange Netzpython. Er benötigt laut Wulftange nur alle zwei bis drei Wochen zwei bis drei Ratten, Kaninchen oder Meerschweinchen. Das Beutetier werde dann innerhalb der nächsten zwei Wochen von der Schlange verdaut, bevor wieder ein neues verschlungen werden kann.

Das am längsten im Osnabrücker Zoo lebende Tier ist Orang-Utan Buschi. Er wurde als erster Menschenaffe 1971 am Schölerberg geboren. Buschi hatte übrigens vor Kurzem Geburtstag, nämlich am 21. Dezember.

Welches das stinkigste″ Tier des Zoos ist, liegt an der Nase des jeweiligen Besuchers. Die Polar- und Silberfüchse könne man aber sicherlich dazuzählen, meint Wulftange. Insbesondere im Frühjahr, in der Paarungszeit, bei Füchsen Ranzzeit″ genannt, sondern diese Hundeartigen einen scharfen, starken Geruch ab.

Zu den gefährdetsten Arten im Osnabrücker Zoo gehören die Weißscheitelmangaben. Mit nur noch circa 100 Individuen in freier Wildbahn im tropischen Regenwald Westafrikas sind sie stark vom Aussterben bedroht und werden unter den 25 gefährdetsten Primatenarten gelistet. Nur vier Zoos in Deutschland halten Weißscheitelmangaben und setzen sich im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für ihr Fortbestehen ein darunter mit großem Zuchterfolg der Osnabrücker Zoo.

Bildtext:
Kurator Andreas Wulftange beobachtet ein Erdmännchen. Vor dem Jahreswechsel hat der Zoo Osnabrück wieder seine Tiere gezählt.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Carolin Hlawatsch


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