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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
So teuer sind Wohnungen in Osnabrück
 
Rekordpreise am Westerberg
Zwischenüberschrift:
NOZ-Immobilienatlas: Warum Wohnungen in edelster Lage, aber auch im Osnabrücker Osten teurer werden
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der NOZ-Immobilienatlas für Osnabrück zeigt, wie stark die Kaufpreise für Wohnungen in den besten Lagen gestiegen sind. So wurden für gebrauchte Eigentumswohnungen am Westerberg im Jahr 2018 durchschnittlich 2613 Euro pro Quadratmeter bezahlt. In sechs Jahren ist der mittlere Kaufpreis in Osnabrücks teuerstem Stadtteil somit um 52 Prozent gestiegen. Immobilienmakler erklären die Steigerung mit der sehr hohen Nachfrage und dem sehr geringen Angebot. Da mangels freier Grundstücke kaum neuer Wohnraum entstehen kann, wird der Kaufpreis in diesem Bereich nach Expertenangaben weiter steigen. Doch auch in bislang günstigen Stadtteilen wie etwa Voxtrup oder im Stadtteil Sonnenhügel zogen die Preise zum Vorjahr stark an, weil die Nachfrage auch dort stark gestiegen ist.

Osnabrück Der Westerberg baut seine Spitzenposition bei den Immobilienpreisen in Osnabrück weiter aus. Das knappe Angebot und die immer größere Nachfrage haben die Preise für Eigentumswohnungen in Osnabrücks ohnehin schon teuerstem Stadtteil noch einmal in die Höhe getrieben. Allerdings zeigt der NOZ-Immobilienatlas auch, wie teuer Wohnungen in bislang günstigen Lagen auf einmal geworden sind.

Wie zogen die Preise in Osnabrücks teuerstem Stadtteil an? Schon in den vergangenen Jahren hat der NOZ-Immobilienatlas den Westerberg als Osnabrücks teuersten Stadtteil ausgewiesen. Einen so großen Abstand zu Osnabrücks zweitteuerstem Stadtteil gab es jedoch noch nie: Der mittlere Kaufpreis für gebrauchte Eigentumswohnungen am Westerberg lag im Jahr 2018 bei 2613 Euro pro Quadratmeter. Durchschnittlich kosteten Wohnungen in Osnabrücks zweitteuerstem Stadtteil, der Wüste, 613 Euro pro Quadratmeter weniger. In einem Jahr zog der mittlere Kaufpreis am Westerberg um 15 Prozent an. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 kostete eine Eigentumswohnung in Osnabrücks edelster Lage noch 1710 Euro pro Quadratmeter, was einer Kaufpreissteigerung von 52 Prozent entspricht. Das geht aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) hervor, die unsere Redaktion für den NOZ-Immobilienatlas für Wohnungen in der Stadt aufbereitet hat.

Was ist Hintergrund der Westerberger Preisexplosion? Der Inhaber des Osnabrücker Maklerbüros von Dahler & Company, Sören Röttger, analysiert, dass der Westerberg in sich alles vereint, was sich Immobilieninteressenten wünschen″: ein stabiles und über die Jahre steigendes Preisniveau, ein hochwertiges Wohnumfeld, eine hohe Nachfrage von Mietinteressenten und eine hervorragende Infrastruktur.

Marie-Luise Janning von Janning Immobilien weist zudem auf die Nähe zur Universität hin und erklärt, dass die einkommensstarken Haushalte mangels Anlagealternativen eine zunehmende Investitionsbereitschaft am Westerberg zeigen. Sie betont: Dadurch ist der Immobilienmarkt am Westerberg nahezu ausverkauft.″

Der auf exklusive Immobilien in Osnabrücks bester Lage spezialisierte Makler Michael Klein erklärt die deutlich höheren Preise zudem dadurch, dass hochwertigere Wohnungen als in den Vorjahren veräußert wurden. So berichtet er von Kaufpreisen in Höhe von weit mehr als 4000 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen in der Lürmannstraße, einer der teuersten Straßen Osnabrücks. Allerdings verfügten die Westerberger Häuser mit den grünen Kupferdächern auch über Tiefgaragen und Aufzüge, was auch deutlich höhere Preise rechtfertige.

Wie hart umkämpft der Markt in dieser Lage ist, zeigte sich in den vergangenen Wochen auch dadurch, dass die weltweit operierende Immobilienfirma Engel & Völkers vor vielen Haustüren am Westerberg Christstollen ablegte und Stoffbeutel mit Werbegeschenken an die Türklinken hängte, um verkaufswillige Immobilienbesitzer zu umgarnen.

Wie entwickelten sich die Preise im zweitteuersten Stadtteil? Prozentual sogar noch stärker als am Westerberg stiegen die Preise in der Wüste. In sechs Jahren zog der mittlere Kaufpreis für gebrauchte Eigentumswohnungen von 1240 Euro um 61 Prozent auf 2000 Euro pro Quadratmeter an. Im Vergleich zum Vorjahr waren die verkauften Wohnungen in dem Stadtteil im Mittel um 14 Prozent teurer.

Immobilienexperte Röttger weist darauf hin, dass die Wüste aufgrund ihrer zentralen Lage bei Kaufinteressenten sehr beliebt sei. Zudem würden die drei Stadtteile mit dem W Westerberg, Wüste, Weststadt schon seit Jahren zum teuersten Pflaster Osnabrücks gehören. Verschiebungen in der Rangordnung der teuersten Stadtteile rühren seiner Wahrnehmung nach in erster Linie daher, welcher Stadtteil im dem jeweiligen Jahr gerade welches Angebot bereithält.

Warum explodieren die Preise in bislang günstigen Stadtteilen? Eine überraschende Entwicklung nahmen die Preise in bislang relativ günstigen Stadtteilen wie etwa Voxtrup. Noch 2017 lag der mittlere Kaufpreis für Wohnungen in Osnabrücks südöstlichsten Stadtteil bei 1250 Euro pro Quadratmeter und zog im Jahr 2018 um 35 Prozent auf 1696 Euro pro Quadratmeter an. Ähnlich war die Entwicklung am Sonnenhügel: Während der mittlere Kaufpreis noch 2017 bei 1309 Euro pro Quadratmeter lag, zog dieser in einem Jahr um 30 Prozent auf 1711 Euro pro Quadratmeter an.

Röttger erklärt die Preissteigerungen damit, dass diese Stadtteile bislang relativ unterbewertet waren und jetzt schlicht und ergreifend nachziehen.″ Der Immobilienmakler resümiert: So sind gerade solche Objekte in Zeiten der Niedrigzinspolitik auch für den privaten Kleinanleger interessant, der sein Geld vermeintlich sicher angelegt wissen will. Dies führt auch in diesen Lagen zu einer erhöhten Nachfrage.″

Die billigsten Stadtteile Osnabrücks bleiben Schinkel (1043 Euro pro qm), Eversburg (1194 Euro pro qm) und Haste (1273 Euro pro qm), doch auch dort zogen die Preise an: Noch im Jahr 2012 waren Wohnungen im Schinkel mit im Schnitt 580 Euro pro Quadratmeter geradezu ein Schnäppchen, doch seither werden die Immobilien dort genauso wie in der Dodesheide, Haste und Eversburg kontinuierlich teurer.

Stimmen

Marie-Luise Janning, Chefin des Maklerbüros Janning Immobilien: Für viele Käufer ist in der Wüste die Nähe zur Stadt sehr wichtig, sowie das gute Infrastrukturangebot von Schulen, Kindergärten, Geschäften und Naherholung mit dem beliebten Moskaubad und der Kleingärtenanlage. Immer mehr Käufer achten darauf, dass diese Versorgungseinrichtugen und die Innenstadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind. Dies sorgt nicht zuletzt dafür, dass sich der Stadtteil reger Beliebtheit erfreut und so die Preise hier auch im nächsten Jahr voraussichtlich weiter steigen werden. Der Stadtteil Wüste ist zudem auch bei Investoren sehr gefragt, da die Vermietbarkeit der gut geschnittenen Altbauwohnungen sehr gut und lukrativ ist.″

Michael Klein, Chef des Maklerbüros Klein Immobilien: Die Preise am Westerberg steigen aufgrund der sehr hohen Nachfrage und des sehr niedrigen Angebots weiterhin an. Es werden teilweise aber auch deutlich hochwertigere Wohnungen angeboten, als dies noch vor ein paar Jahren der Fall gewesen ist. Der Westerberg ist und bleibt durch seine zentrale Lage zur Innenstadt, Geschäfte und Gastronomien an der Lotter Straße und die kurzen Wege in die Natur mit Abstand der beliebteste Wohnbereich in Osnabrück. Da hier mangels freier Grundstücke kaum neuer Wohnraum entstehen kann, gehe ich auch weiterhin von steigenden Kaufpreisen in diesem Bereich aus.″

Miguel Pereira, Leiter des Osnabrücker Büros von Datos Immobilien: Immer mehr Geld wird in Immobilien investiert. Die Flucht aus Geldanlagen in Immobilienwerte hat stark zugenommen. Wir spüren dieses Tendenz. Mittlerweile ist es egal, in welchem Stadtteil. Hauptsache Osnabrück! Die beliebten Stadtteile Westerberg, Wüste und Weststadt sind vor allem in den höheren Einkommensschichten beliebt. Deshalb auch in diesen Gebieten die höheren Kaufpreise.″ Fotos: Mumbomedia, Klein Immobilien, Datos Immobilien

Kommentar
Verlierer des Booms sind die Osnabrücker Mieter

Die Eigentümer, die in den vergangenen zehn Jahren Osnabrücker Immobilien erworben haben, können sich freuen. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank führt dazu, dass ihre Immobilien immer wertvoller werden. Dies gilt insbesondere für die besten Lagen. Dort ist die Nachfrage am größten, während das Angebot jedoch sehr knapp ist. Auch die Mietpreise ziehen hier am stärksten an.

Erstmals wurden Wohnungen am Westerberg mit 2613 Euro pro Quadratmeter zu einem so hohen mittleren Kaufpreis erworben, dass sie sogar den durchschnittlichen Preis einer gebrauchten Eigentumswohnung in Münster (2472 Euro pro Quadratmeter) übertreffen.

Zunehmend konkurrieren private Käufer mit Investoren, die auf der Suche nach einer soliden Kapitalanlage mit immer noch ordentlichen Renditen auch höhere Preise zu zahlen bereit sind. So haben immer mehr Durchschnittsverdiener Probleme, eine selbst genutzte Immobilie für die eigene Familie zu erwerben, und sind bereit, Wohnungen in entlegeneren Osnabrücker Bereichen wie etwa Voxtrup zu kaufen. Eine Immobilienblase ist aber nicht in Sicht. Der Wohnungskauf lohnt sich auch bei den aktuellen Preisen.

Klar ist: Während Eigentümer durch stetig zunehmenden Immobilienwert profitieren, müssen Mieter für steigende Mieten immer tiefer in die Tasche greifen. Sie sind die Verlierer des Booms. j.fays@ noz.de
Autor:
Jean-Charles Fays


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