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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Warum 2019 für Osnabrück ein Wendejahr ist
 
Menschen 2019
 
Trauer um engagierte Osnabrücker
 
Zoff im Zoo: Brickwedde wird Präsident
 
Putzfrau erhält versehentlich 225 285 Euro
 
Kirche verkauft Glocken für nur einen Euro
 
Rathaustür übersteht Brandstiftung
 
Freitage für die Zukunft
 
Para-Klinik vor dem Umzug
 
Rettung für die „Himmlischen″
 
Musiker aus ganz Deutschland in Osnabrück
 
Ein Haus mit einer tragischen Geschichte
Zwischenüberschrift:
Fünf Beispiele für eine Lehre: Wer zu Boden geht, muss wieder aufstehen
 
Erst die Androhung einer Sechs, dann das Lob des Ministerpräsidenten
 
Was die Niels-Stensen-Kliniken mit dem Haus vorhaben
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Was bleibt uns in Osnabrück vom Jahr 2019 in Erinnerung? Ich meine: 2019 wird in der Rückschau als das Jahr der Wende gelten. Der Wende am Neumarkt, der Wende in der Verkehrspolitik, der Wende im Wohnungsbau. Der Grund ist ganz einfach: Wenn man unten angekommen ist, kann es nur noch aufwärtsgehen.

Die Nörgler in den sozialen Medien werden das anders sehen. Für sie gibt es nur Nieten im Rathaus. Sie wähnen Osnabrück im Niedergang, längst abgehängt von Münster, Bielefeld oder schlimmer noch von Lingen. Diese Pessimisten haben leichtes Spiel, denn ihnen genügen Bilder vom Neumarkt oder vom Stau auf dem Wall, um sich zu bestätigen und die Politiker zu beschädigen.

Aber schauen wir genauer hin und ein Jahresrückblick ist ein guter Anlass dazu. Wir werden feststellen: 2019 war gar nicht schlimm im Gegenteil. Fünf Beispiele, wie die Stadt aus Rückschlägen Chancen für die Zukunft kreiert.

1 Der Ringlokschuppen

Die Nachricht kommt im August überraschend und hat sensationellen Charakter: Der altehrwürdige Ringlokschuppen wird zu einem Forschungszentrum für künstliche Intelligenz. Im Stillen fädeln die führenden Köpfe der Coppenrath-Stiftung, der beiden Hochschulen und der Stadt einen Deal ein, der in der Öffentlichkeit erstaunlich wenig Widerhall findet, aber zu den Topnachrichten des Jahres gehört. Die Stiftung, die Brigitte Coppenrath 2017 zur Förderung von Unternehmensgründern ins Leben gerufen hat, stellt fünf Millionen Euro für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes zur Verfügung. Die Stadt bringt das 2, 6 Hektar große Gelände und die Lokremise mit ein. Der Forschungsbereich künstliche Intelligenz von Universität und Hochschule wird als Hauptmieter einziehen und Büros an die Gründerszene untervermieten.

2 Der Neumarkt

Wie, der verkorkste Neumarkt soll als Beispiel für einen Aufbruch in bessere Zeiten herhalten? Ja! Denn seit dem 14. Juni 2019 hat die Stadt wenigstens in einem Punkt Klarheit: Es wird kein Einkaufszentrum geben. Centerentwickler Unibail Rodamco Westfield hat Osnabrück über Jahre hingehalten, vertröstet, in die Irre geführt. Nach der Absage des Investors bringt der Stadtrat einen neuen Bebauungsplan auf den Weg, der den Plan B ermöglicht: ein Zentrumsquartier mit Geschäften, Büros, Hochschulnutzungen, Kulturangeboten und Wohnungen.

Die Frage ist nun: Wie weit treibt es der französische Konzern beim Immobilien-Poker? Unibail sitzt am längeren Hebel, denn der Konzern steht nicht unter Zeitdruck und kann die Entwicklung am Neumarkt blockieren bis die Stadt den Preis bezahlt, den Unibail haben will. Irgendwo zwischen 20 und 40 Millionen soll die Summe liegen. Ob die Manager in Düsseldorf Artikel 14 des Grundgesetzes kennen? Eigentum verpflichtet. Und sie haben in Osnabrück etwas gutzumachen. Ob Moral und Gewissen in dieser Branche etwas zählen?

Klarheit bringt das Verwaltungsgericht Osnabrück in der Verkehrsfrage. Es entscheidet im November, dass die Sperrung des Neumarktes unzulässig ist, weil die Wallanwohner zu sehr belastet würden. Die Stadt verzichtet auf eine Berufung. Für die Platzgestaltung heißt das konkret: Es sind zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr einzuplanen.

Die Platzgestaltung sollte eigentlich schon im Mai 2019 beginnen. Doch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) fährt dazwischen, weil er dem Beton nicht traut, der dort verbaut werden soll und am Rosenplatz Schwächen zeigt. Grieserts Vorsicht ist berechtigt. Solange Busse über den Neumarkt rollen, gibt es zu Beton nämlich keine Alternative. Gutachter werden uns 2020 erklären, was zu tun ist. 2021 wird dann der Umbau starten auch in der Johannisstraße, die große Verliererin des Neumarkt-Debakels. Die Politik steht dort im Wort. Sie hat versprochen, die Johannisstraße in dieser schweren Übergangsphase zu unterstützen und die schlimmsten Makel zu beseitigen. Wohlan, 2020 muss die Politik liefern!

3 Die Finanzen

Finanzpolitik ist langweilig? Geben Sie sich einen Ruck, und folgen Sie mir in diesen wenigen Zeilen in die Welt der Zahlen. Seit 2016 erwirtschaftet die Stadt wieder jährlich Überschüsse. Inzwischen sind dank der guten Wirtschaftslage die Einnahmen so stabil, dass die Stadt Versäumtes nachholen kann. Sie investiert in den kommenden vier Jahren rund 400 Millionen Euro in Schulen, Straßen und Infrastruktur. Dafür macht sie zwar 180 Millionen Euro zusätzliche Schulden, aber diesen Schulden stehen neue Werte gegenüber. Das Geld wird nicht verprasst, es wird in eine bessere Zukunft investiert. 2019 markiert die Wende von einer defensiv-verwaltenden Finanzpolitik zu einer offensiv-gestaltenden.

4 Der Verkehr

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) kritisierte 2018 ungewöhnlich scharf das Baustellen-Management in Osnabrück und schob damit in 2019 etwas an. Die Vollsperrung der Rheiner Landstraße ab Juli verkraftet der innerstädtische Verkehr erstaunlich gut, das befürchtete Chaos bleibt aus.

Am Schlosswall bleiben die Schadstoffe erstmals unter den Grenzwerten. Die Stadtwerke treiben die Umstellung auf Elektromobilität voran. Keine andere deutsche Großstadt ist dabei so weit wie Osnabrück. Die E-Busse fahren lautlos und störungsfrei, die Kundschaft ist begeistert. Im Juli bestellen die Stadtwerke weitere 49 E-Busse beim holländischen Hersteller, die 2020 zum Einsatz kommen werden. Der Stadtrat will die Busbeschleunigung und treibt den Radwegebau voran. Im Mai wird der erste Teil des Radschnellweges in der Gartlage fertiggestellt, den Kritiker für viel zu teuer halten. Aber: Radschnellwege sind ein neues Format in der Verkehrsinfrastruktur, das vor allem Berufspendler anspricht und mit wachsender E-Mobilisierung der Räder an Bedeutung gewinnen wird.

Osnabrück fördert die private Anschaffung von Lastenrädern und die Paketzustellung mit Transport-E-Bikes. Und dann ist da noch der Sunglider: Osnabrück diskutiert mit großer Ernsthaftigkeit, ob eine stromgetriebene Schwebebahn realisierbar wäre. Vor einigen Jahren wären die Ideengeber noch als Spinner abgetan worden. Alles das zeigt: Die weltweite Klimadebatte hat 2019 auch Tonlage und Kompass in der Osnabrücker Verkehrspolitik sichtbar verändert.

5 Der Wohnungsmarkt

Die Hilferufe werden mehr: Nie zuvor hat unsere Redaktion so oft über Menschen berichtet, die in Wohnungsnot geraten sind. Ein Indiz, dass der Wohnungsmarkt in Osnabrück aus dem Gleichgewicht geraten ist. Benachteiligte oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen haben kaum Chance, eine passende Bleibe zu finden.

Die Stadt forciert zwar die Baulandausweisung, bekommt dann aber Druck aus der Bürgerschaft: Ein Bündnis für bezahlbaren Wohnraum″ setzt in einem Bürgerentscheid (76 Prozent Ja-Stimmen) die Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft durch. Die Stadt soll damit wieder ein Instrument in die Hand bekommen, regulierend auf den Wohnungsmarkt eingreifen zu können. Die Gründung der Gesellschaft wahrscheinlich unter dem Dach der Stadtwerke steht 2020 an. Bis sie die ersten preisgebundenen Wohnungen auf den Markt bringen kann, werden aber noch Jahre vergehen.

In der ehemaligen Landwehrkaserne in Atter nimmt Osnabrück derzeit größtes Wohnbaugebiet Formen an. Im Herbst ziehen dort die ersten Familien ein. Im Dezember wird bekannt, dass ein Meppener Investor an der Möserstraße im Herzen der Innenstadt ein Quartier mit 381 Appartements für Senioren, Studenten und Berufspendler bauen will. Und im Schinkel greifen die ersten Maßnahmen, um die Wohnsituation und die Integration der bulgarisch-stämmigen Zuwanderer zu verbessern. Es wird viel gearbeitet auf der Baustelle Wohnungsmarkt.

Bildtexte:
Den Lokschuppen intelligent nutzen.
Den Neumarkt neu gestalten.
Die Straße anders aufteilen.
Den Wohnungsmarkt besser ordnen.
Das Geld klug investieren.
Fotos:
Gert Westdörp, Swaantje Hehmann, Michael Gründel, Jörn Martens
Zeichnung:
Gerhard Mester

Osnabrück Eine Schiebermütze und in Gummistiefeln: Joshua Langen hält in Sutthausen eine Herde Ouessants das sind Bretonische Zwergschafe. Die vermietet er als tierisch gute Rasenmäher″. Der Züchter und Geschäftsmann ist erst acht Jahre alt. Sein Taschengeld investiert er in Böcke. Im August erzielt er bei einer Meisterschaft des Landesschafzuchtverbandes Weser-Ems den zweiten Platz in seiner Klasse, im Oktober erlangt er beim Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband in Leipzig bei der Jungzüchtermeisterschaft für Schafe ebenfalls einen Preis für seine Fähigkeiten.

Das ist für Bischof Franz-Josef Bode schon fast ein Himmelfahrtsgefühl″: Dass er sehr gerne Kettenkarussell fährt, ist auch dem Schaustellerverband und Otti Hanstein , dem Betreiber des Karussells auf der Maiwoche direkt vor dem Dom, nicht verborgen geblieben und die schenken dem Bischof im Mai eine Fahrkarte auf Lebenszeit.

Zum elften Mal verleiht die Stadt Osnabrück den Yilmaz-Akyürek-Preis für Integration. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Stadt das Engagement von Personen, die sich im alltäglichen Leben um die Integration und gleichberechtigte Teilhabe von Osnabrückern verschiedener Herkunft sowie um die gegenseitige Anerkennung der Kulturen verdient gemacht haben. Im März bekommt Alfa Traoré den Yilmaz-Akyürek-Preis verliehen. Der 54-Jährige ist im westafrikanischen Togo aufgewachsen, kam mit 28 Jahren nach Osnabrück und begann, sich für Flüchtlinge aus seinem Heimatland zu engagieren. Sein bekanntestes Projekt ist das Osnabrücker Afrika-Festival das er 1997 mitbegründete. Unter anderem gründete er den afrikanischen Kulturverein Tawba. Beruflich ist er im Klinikum Osnabrück tätig. Alfa Traorés Motto lautet: Liebe für alle, Hass für keinen.″

Von Fotos abgemalte Bilder: Enya Filgerdamm ist eine der vielen Schüler, die im März für eine Ausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung eine Ausgabe bebildern. Zu ihren Werken gehört ein Bild mit der Heavy-Metal-Band Overkill. Das gefällt auch Hyde-Park-Chefin Conny Overbeck : Sie schickt es den amerikanischen Musikern und die sind begeistert. Die Band lädt das Mädchen zu ihrem Konzert im Hyde Park ein und holt es auf die Bühne. Du bist eine richtig gute Künstlerin″, sagt ihr der Sänger Bobby Blitz″ Ellsworth auf Englisch.

Der japanische Kaiser Nahurito verleiht einer Reihe von verdienten Personen im Juni den Orden der aufgehenden Sonne″, und einer von ihnen ist der Osnabrücker Künstler Johannes Eidt . Er bekommt ihn für seinen Beitrag zur Förderung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland sowie des gegenseitigen Verständnisses zwischen beiden Ländern. Eidt gilt als inoffizieller Kulturbotschafter zwischen Osnabrück und Japan.

Karin Bloom ist seit 22 Jahren ehrenamtlich beim Weißen Ring aktiv. Im März bekommt sie für ihr ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen. Fälle von Kindesmissbrauch hätten sie während ihrer Arbeit bei dem gemeinnützigen Verein am meisten berührt. Sie leitet die Außenstelle des Weißen Rings in Osnabrück.

Für seine wegweisenden Forschungen auf dem Gebiet der interkulturellen Bildung wird Professor Peter Graf im August mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Sie gilt als gute Seele von Atter″ und auch darüber hinaus: Annemarie Fitschen engagiert sich seit Jahrzehnten im Sportverein, in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde, in der SPD, als Ortsbürgermeisterin von Atter, als Gründungsmitglied und im Vorstand des Bürgervereins Wir in Atter″, der die frühere Atterkirche in einen Stadtteiltreff verwandelte, bei den Integrationslotsen der Freiwilligenagentur und im Patientenbesuchsdienst des Klinikums am Finkenhügel als eine der grünen Damen und Herren″ der evangelischen Krankenhaushilfe. Im Oktober erhält sie das Bundesverdienstkreuz.

Für ihr ehrenamtliches Engagement werden Schwester Eva-Maria Siemer und Klaus Lang im Oktober mit der Bürgermedaille der Stadt Osnabrück ausgezeichnet Siemer, Schwester des Thuiner Franziskanerordens und Leiterin der Berufsbildenden Schulen im Marienheim Sutthausen, für das Projekt Heute Flüchtling morgen Fachkraft″, Lang, der neun Jahre lang als Vorsitzender der Bürgerstiftung starke Impulse gegeben hat, unter anderem mit dem Projekt Kid-Courage-Preis und mit dem jungen Theater Oskar″.

Franz-Josef Hillebrandt fädelte den Bau des Felix-Nussbaum-Hauses ein und begleitete die Entwicklung des Museums Industriemuseum am Piesberg sein wirkliches Kind″, wie Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sagt, als er ihn im Januar mit der Möser-Medaille auszeichnet. Der frühere Sparkassenvorstand Hillebrandt hat sich jahrzehntelang für eine Reihe von Osnabrücker Institutionen engagiert. Und er gilt als Supermann des Stiftungswesens″.

In Osnabrück gehen Deutsch-Israelische Gesellschaft und die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Hand in Hand: Die beiden Regionalgruppen ernennen den scheidenden Volkshochschul-Direktor Carl-Heinz Bösling im Juni zum Ehrenmitglied beider Gesellschaften, denn: Bösling sei es gelungen, dem Publikum die komplexe und heftig umstrittene Nahost-Problematik durch eine beispielhaft sachlich geführte und stets den Frieden und Ausgleich betonende Art und Weise näherzubringen″.

Der Rat der Stadt beschließt im Dezember, den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff zum Ehrenbürger zu ernennen.

Bildtexte:
Ein Züchter mit seinem Lieblingsschaf: Joshua Langen (8) geht mit Paul spazieren. Paul war das erste Lamm in seiner Zucht, die er in Sutthausen betreibt. Joshua hält eine Herde mit Bretonischen Zwergschafen Ouessants. Und er ist bereits Preisträger in zwei Zuchtverbänden.
Sie malte eine Heavy-Metal-Band für die Neue OZ: Die Gruppe Overkill ist von Enya Filgerdamm (12) begeistert und lädt sie in den Hyde Park ein.
Der Yilmaz-Akyürek-Preis geht an Alfa Traoré.
Im Flug über die Maiwoche: Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode bekommt für das Kettenkarussell eine Fahrkarte auf Lebenszeit.
Fotos:
Carolin Hlawatsch, Thomas Wübker, Michael Gründel

Osnabrück Er war Landwirt, Pädagoge und Ökologe, er war kreativ und unkonventionell. Johannes Hartkemeyer , von 1991 bis 2009 Leiter der Volkshochschule Osnabrück, stirbt im Juli nach schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren. Er hat sich nicht allein in der Erwachsenenbildung als Schrittmacher betätigt. Früher als andere setzte sich Hartkemeyer mit der Geschichte der Emslandlager in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Als Pionier gilt er auch in Sachen Windenergie. Den landwirtschaftlichen Betrieb überführten Johannes Hartkemeyer und seine Familie in eine Stiftung, die sich der solidarischen Landwirtschaft verpflichtet fühlt. Der CSA-Hof Pente entstand.

Die Osnabrücker Unternehmerin Gisela Bohnenkamp stirbt im August im Alter von 83 Jahren. Unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung gehörten für sie zusammen: Ein Unternehmen habe eine Verpflichtung für die Allgemeinheit, sagte sie 2014, als ihr die Möser-Medaille verliehen wurde. 1990 übernahm sie die Geschäftsführung des Unternehmens, das ihr Mann Friedel 1950 als Fahrzeugteilehandel gegründet hatte. 2008 übertrug sie einen Teil ihrer Beteiligung an die Friedel-&- Gisela-Bohnenkamp-Stiftung. Die Stiftung fördert unter anderem Kunst und Kultur, Sprachkompetenz und Schülertheater. Viele Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen erhalten mithilfe der Stiftung die Chance auf höhere Bildung.

Bildtexte:
Johannes Hartkemeyer
Gisela Bohnenkamp
Fotos:
Heiner Beinke, Michael Gründel

Osnabrück Konflikt im Zoo: Die Jahreshauptversammlung der Zoogesellschaft im August eskaliert und steht kurz vor dem Scheitern. Die Mitglieder verweigerten ihrem Präsidenten Reinhard Sliwka die Gefolgschaft. Das Präsidium tritt zurück. Worum geht es? Der eigentliche Konflikt zwischen Sliwka und dem Zoogeschäftsführer Andreas Busemann bleibt ein Rätsel. Am selben Abend wird Fritz Brickwedde zum neuen Zoopräsidenten gewählt. Im September steht auch das neue Präsidium mit Diana Coppenrath, John McGurk und Marco Athen an der Seite von Brickwedde. Schatzmeister ist Michael Wendt.

Osnabrück Panne im personalbüro: Statt 340 Euro, dem regulären Gehalt, überweist eine Osnabrücker Firma einer 27-jährigen Reinigungskraft 225 285 Euro. Die Frau will das Geld behalten. Der Fall kommt erst vor das Amtsgericht und vor das Arbeitsgericht. Im Berufungsprozess vor dem Landgericht muss sie sich wegen versuchter Erpressung verantworten, denn sie hat die Rückzahlung mit Gegenleistungen verbunden. Und dann verschwanden 100 000 Euro von ihrem Konto unter anderem durch Pfändungen. Das Gericht verurteilt die Frau zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro wie zuvor schon das Amtsgericht.

Osnabrück Ein Sonntag im Juni: Die Glocken der entwidmeten Melanchthonkirche läuten zum letzten Mal zumindest auf dem Kalkhügel. Dann werden sie ausgebaut und in die Ukraine gebracht. Die evangelisch-lutherische Südstadtgemeinde verkauft die vier Stahlglocken, die zusammen sechs Tonnen wiegen, über eine Internetbörse nach Transkarpatien. Dort erklingen sie nun in einer orthodoxen Klosterkirche. Die Käufer zahlen einen Euro und zahlen die Demontage ebenso wie den Transport. Die Südstadtkirchengemeinde freut sich, dass die Glocken nicht verschrottet werden müssen.

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Glocken für die Ukraine.
Foto:
Südstadtkirchengemeinde

Osnabrück Diese Tür ist so alt wie das Rathaus. 1494 fällte jemand eine Eiche, aus der ein Tischler die Rathaustür baute. Bis heute leistet das schwergängige Original knarrend seine Dienste für das Gebäude, das von 1487 bis 1512 errichtet wurde.

Im Juli versucht ein 47-Jähriger, zumindest den Eingang des Wahrzeichens der Stadt in Brand zu setzen. Doch auch die Brandbeschleuniger, die der Mann einsetzt, schaden der Tür nur wenig. DNA-Spuren brachten die Ermittler auf die richtige Spur. Wie sich herausstellt, werden dem Täter drei weitere Brandstiftungen in der Stadt vorgeworfen. Außerdem soll er psychisch krank sein. Er legt ein Geständnis ab und muss in eine psychiatrische Klinik. Eine politisch motivierte Tat wie anfangs befürchtet kann damit offenbar ausgeschlossen werden. Die Gerichtsverhandlung steht noch bevor.

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Ruß auf der 500 Jahre alten Rathaustür.
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück Ein Freitag im März: Mehr als 1000 Schüler streiken in der Innenstadt für eine bessere Klimapolitik. Diese Demonstration und alle, die folgen, sind Teil der internationalen Bewegung Fridays for Future″. Einigen Teilnehmern droht eine Sechs für die fehlende mündliche Teilnahme im Unterricht. Das Engagement der Schüler kollidiert von nun an jeden Freitag mit der Schulpflicht.

Lars Biesenthal (16) ist Mitorganisator bei der Osnabrücker Fridays for Future″-Bewegung. Er geht in die zehnte Klasse und ist Schülersprecher der Gesamtschule Schinkel. Im November diskutiert er im NOZ-Medienzentrum unter anderem mit dem Aktionskünstler HA Schult über Fridays for Future″.

Ebenfalls im November verleiht das Osnabrücker Jugendparlament der Bewegung in Osnabrück eine Medaille. Die Lobrede hält Lars Düsterberg vom Jugendparlament: An eurem Zusammenspiel von Mut, persönlichem Engagement und Durchhaltevermögen können sich viele ein Beispiel nehmen.″ Die Entscheidung, Fridays for Future als ersten Preisträger der Jugendmedaille zu küren, sei schnell gefallen. Die jungen Aktivisten würden es immer wieder schaffen, die Massen zu mobilisieren. Zuletzt waren ihrem Aufruf zum Klimastreik in Osnabrück mehr als 8000 Teilnehmer gefolgt.

Auch prominente Politiker zollen den Preisträgern ihren Respekt. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht per Videobotschaft: Ich finde es richtig gut, wenn sich junge Leute für Anliegen eurer Generation engagieren.″ Er gratuliert dem jungen Parlament für die mutige Idee″, eine Jugendmedaille einzuführen.

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Engagement für den Klimaschutz: Fridays for Future″ mobilisiert viele junge Leute.
Foto:
David Ebener

Osnabrück Die Niels-Stensen-Kliniken kaufen im November die Paracelsus-Klinik in Osnabrück. Was geschieht jetzt mit dem Krankenhaus am Natruper Holz ?

Das Krankenhaus bleibt für einen Übergangszeitraum von fünf bis sechs Jahren noch am Natruper Holz erhalten. Dann soll es in einen Neubau am Marienhospital einziehen. Einen Entwurf gibt es bereits, doch für das Vorhaben muss das Raumkonzept geändert werden. Nach dem Umzug wird das Bettenhaus am Natruper Holz nicht mehr gebraucht, aber ein Gesundheitsstandort mit ambulanten Angeboten soll dort erhalten bleiben.

Bereits im kommenden Jahr wird der Name Paracelsus verschwinden. Die neue Bezeichnung lautet dann Niels-Stensen-Klinik am Natruper Holz″. Die medizinischen Abteilungen von Para-Klinik und Marienhospital werden dann nach und nach zusammengeführt. Arbeitsplätze sollen nicht in Gefahr sein.

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Verkauft: Die Niels-Stensen-Kliniken übernehmen die Paracelsus-Klinik.
Foto:
Gert Westdörp

Osnabrück Die Himmlischen″ gehen durch die Hölle: Der Osnabrücker Confiseriehersteller Leysieffer setzt darauf, Anfang 2020 mithilfe eines Investors das Insolvenzverfahren in Eigenregie abschließen zu können. Jan Leysieffer will das Familienunternehmen zwar mit dem altbewährten Qualitätskonzept, aber mit schlankeren Strukturen, mit einem kleineren Sortiment und mit der Finanzhilfe eines Investors weiterführen.

Nach dem Insolvenzantrag im April sinkt die Zahl der Beschäftigten von 360 auf 296. Vier Niederlassungen werden geschlossen zwei in Hamburg, eine in Aachen und die Filiale auf der Königsallee in Düsseldorf. Elf Standorte bleiben erhalten, darunter das Stammhaus an der Krahnstraße.

Bildtext:
Neuanfang für Leysieffer.
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück Die Sporthalle der Domschule ist zentrale Mensa für die Musikanten, die an Christi Himmelfahrt aus ganz Deutschland zum Musikfest nach Osnabrück kommen. 15 000 Musiker aus 300 Orchestern reisen an. Ob auf Schulhöfen oder in Turnhallen, vor dem Rathaus, auf dem Nikolaiort oder auf dem Ledenhof: Ihre Musik erschallt an vielen Stellen der Innenstadt. Nach vier Tagen endet das 6. Deutsche Musikfest mit einem Gemeinschaftskonzert und einem Besuch von Bundespräsidente Frank-Walter Steinmeier.
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück Die Stadt übernimmt es nicht: Das 1929 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtete Wohnhaus in der Herderstraße mit der Nummer 22 hat eine tragische Geschichte zu erzählen, die nicht vergessen werden soll. Es gehörte der Familie des jüdischen Tuchhändlers Raphael Flatauer, die in den 1930er-Jahren von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Raphael Flatauer und seine Frau Alma wurden 1943 in Auschwitz ermordet. Ihre Söhne Kurt und Hans überlebten den Holocaust in Palästina und England. Eine Reihe von Akteuren setzt sich dafür ein, dass die Stadt das leer stehende Haus kauft, aber die knappe Mehrheit des Rates lehnt dies im April ab. Inzwischen ist das Haus in privaten Händen und wird umgebaut.

Bildtext:
Das Haus Herderstraße 22 steht leer.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Wilfried Hinrichs, Jann Weber


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