User Online: 2 | Timeout: 07:18Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Was uns der neue Nahverkehrsplan bringt
Zwischenüberschrift:
Wie Pendler durch Mobilstationen und einen Bus-Schiene-Tarif zum Umsteigen bewegt werden sollen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück 58 Prozent der rund 94 000 Beschäftigten in Osnabrück wohnen nicht in der Stadt, sondern pendeln zur Arbeit. Der überwiegende Anteil der Einpendler stammt aus dem Landkreis (rund 31 000) und nutzt das Auto. Der am Montag einstimmig im Kreistag beschlossene Nahverkehrsplan für Stadt und Landkreis soll möglichst viele Pendler zum Umstieg auf Bus, Bahn oder Fahrrad bewegen. Unsere Redaktion erklärt wie.

Wer ist die Zielgruppe? Die Kreisverwaltung arbeitet aktuell an einem Modellkonzept, das durch einen flächendeckenden Ausbau der öffentlichen Nahverkehrsangebote den Autoverkehr reduzieren soll nicht nur, aber auch bezogen auf die Einpendler nach Osnabrück. Das Ziel dabei ist, die Erreichbarkeit auf dem Land erheblich zu verbessern und damit das Verkehrsaufkommen ursächlich zu reduzieren″, erklärt Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff auf Anfrage unserer Redaktion. Dafür sollen auch Fördergelder von Bund und Land akquiriert werden. Der Weg dahin ist aber noch weit.

Was sieht der vierte Nahverkehrsplan für die Region vor? Der im Kreistag beschlossene vierte Nahverkehrsplan ist als Schritt in diese Richtung zu verstehen. Der gemeinsame Plan wurde für Stadt und Landkreis Osnabrück für die kommenden fünf Jahre aufgestellt. Im Zentrum steht die Stärkung des Zug- und Busverkehrs in der Region. Eine wichtige Rolle soll aber auch der von Landrätin Anna Kebschull (Grüne) bereits im Wahlkampf angesprochene Ausbau der Mobilstationen etwa an den Bahnhöfen im Landkreis sein, um dort den schnellen Umstieg auf andere Verkehrsmittel zu ermöglichen.

Was ist eine Mobilstation? Geprüft werden in der Nähe von solchen Stationen etwa Abstellmöglichkeiten für Autos (Park + Ride) oder überdachte Stellplatzanlagen für Fahrräder (Bike + Ride), wie sie gerade an den Osnabrücker Mobilstationen in Düstrup und in Haste entlang der ersten E-Bus-Linie M1 geschaffen wurden. Weitere Angebote könnten an solchen Mobilstationen künftig zum Beispiel Carsharing, Taxistellplätze oder On-Demand-Verkehre wie Rufbusse oder Sammeltaxis sein, die per App auf dem Smartphone bestellt werden können. Die Kosten für solche Stationen werden im Nahverkehrsplan auf 100 000 Euro bis eine Million Euro pro Maßnahme geschätzt. Die Möglichkeit von Fördermitteln ist noch nicht abschließend geklärt. Genauere Planungen stehen noch aus.

Wo könnten solche Mobilstationen errichtet werden? Als mögliche Orte zur Errichtung von Mobilstationen werden im Nahverkehrsplan genannt: zentraler Verknüpfungspunkt in Wallenhorst, zentraler Verknüpfungspunkt in Oesede, Gildehaus, geplante zentrale Verknüpfungshaltestelle in Ostercappeln, zentral gelegener Verknüpfungspunkt in Belm, geplanter Verknüpfungspunkt im südlichen Bereich von Hagen, Bau von Mobilstationen an den Bahnhöfen im Landkreis Osnabrück. Landkreis-Sprecher Riepenhoff erläutert: Vermutlich orientieren wir uns bei der Gestaltung dabei an Standard-Systemen selbstverständlich immer mit Blick auf dieselbe Funktionalität und optische Wertigkeit wie in Osnabrück.″ Gemeint ist damit das Vorbild der gerade neu errichteten Mobilstationen in Düstrup und Haste.

Wird ein Radschnellweg von Osnabrück nach Wallenhorst gebaut? Zudem wird ein Radschnellweg von Osnabrück nach Wallenhorst nach dem Vorbild des Belmer Radschnellweges angeregt. Ein Vorschlag für eine sinnvolle Strecke für einen Radschnellweg von Osnabrück nach Wallenhorst und eine Kostenschätzung liegen noch nicht vor. Mit der Gemeinde Wallenhorst hat die Stadt Osnabrück aber bereits erste Gespräche geführt, um einen Radschnellweg nach Belmer Vorbild zu schaffen. Dabei wird eine Förderung aus Mitteln des Bundes angestrebt. Voraussetzung dafür ist eine Mindestlänge von zehn Kilometern, weshalb auch eine Verbindung aus Osnabrück über Wallenhorst hinaus gen Bramsche denkbar wäre.

Wie teuer ist die Einführung des Bus-Schiene-Tarifs? Für die Einführung eines Bus-Schiene-Tarifs im gesamten Stadt- und Landkreisgebiet werden im Nahverkehrsplan Mittel von grob geschätzt mehr als zehn Millionen Euro einkalkuliert. Von Bedeutung ist dieser Tarif, weil es aktuell separate und zudem höchst unterschiedliche Tarife für Bus und Bahn gibt. Ein Bus-Schiene-Tarif soll einen durchgängig gültigen Tarif für Bus und Bahn in Stadt und Landkreis schaffen. Ziel ist es, Bus und Bahn mit einem Fahrausweis nutzbar zu machen, einheitliche Tarifinformationen zu bieten und gleiche Verkaufssysteme für die Fahrausweise zur Verfügung zu stellen.

Wann soll der Bus-Schiene-Tarif eingeführt werden? Da den Betreibern dadurch Fahrgeldeinnahmen fehlen, müssen diese Mittel kompensiert werden, was kostspielig ist. Angestrebt wird die Einführung des Bus-Schiene-Tarifs bis 2021. Ein Gutachter ist damit beauftragt, verschiedene Tarif-Varianten zu entwickeln. Die Machbarkeit von Tarif-Ideen wird geprüft, Nachfragepotenziale und Kosten ermittelt. Die konkrete Höhe der benötigten Mittel und die Finanzierungsanteile für die Beteiligten (Landkreis und Stadt Osnabrück, Landesnahverkehrsgesellschaft, Niedersachsentarif GmbH, Planungsgesellschaft Nahverkeh, VOS-Partner, Westfalentarif GmbH) werden bekannt, wenn die Ergebnisse des Gutachtens vorgestellt werden. Voraussichtlich ist das im zweiten Quartal 2020 der Fall.

Bildtext:
Die bestehende Mobilstation der Stadtwerke in Osnabrück-Düstrup könnte Vorbild für die im Osnabrücker Land geplanten Mobilstationen sein.
Foto:
Stadtwerke Osnabrück/ Uwe Lewandowski

Kommentar
Es besteht dringender Handlungsbedarf

Der öffentliche Nahverkehr stellt für Pendler aktuell keine echte Alternative zum Auto dar. Die Fahrgastzahlen stagnieren seit einigen Jahren, weil das Angebot nicht den Erwartungen entspricht. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

Mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Osnabrück sind Einpendler. Diese Zahl allein zeigt, wie groß das Potenzial ist. Doch die meisten Pendler setzen sich immer noch lieber ins Auto, weil ihr Weg mit Bus, Bahn oder Fahrrad deutlich deutlich länger dauern würde und unkomfortabler wäre.

Deshalb ist es richtig, dass das Fahren mit Bus und Bahn ab voraussichtlich 2021 durch einen einheitlichen Bus-Schiene-Tarif deutlich günstiger und einfacher gestaltet wird. In dem aktuellen Tarifdschungel blickt kaum jemand durch. Es bedarf eines Fahrscheins für Bus und Bahn.

Zudem ist es eine gute Idee, etwa an Bahnhöfen Mobilstationen zu schaffen, die einen schnellen Umstieg auf andere Verkehrsmittel ermöglichen. Die eingeschlagene Richtung stimmt. j.fays@ noz.de
Autor:
Jean-Charles Fays


Anfang der Liste Ende der Liste