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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mehr Bus, weniger Fleisch
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Beirat: Klimaschutz ist zu langsam
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In Osnabrück kommt der Klimaschutz zwar langsam voran, allerdings nicht schnell genug, um die Ziele für 2050 zu erreichen. In seinem Jahresbericht für den Masterplan 100 Prozent Klimaschutz fordert der Beiratsvorsitzende Markus Große Ophoff mehr Anstrengungen für den öffentlichen Nahverkehr und regt an, den Fleischverzehr zu reduzieren.

Dass die vergangenen fünf Jahre die fünf heißesten waren, findet Große Ophoff beunruhigend. Vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt warnte er vor den sogenannten Kippelementen, die zu unkalkulierbaren Folgen für das Weltklima führen könnten. Dass sich die Arktis schneller aufheizt als erwartet, dass aus Regenwäldern Savannen werden und dass Permafrostböden auftauen, sind für ihn Alarmzeichen, die zu konsequenterem Handeln verpflichteten. Deutschland gehöre beim CO2-Ausstoß weltweit immer noch zu den Top Ten. Es sei unverzichtbar, von zehn Tonnen pro Kopf auf die Hälfte herunterzukommen.

Ermutigend findet Große Ophoff aber, dass die Forderung nach mehr Klimaschutz auch in Osnabrück präsenter geworden ist, dass die Elektrobusse auf den Straßen unterwegs sind und dass die Stadt in ihrem Haushaltsplan für 2020 die Investitionen in die CO2-Vermeidung deutlich erhöhen will. Zufrieden erwähnte der Beiratsvorsitzende, dass bei künftigen Ratsentscheidungen die Auswirkungen auf das Klima besser berücksichtigt werden sollen. Auch die Aufnahme von Fridays-for-Future-Vertretern mit Stimmrecht in den Masterplanbeirat sei ein Beitrag, um die kommunalen Anstrengungen zu verstärken.

In Osnabrück überwacht Große Ophoff die Umsetzung des Masterplans, und obwohl seine Worte stets höflich gewählt sind, spricht aus seinem Bericht deutliche Kritik. Zum Ausstiegsplan für die fossilen Energieträger der Stadtwerke habe es leider ein wenig konkretes und ambitioniertes Antwortschreiben″ gegeben, wird da moniert. Für die städtischen Gebäude sei eine Sanierungsstrategie weiter erforderlich, und das bedeute auch den Einsatz von Geld und Personal. Es fehlten aber konkrete Beschlüsse.

Die Ausweitung des kostenfreien Schülerverkehrs komme nicht voran, vermerkt Große Ophoff. Es gelte, mehr Druck zu machen beim Land Niedersachsen. In Arbeit sind nach seinen Worten ambitionierte Klimaschutzziele städtischer Beteiligungsgesellschaften. Bisher hätten sich aber nur die Stadtwerke zurückgemeldet und ein Projekt mit der Hochschule für 2020 angekündigt.

Potenzial für eine Senkung der Treibhausgasemissionen sieht Große Ophoff in einer regionalen, saisonalen und fleischarmen Ernährung. Auch die biologische Landwirtschaft unterstütze die Bemühungen um eine CO2-Reduzierung. Es fehlten aber Projekte zu einer klimafreundlichen Ernährung. Vor allem in Kantinen und in der Gastronomie könnten erhebliche Fortschritte erzielt werden. Deshalb schlägt der Beiratsvorsitzende vor, einen Klima-Friedensteller Osnabrück zu etablieren.

Steffen Grüner, der dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt für den Bund Osnabrücker Bürger (BOB) angehört, kommentierte Große Ophoffs Vorstoß mit den Worten: Weniger Fleisch, ja, aber immer freiwillig!

Bildtext:
Mehr Klimaschutz: Diese Forderung ist auch in Osnabrück präsenter geworden.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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