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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Grenzwert wird erstmals eingehalten
Zwischenüberschrift:
Luft am Schlosswall ist sauberer / Neumarkt bleibt ein Problem
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In diesem Jahr wird der Stickstoffdioxidgrenzwert am Schlosswall wohl erstmals eingehalten. Ein anderes Bild ergibt sich am zweiten Messpunkt in der Stadt: am Neumarkt.

Die Werte am Schlosswall: 38 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Luft (µg/ m³) maß die Messstation am Schlosswall in den Monaten Januar bis November im Mittel, wie aus vorläufigen Zahlen des Lufthygienischen Überwachungssystems hervorgeht. Damit zeichnet sich ab, dass der EU-Jahresmittelgrenzwert erstmals seit Beginn der Messung eingehalten werden könnte.

2006 hatte er noch 61 Mikrogramm betragen, seit 2015 (50 µµg/ m³) sank er kontinuierlich. Die Europäische Union begrenzt ihn auf 40 µg/ m³.

Die Werte am Neumarkt: Am Neuen Graben/ Neumarkt hingegen wird der Jahresmittelgrenzwert auch in diesem Jahr wohl überschritten. Von Januar bis einschließlich Oktober betrug er 45, 3 Mikrogramm 13, 25 Prozent mehr als der erlaubte Grenzwert. Zugleich ist das der beste Wert der vergangenen Jahre: 2016 und 2017 lag der gemessene Jahresmittelwert bei 48 Mikrogramm, 2018 bei 50.

Der Schlosswall befinde sich auf einem guten Wege, was leider nicht für den Neumarkt gelte, sagt Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz. Ein Grund für den weiterhin zu hohen Wert am Neumarkt sei die ausgebliebene Sperrung für den motorisierten Individualverkehr. Zudem werde die Elektrifizierung der Busflotte erst im letzten Quartal 2020 fortgesetzt. Bis dahin werde eine weitere Überschreitung des Grenzwerts kaum zu vermeiden sein, meint Gerdts.

Die Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim zeigt sich zufrieden. Da bis heute noch keine Maßnahmen des Luftreinhalte- und Aktionsplans der Stadt umgesetzt sind, die diesen Bereich betreffen, ist die positive Entwicklung vor allem auf die fortschreitende Erneuerung des Fahrzeugbestands zurückzuführen″, wird IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf in einer Mitteilung zitiert. Dies dürfte sich auch an den anderen NO2-Hotspots wie dem Neumarkt bemerkbar machen″, so Graf weiter.

Mit Klage gedroht

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte der Stadt mit einer Klage gedroht, sollte sie nicht kurzfristig etwas gegen das Luftproblem unternehmen. Richten soll es unter anderem ein umweltsensitives Verkehrsmanagement. Aus der sogenannten VW-Strafmilliarde erhielt die Stadt gerade erst 3, 4 Millionen Euro aus Hannover. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Rat der Stadt die Anschaffung dieses intelligenten Ampelsystems beschlossen, um die Luftqualität zu verbessern. Ein Teil des Geldes fließt nun in dieses System, aber auch in den Radschnellweg Osnabrück–Belm. Zudem will die Stadt private Lastenräder fördern, um mehr Lasten aufs Rad zu bekommen.

Seit 2010 muss Osnabrück den Grenzwert beim Stickstoffdioxid einhalten. Allerdings bekam die Stadt von der EU, wie viele andere Kommunen auch, Aufschub bis Ende 2015.

Doch auch in den Folgejahren ist der Grenzwert an beiden Messpunkten in der Stadt teils deutlich überschritten worden. Anwohner und Umweltverbände können die Stadt daher verklagen.

Bildtext:
Am Schlosswall steht eine Station zur Messung der Luftqualität.
Archivfoto:
Michael Gründel

Kommentar
Nicht ausruhen

Mit 50 Mikrogramm ist der Grenzwert beim Stickstoffdioxid im Jahr 2015 am Schlosswall noch um 25 Prozent überschritten worden. 2006 hatte er sogar 61 Mikrogramm betragen. Es ist eine gute Nachricht, dass der Grenzwert nun wohl erstmals eingehalten wird insbesondere für die Anwohner, die das giftige Gas tagtäglich einatmen müssen.

Ausruhen darf sich die Stadt nun aber nicht. 2021 kann es schon wieder anders aussehen, und zudem darf der Grenzwert nirgends überschritten werden auch nicht am Neumarkt, wo nur wenige Menschen wohnen. Wenn die Stadt das Problem nicht durch die gerichtlich untersagte Sperrung in den Griff bekommen kann, muss sie auf andere Maßnahmen setzen. Das moderne Ampelsystem kann nur ein Baustein sein.

Die Stadt hatte sich das Ziel gesetzt, den Grenzwert bis spätestens 2022 überall einzuhalten. Damit verstößt sie weiterhin gegen EU-Recht. Immerhin: Eine Klage der Umwelthilfe muss sie aktuell wohl nicht fürchten.

j.sanders@ noz.de
Autor:
Jörg Sanders


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