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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kinder am ältesten Ort der Stadt
Zwischenüberschrift:
Spannende Einblicke bei der Adventstürchen-Aktion im Dom
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Geich an mehrere besondere Orte, zu denen Besucher normalerweise keinen Zutritt haben, sind die Mädchen und Jungen bei der Führung durch den Dom vorgedrungen, die am Dienstag bei der Adventstürchen-Aktion unserer Redaktion auf dem Programm stand. An dem erlebnisreichen Nachmittag, den Jessica Löscher vom Diözesanmuseum organisiert hatte, ging es zunächst mit Diözesankirchenmusikdirektor Martin Tigges auf die Orgelempore, und den Kindern wurde eine exklusive Vorführung des imposanten Instruments geboten.

Danach durften die Mädchen und Jungen mit der Archäologin Ellinor Fischer in den lange verschollenen Stollen unter dem Altar klettern, in dem sich einige der ältesten Mauerreste des Doms und der ganzen Stadt befinden. Wie Fischer erklärte, die diesmal ihre 4-jährige Tochter Ricarda mitgebracht hatte, wurde der nur etwa 1, 50 Meter hohe und fünf Meter lang Gang in der Zeit um 1030/ 1040 angelegt. Er befindet sich in etwa zwei Meter Tiefe unter dem Boden des Doms und kann nur durch eine Tür in der Rückseite des Altars betreten werden.

Damit wurde für die Adventstürchen-Kinder wieder eine ganz besondere Ausnahme gemacht: Sonst werden nämlich so gut wie nie Besucher in diesen Raum vorgelassen. Über den Gang ist nicht viel bekannt: Wie Fischer erklärte, waren darin früher wertvolle Reliquien also Überreste von Heiligen eingelagert und konnten von Gläubigen besichtigt werden. Bekannt ist weiter, dass die Armknochen der Märtyrer Crispin und Crispinian, die bis heute zum Domschatz gehören, dort den Brand des Doms im Jahr 1100 überstanden haben. Später wurde der Eingang zugeschüttet, und der Gang geriet in Vergessenheit, bis er vor etwa 150 Jahren zufällig wiederentdeckt wurde.

Als Fischer berichtete, dass sich im Erdreich direkt hinter dem Gang das Grab eines Bischofs befindet, fanden es die Kinder etwas gruselig, dass sich in ihrer Nähe ein Skelett befand. Das möchte ich aber nicht so gerne sehen″, meine Lisbeth (7), die ihren älteren Bruder bei der Führung begleiten durfte. Als zum Abschluss noch alle einen Blick auf das maßstabsgetreue Foto einer ganz ähnlichen Bischofsgrabstelle warfen, das im Diözesanmuseum in den Boden eingelassen ist, fanden Lisbeth und die anderen Mädchen und Jungen die Vorstellung aber gar nicht mehr erschreckend.

Diözesankirchenmusikdirektor Martin Tigges bereitete den Mädchen und Jungen einen besonderen Empfang: Als sie zu Beginn ihrer Führung den Dom betraten, spielte er zu ihrer Begrüßung das gewaltig klingende Orgelstück Festival Finale″ zahlreiche Besucher, die sich zu diesem Zeitpunkt im Dom befanden, waren davon so begeistert, dass sie spontan applaudierten.

Tigges stellte den Kindern zunächst Flöten und Orgelpfeifen vor und erklärte, wie darin Töne entstehen. Nachdem sie einige der Instrumente und Klangkörper ausprobiert hatten, ging es auf die Orgelempore, und Tigges zeigte ihnen das Instrument, in dem 3650 Pfeifen in einer Größe zwischen etwa zehn Zentimetern und fünf Metern stecken.

Als er die drei Tastenmanuale sah, meinte Linus (8), dass die Orgel sozusagen ein Mega-Klavier″ sei. Tigges fand diese Beschreibung in Ordnung.

Bildtext:
Besondere Einblicke: Jessica Löscher vom Diözesanmuseum hatte die Adventstürchen-Aktion im Dom organisiert.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Jens Lindel


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