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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Tempo-30-Teststrecke gefällt nicht jedem
Zwischenüberschrift:
Rad- und Autolobbyisten sind sich ausnahmsweise mal einig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück 2021 startet der Modellversuch: Dann soll auf einem Teil der Iburger Straße eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde gelten. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Osnabrück und der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) Weser-Ems kritisieren die Tempo-30-Teststrecke.

Der Versuch sei zu kurz gedacht″, sagt der Vorsitzende des ADFC Osnabrück, Uwe Schmidt. Zwar begrüßt er jede Maßnahme, die das Radfahren in Osnabrück sicherer macht. Zudem sei es grundsätzlich begrüßenswert, die Geschwindigkeit der Autos der der Fahrradfahrer anzupassen. Doch die für den Modellversuch geplante Strecke sei schlicht zu kurz und falsch gewählt.

Das Tempolimit soll auf einem etwa einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Rosenplatz und Pattbrede gelten. Dies ist Teil eines Modellprojektes des Landes Niedersachsen. In der Kategorie Großstädte fiel die Wahl neben der Iburger Straße in Osnabrück auch auf die Königsallee in Göttingen. Georgsmarienhütte kam in die engere Auswahl der Kommunen. Die Stadt hätte das Tempolimit gerne auf der Klöcknerstraße (Oesede) und der Sutthauser Straße (Holzhausen) getestet, bekam aber letztlich nicht den Zuschlag.

Durch das Modellprojekt wollen wir herausfinden, wie sich Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen innerorts im Vergleich zu Tempo 50 auf den CO2-Ausstoß, die Entwicklung des Verkehrslärms und die Verkehrssicherheit sowie auf den Verkehrsablauf auswirkt″, sagt Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). Das Verkehrsministerium möchte auch feststellen, wie sich eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit auf den Fuß-, Rad-, und Busverkehr auswirkt und wie die Vekehrsteilnehmer sie annehmen.

Warum nicht der Wall?

ADFC-Vorsitzender Uwe Schmidt hätte sich einen längeren Abschnitt zwischen der Autobahnauffahrt Osnabrück-Nahne und dem Rosenplatz gewünscht, sagt er auf Nachfrage unserer Redaktion. Zudem herrsche auf dem gewählten Abschnitt viel Stop-and-go-Verkehr″, sodass sich die Luftqualität dort durch eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit nicht sonderlich verbessere.

Die Lage auf dem Wallring sei viel dramatischer″. Deshalb wäre es sinnvoller, eine Tempo-30-Zone auf dem kompletten Wallring einzuführen, so Schmidt. Im Rat wird man sich darüber Gedanken machen müssen″, sagt er. Um das Radfahren in Osnabrück sicherer zu machen, genüge es aber nicht, nur Tempo-30-Zonen einzuführen. Die Fahrradwege müssten klar von den Autofahrbahnen abgegrenzt werden. Dies sei etwa durch Mittelhochbord-Radwege″ möglich, die es in Kopenhagen gebe.

Auch die Osnabrücker Grünen halten die Teststrecke für zu kurz. Fraktionschef Volker Bajus begrüßte in einer Stellungnahme zwar den Testlauf, hätte aber dem Wallabschnitt zwischen Martinistraße und Johannistorwall den Vorzug gegeben.

Nils Linge, Sprecher des ADAC Weser-Ems, hält eine flächendeckende Tempo-30-Höchstgeschwindigkeit in Städten für nicht zielführend und stellt die Teststrecke auf der Iburger Straße infrage. Sie sei nicht nur zu kurz. Er ist sich auch sicher, dass der Verkehrslärm und der Schadstoffausstoß durch das Tempolimit nicht geringer würden. Denn die Autos führen bei einem Tempolimit von 30 in niedrigeren Gängen. Dadurch seien sie lauter und verbrauchten mehr Treibstoff. Linge sagt: In Wohnstraßen sind 30er-Zonen sinnvoll″

Vor Schulen, Kindergärten und Altenheimen könnte ein Tempo-30-Limit Kinder und ältere Menschen schützen. Für Städte seien auf den Hauptverkehrsadern aber 50er-Zonen notwendig, um den Verkehr schneller aus der Stadt herauszuführen. Doch Tempo 50 erreichen die Autofahrer auf der Iburger Straße ohnehin kaum, glaubt Willi Plengemeyer, Geschäftsführer von Radel Bluschke an der Iburger Straße. Er sagt: Schneller als Tempo 30 kann man hier sowieso nicht fahren. Es sei denn, es ist tiefste Nacht.″

Trotzdem unterstützt er die Teststrecke. Als Radfahrer ist es wirklich gefährlich, hier zu fahren″, sagt Plengemeyer mit Blick auf den Radweg, der zwischen dem Parkstreifen und der Fahrbahn entlangführt. Er schlägt vor, eine Spur nur für Busse und Rdfahrer auf der Iburger Straße einzuführen. Denn der Radverkehr werde weiter zunehmen.

Bildtext:
Runter vom Gas auf der Iburger Straße. Zwischen Rosenplatz und Badbreede wird testweise Tempo 30 eingeführt.
Ursprünglich wollte die Stadt Tempo 30 auch auf der Martinistraße und einem Abschnitt des Wallrings testen. In die Auswahl kommt aber nur die Iburger Straße.
Foto:
Michael Gründel
Grafik:
NOZ
Autor:
Friedrich Niemeyer


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