User Online: 1 | Timeout: 19:48Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Drei Millionen Euro für neues Fahrradparkhaus
Zwischenüberschrift:
Mehr als 2000 Stellplätze am Hauptbahnhof geplant
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Osnabrück schickt sich an, in die Erste Liga der Fahrradstädte vorzustoßen. Am Bahnhof soll bis Herbst 2021 das zweitgrößte Rad-Parkhaus Deutschlands entstehen. Spitze″, sagte Grünen-Ratsherr Michael Kopatz jetzt bei der Vorstellung der Pläne im Stadtentwicklungsausschuss.

Münster hat mit dem Parkhaus für 3500 Velos am Hauptbahnhof bundesweit Maßstäbe gesetzt. Osnabrück will mit dem Umbau des Untergeschosses der Bahnhofsgarage nachziehen und sicheren Raum für 2265 Fahrräder schaffen. Wir haben uns Münster sehr genau angeguckt und können von den Erfahrungen dort profitieren″, sagte Heike Stumberg, Fachbereichsleiterin Verkehrsplanung bei der Stadt, die die Pläne im Ausschuss vorstellte. Eine Erfahrung aus Münster ist: Der Service ist wichtig.

Personal und Öffnungszeiten: Die Radstation im Keller der Bahnhofsgarage soll täglich von 5.30 bis 23 Uhr und am Wochenende von 7 bis 23 Uhr mit Personal besetzt sein. Die Nutzer sollen sich so auch in den Abendstunden sicher fühlen und im Bedarfsfall einen Ansprechpartner vor Ort finden. Zählungen in der jetzigen Radstation hätten ergeben, dass montags bis freitags lediglich im Schnitt drei bis vier Kunden den Nacht-Zugang nutzten, alle in der Zeit kurz vor 6 Uhr. Die Zeiten sind aber nicht in Stein gemeißelt, wie Stumberg betonte, sondern sollen sich den Zugfahrplänen anpassen. In einem zweiten Schritt soll ein technisches System installiert werden, das Nutzern auch außerhalb der Öffnungszeiten den Zugang ermöglicht.

Reservierte Stellplätze: Die Erfahrungen aus Münster lehren, dass ein Teil der Radfahrer gern einen festen Stellplatz für sein Zweirad hat. Deshalb wird es eine Vip-Zone mit 270 reservierbaren Stellplätzen geben, die etwas teurer sein sollen als normale Tickets.

Meisterwerkstatt: Ein Schnelldienst für Reparaturen soll den Kunden die Gewissheit geben, dass ihr Rad im Notfall repariert werden kann – „ nach dem Motto: morgens gebracht, abends gemacht″, wie es in der Vorlage der Verwaltung heißt. Das sei vor allem für Berufspendler wichtig. Dazu ist es erforderlich, im Empfangsbereich eine Fahrradwerkstatt mit mindestens zwei Werkstatt-Arbeitsplätzen, einer Ladeneinrichtung und einem Warenlager vorzusehen.

Radverleih: Die Fahrradvermietung der bisherigen Radstation soll weiter ausgebaut werden. Mit einer breiten Flotte an nicht motorisierten Fahrrädern, E-Fahrrädern, Tandems und Kinderfahrrädern entstehe ein zusätzliches, qualifiziertes Angebot für radaffine Touristen, das sich auch touristische Anbieter in der Region zunutze machen könnten. Die Fahrradvermietung gebe den Dauerkunden auch die Sicherheit, mobil zu sein, falls das eigene Fahrrad vorübergehend nicht verfügbar sei.

Schließfächer: Kunden sollen Gepäck oder Kleidung in Schließfächern sicher verwahren können. Zugleich sollen sie dort Anschlüsse zum Laden von E-Bike-Akkus vorfinden.

Gebühren: Was die Radfahrer fürs Abstellen ihrer Velos zahlen müssen, ist noch nicht klar. In Münster kostet das Tagesticket 80 Cent. Dauerparker zahlen pro Jahr 80 Euro, mit reserviertem Stellplatz im Vip-Bereich 100 Euro.

Die Kosten für den Umbau der Bahnhofsgarage werden auf 3, 2 Millionen Euro geschätzt. Die Stadt hofft auf eine Fördersumme von insgesamt 2, 4 Millionen Euro aus einem Programm der Nachverkehrsgesellschaft Niedersachsen und einem Topf des Bundesumweltministeriums. Im ersten Quartal 2020 soll über beide Förderanträge entschieden werden. Die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) ist bereit, 800 000 Euro beizusteuern.

Wer das künftige Radparkhaus betreiben wird, ist noch unklar. Die Arbeitslosenselbsthilfe (ASH), die die derzeitige Radstation in der ehemaligen Expressguthalle am Hauptbahnhof führt, ist sehr interessiert, die Arbeit fortzusetzen. Sprecher aller Fraktionen äußerten dafür grundsätzlich Sympathie, doch ist die Stadt gesetzlich gezwungen, den Betrieb öffentlich auszuschreiben.

Damit Radfahrer die neue Tiefgarage sicher erreichen können, ist ein Radweg auf dem Bahnhofsvorplatz geplant. Er soll über die heutige Radabstellfläche geführt werden, was zu einem Verlust von fast der Hälfte der heutigen Abstellbügel führen würde. Jens Meier, hinzugewähltes Ausschussmitglied, hält das für kritisch. Der Bedarf an Stellplätzen werde weiter wachsen. Stadtbaurat Frank Otte sagte, die gute Erreichbarkeit habe Vorrang. Außerdem gerieten die Zuschüsse in Gefahr, wenn die Stadt auf dem Platz zu viele Stellplätze bereithalte.

Für FDP-Ratsherr Oliver Hasskamp greift das Konzept zu kurz: Das ist kein großer Wurf, sondern Standard″, sagte er. Ihm ist vor allem wichtig, dass Kunden ihr Rad rund um die Uhr abstellen oder holen können. Trotzdem stimmte der Ausschuss geschlossen dafür, 100 000 Euro für die weitere Detailplanung zur Verfügung zu stellen. Fließen die erhofften Fördersummen, könnte das Radparkhaus im Herbst 2021 in Betrieb gehen.

Es droht allerdings ein Lücke: Die Mietvertrag für die heutige Radstation läuft Ende 2020 aus. Die OPG verhandelt derzeit mit dem Vermieter, um einen nahtlosen Übergang zu erreichen.

Bildtext:
Am Osnabrücker Hauptbahnhof soll das zweitgrößte Fahrradparkhaus Deutschlands entstehen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


Anfang der Liste Ende der Liste