User Online: 1 | Timeout: 17:49Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Para-Klinik zieht um in die Innenstadt
 
MHO holt die Para-Klinik ins Haus
Zwischenüberschrift:
Was die Krankenhaus-Übernahme für Mitarbeiter und Patienten bedeutet
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Paracelsus-Klinik wird ab Januar einen neuen Namen tragen und nur noch fünf bis sechs Jahre″ am heutigen Standort am Natruper Holz bleiben. Nach Fertigstellung eines schon länger geplanten Neubaus am Marienhospital werde die Para-Klinik in der Innenstadt baulich und funktional vollkommen integriert″. Das teilten gestern der Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken, Werner Lullmann, und der Chef des Paracelsus-Konzerns, Martin Seibert, in einer Pressekonferenz mit. Zuvor waren die Mitarbeiter beider Häuser in Betriebsversammlungen über den Verkauf des Para-Stammhauses an den christlichen Krankenhaus-Verbund informiert worden. Über den Kaufpreis schweigen sich alle aus. Was der Kauf für die Mitarbeiter und Patienten bedeutet, lesen Sie im Lokalteil.

Osnabrück Die Niels-Stensen-Kliniken haben die Paracelsus-Klinik gekauft. Warum? Was haben die Patienten davon? Und sind die Arbeitsplätze sicher? Fragen, auf die die Chefs beider Klinik-Konzerne am Mittwoch Antworten gaben.

Was wird aus der Paracelsus-Klinik am Natruper Holz? Das Krankenhaus bleibt für einen Übergangszeitraum von fünf bis sechs Jahren erhalten. Danach ist ein Umzug in einen Neubau am Marienhospital geplant. Einen Entwurf für den Neubau gibt es, er muss jetzt im Raumkonzept angepasst werden, wie der Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken, Werner Lullmann, sagte. Das Krankenhaus am Natruper Holz soll als Gesundheitsstandort mit ambulanten Angeboten erhalten bleiben. Das Bettenhaus wird nach dem Umzug nicht mehr gebraucht. Was damit geschehen wird, ist unklar. Haben Sie eine Idee?″, fragte Lullmann bei der Pressekonferenz in die Runde.

Wenn das Kartellamt zustimmt (was zu erwarten ist), wird die Para-Klinik zum 1. Januar 2020 in den Besitz der Niels-Stensen-Gruppe übergehen. Der Name Paracelsus verschwindet dann. Das Krankenhaus wird künftig heißen: Niels-Stensen-Klinik am Natruper Holz″.

Was ändert sich für die Patienten? Beide Seiten versprechen, dass die Integration der Para-Klinik in den Niels-Stensen-Verbund die medizinische Versorgung verbessern wird. Wir werden damit in einem schwieriegen wirtschaftlichen Umfeld Gutes erreichen für die Patienten″, sagte der Ärztliche Direktor der Stensen-Kl niken, Jörg Heckmann.

Die medizinischen Abteilungen von Para-Klinik und Marienhospital werden schrittweise zusammengeführt. Die Chirurgie, Innere Medizin, Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sind bisher an beiden Standorten vertreten und werden fusioniert.

Die Neurochirurgie und Neurologie werden ihre Zusammenarbeit verstärken. In der Neurologie wird die Notfall- und Schlaganfallversorgung am Marienhospital konzentriert, der Standort Natruper Holz übernimmt die sogenannten elektiven Fälle, das sind die planbaren Eingriffe.

In der Orthopädie werden die Abteilungen der Para-Klinik und des Franziskus-Hospitals Harderberg erhalten bleiben und ihr Angebot aufeinander abstimmen. Die Paracelsus-Klinik bringt mit der Urologie eine Fachrichtung ein, für die die Niels-Stensen-Gruppe bisher keinen Versorgungsauftrag hatte.

An diesem Donnerstag beginnen Gespräche mit allen Chefärzten beider Häuser, wie Lullmann sagte. Bis Ostern soll das medizinische Konzept stehen und im Sommer umgesetzt werden.

Warum verkauft der Paraceslsus-Konzern überhaupt sein Stammhaus? Der Standort Osnabrück ist seit vielen Jahren defizitär und hätte langfristig keine wirtschaftliche Überlebenschance, wie Konzern-Chef Martin Seibert in der Pressekonferenz einräumte. Der Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt in der Region Osnabrück sei außerordentlich anspruchsvoll″. Mit dem Verkauf ist der Para-Konzern einen großen Verlustbringer los. Auch seine Verwaltungszentrale an der Sedanstraße hat der Konzern in diesem Jahr verkauft, und zwar an die Stadt. Der Sitz der Para-Gruppe werde aber bis auf weiteres Osnabrück bleiben, versicherte Seibert.

Warum bekam der Krankenhaus-Verbund des katholischen Bistums den Zuschlag? Man habe vorurteilsfrei, kreativ und ohne Denkverbote″ alle Varianten durchgespielt, sagte Seibert. Zunächst hatte Paracelsus mit dem Klinikum Osnabrück verhandelt. Vor einem Jahr schien der Weg für eine Kooperation mit der kommunalen Krankenhaus-Gesellschaft geebnet, doch dann scheiterte der Deal am Kaufpreis.

Über den Preis, den die Niels-Stensen-Kliniken zahlen, wollten die Geschäftsführer am Mittwoch nicht sprechen. Am Preis hat es aber nicht gelegen″, sagte Seibert. Wenn Paracelsus möglichst viel Geld hätte haben wollen, hätte man einen anderen Partner wählen müssen″, ergänzte Lullmann. Es seien viele kleine Punkte gewesen, die für den Niels-Stensen-Verbund gesprochen hätten, so Seibert. Wir haben uns für das Optimum der zukünftigen medizinischen Versorgung entschieden und wollten auch unseren Mitarbeitern eine sichere Zukunft bieten.″ Lullmann betonte, die Versorgungsaufträge der Häuser ergänzten sich hervorragend und böten Chance für Synergien und Spezialisierungen.

Sind Arbeitsplätze in Gefahr? Nein. Lullmann schoss einen Stellenabbau aus. Alle Beschäftigungsverhältnisse werden im Besitzstand fortgeführt″, so Lullmann. Die Para-Mitarbeiter kämen nun auch in den Genuss einer zusätzlichen Altersversorgung.

Was sind die nächsten Schritte? Als Erstes wollen die beiden Häuser die Digitalisierung voranbringen. So sollen interne Prozesse beschleunigt und der digitale Austausch mit niedergelassenen Ärzten ausgeweitet werden, wie Bernd Runde, stellvertretender Geschäftsführer der Niels-Stensen-Gruppe, erklärte. Wichtig sei darüber hinaus der Ausbau der Telemedizin, um auch ländliche Bereiche an die Schwerpunktversorger anzukoppeln.

Wann kommt der Neubau am Marienhospital? Im Frühjahr hat das MHO einen Entwurf des Architektenbüros BKSP aus Hannover vorgelegt. Die Kosten für den fünfstelligen Komplex an der Bischofsstraße werden auf eine hohe zweistellige Millionensumme geschätzt. Wenn der Planungsausschuss des Landes zustimmt, soll der Neubau 2022 in Angriff genommen werden.

Bildtexte:
Der neue Eingang des Marienhospitals in der Innenstadt. Hier sollen die die Abteilungen der Paracelsus-Kliniken in einigen Jahren untergebracht werden.
Martin Seibert
Werner Lullmann
Grafik:
BKSP
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


Anfang der Liste Ende der Liste