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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bistum übernimmt Paracelsus-Klinik
Zwischenüberschrift:
Zwei Jahre nach der Insolvenz der Kette wird Stammhaus in Osnabrück verkauft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Tiefer Eingriff in die Osnabrücker Krankenhaus-Struktur: Die kirchliche Niels-Stensen-Kliniken GmbH kauft das Stammhaus des Paracelsus-Konzerns. Die Verträge sind nach Informationen unserer Redaktion gestern unterzeichnet worden.

Eine Bestätigung für das mutmaßlich größte Klinikgeschäft in der Osnabrücker Geschichte gab es am Dienstag nicht. Sowohl die Geschäftsführung der Niels-Stensen-Gruppe wie auch die Spitze des Paracelsus-Konzerns wollten keine Stellungnahme abgeben. Beide Seiten verwiesen darauf, zunächst die Mitarbeiter informieren zu wollen. Das soll heute geschehen. Für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz geplant.

Die Niels-Stensen-Kliniken hatten schon im vergangenen Jahr ihr Interesse am Para-Stammhaus signalisiert. Gleichzeitig verhandelte aber der Paracelsus-Konzern mit der Stadt Osnabrück über eine Kooperation. Als sich eine Einigung zwischen der kommunalen Klinikum GmbH und dem Paracelsus-Konzern abzeichnete, stieg der Niels-Stensen-Verbund aus den Verhandlungen aus, ließ den Gesprächsfaden aber nicht abreißen.

Die Niels-Stensen-Kliniken GmbH gehört zu je 41 Prozent dem Bistum Osnabrück und dem St. Georgsstift in Thuine. Weitere Gesellschafter sind das Christliche Gesundheitszentrum Melle (11 Prozent) und die Katholische Kirchengemeinde Ankum (7 Prozent).

Sie betreibt neun Krankenhäuser in der Region Osnabrück-Emsland, darunter das Marienhospital Osnabrück (MHO) und das Franziskus-Hospital Harderberg, außerdem drei Pflegeheime, ein Hospiz und ein Bildungszentrum. Unter dem Dach der Niels-Stensen-Gruppe arbeiten rund 6000 Menschen.

Die Paracelsus-Klinik am Natruper Holz ist das Stammhaus des Paracelsus-Konzerns und zugleich dessen Sorgenkind. Das Haus erwirtschaftete vor der Insolvenz des Konzerns 2017 das größte Defizit unter den damals 40 Einrichtungen der Gruppe. Der Paracelsus-Konzern stellte Ende 2017 Insolvenzantrag in Eigenregie. Im August übernahm die Porterhouse Group aus der Schweiz den Klinik-Konzern mit etwa 5200 Mitarbeitern.

Vor genau einem Jahr hatte sich eine ganz andere Entwicklung abgezeichnet: Das städtische Klinikum und die Paracelsus-Gruppe verkündeten, 2019 eine gemeinsame Gesellschaft gründen zu wollen, die das Stammhaus übernehmen sollte. Der Eigner der Para-Gruppe, Felix Happel, und die Klinikum GmbH sollten sich mit jeweils 50 Prozent beteiligen. Der Plan scheiterte aber am Geld. Im März beendete die Para-Geschäftsführung die Gespräche. Der neue Eigentümer des Para-Konzerns verordnete dem Stammhaus eine Kur der kleinen Schritte. 30 von 330 Vollzeitstellen wurden im Krankenhaus, 20 von 80 Stellen in der Konzernzentrale abgebaut.

Bildtext:
In neuen Händen: Gestern ist der Kaufvertrag für die Paracelsus-Klinik unterzeichnet worden.
Foto:
Gert Westdörp

Kommentar
Der Kauf ist gut für die Gesundheitsregion

Im zweiten Anlauf soll es nun klappen mit der Bereinigung der regionalen Klinik-Landschaft. Vor einem Jahr, als das Klinikum meldete, mit dem Nachbarn vom Natruper Holz gemeinsame Sache machen zu wollen, verhieß die Nachricht viel Gutes: Die Zusammenführung würde ungesunde Konkurrenz beenden, die Arbeitsplätze sichern und die medizinische Versorgung für die Patienten verbessern. Das Projekt scheiterte. Leider. Es kommt nun in anderer Konstellation wieder.

Die wirtschaftliche Lage des Paracelsus-Stammhauses war und ist angespannt. Das Management verbreitete zwar nach dem Ende der Verhandlungen mit dem Klinikum Aufbruchstimmung und Optimismus. Doch überzeugend klang das nicht, und es zeichnete sich ab, dass die Para-Spitze weiter nach einem Partner Ausschau halten würde. Dass mit den Niels-Stensen-Kliniken jetzt ein regionales und nicht auf Profitmaximierung ausgerichtetes Unternehmen zum Zuge gekommen ist, ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiter und Patienten. Und es ist eine gute Nachricht für die Gesundheitsregion. Denn wenn Niels Stensen und die Para-Klinik sich nun neu sortieren und ihre Stärken bündeln, dürfte auch das Klinikum einbezogen werden. Statt Konkurrenz eine bessere Arbeitsteilung was die wirtschaftliche Basis und medizinische Kompetenz aller Häuser stärkt. Alles zum Wohle der Patienten.

w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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