User Online: 3 | Timeout: 01:15Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Slogan mit dem Glück ist zurück
 
Auf ein Neues: Die Glückskampagne rollt an
Zwischenüberschrift:
T-Shirts, Turnbeutel und Pullover mit Slogan ab heute erhältlich / Wie lief das vor 16 Jahren?
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Ich komm′ zum Glück aus Osnabrück″ dieser Slogan könnte Bürgern in und um die Hasestadt demnächst auf T-Shirts, Taschen oder Pullovern begegnen. Ab heute macht die Stadt nämlich ernst mit der Wiederbelebung der erstmals im Jahr 2003 ins Leben gerufenen Imagekampagne und bietet ab heute entsprechende Produkte an.

Hinter der Neuauflage der 16 Jahre alten Aktion steckt aber mehr als nur ein Marketing-Gag: Vielmehr ist mit dem Slogan auch ein abwechslungsreiches Stück Osnabrücker Stadtgeschichte verbunden, in dem der Fernsehsender Sat1, Radarkontrollen, die Zeitschrift Stern″, Trittbrettfahrer, Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, ein Model auf der Pariser Modenschau und nicht zuletzt ein Flugzeug über Münster ihren Platz finden.

Osnabrück Die Hoodies, T-Shirts, Turnbeutel und Tragetaschen mit dem Slogan Ich komm′ zum Glück aus Osnabrück″ sind ab Mittwoch, 20. November, in der Osnabrücker Tourist-Information, Bierstraße 22, erhältlich. Das teilt die Stadtverwaltung mit.

Auch auf dem Weihnachtsmarkt sind die Produkte vom 25. November bis 28. November in der Wechselstube käuflich zu erwerben. Stadt und OMT (Osnabrück Marketing und Tourismus) hatten in der vergangenen Woche angekündigt, die Glücks-Kampagne aus dem Jahr 2003 wiederbeleben zu wollen.

Um den optischen Bezug zur Kampagne aus dem Jahr 2003 zu erhalten, sei die grafische Gestaltung lediglich angepasst worden, heißt es weiter. Die Kollektion ist zunächst in der Farbe Schwarz erhältlich. Sollten die Produkte gut angenommen werden, lässt die Stadt verkünden, könnten auch noch weitere Farbvarianten produziert werden.

Rückblick auf 2003

Mit dem Slogan Ich komm′ zum Glück aus Osnabrück″ machte die Stadt bereits 2003 Schlagzeilen. Bereits kurz zuvor stand die Hasestadt damals im Fokus der bundesdeutschen Aufmerksamkeit. Zunächst wurde sie in einem TV-Beitrag auf dem Sender Sat1 als autofeindlichste Stadt Deutschlands″ gebrandmarkt. Im Fokus der etwas einseitig geratenen Berichterstattung standen die vergleichsweise zahlreichen Blitzer.

Doch schon einen Tag später sollte sich marketingtechnisch das Blatt wenden. Das Magazin Stern″ hatte gemeinsam mit T-Online, dem ZDF und der Unternehmensberatung McKinsey in seiner repräsentativen Umfrage Perspektive Deutschland″ festgestellt, dass in Osnabrück die zufriedensten Deutschen leben. Nicht weniger als 87 Prozent der Osnabrücker meinten damals, dass es sich in ihrer Stadt und der Region gut oder sehr gut leben lässt.

Einige Wochen später lief die Marketingmaschinerie in der Hasestadt auf Hochtouren: Während der Maiwoche 2003 stattete die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) die Mitarbeiter in den Buden mit roten T-Shirts aus, die schnell zum Statussymbol für eingefleischte Osnabrücker werden sollten. Ich komm′ zum Glück aus Osnabrück″ prangte es von der Brust ein, wie sich herausstellen sollte, äußerst erfolgreicher Slogan war geboren.

Es folgten Aufkleber für Autos, Ansteckpins, Postkarten und weitere Werbemittel, die das Glücklichsein der Osnabrücker verkündeten.

Zuerst an der Bremer Straße schwang Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip persönlich die Kleisterbürste und plakatierte eine Plakatwand mit dem Motiv in Rot und Weiß. Über Osnabrücks Nachbarstadt Münster, abgeschlagen auf dem 28. Platz gelandet, flog in den Tagen darauf ein Flugzeug mit der markigen Botschaft im Schlepptau: Osnabrück die Glückshauptstadt″.

Wirtschaftsunternehmen aus Stadt und Landkreis sprangen auf den Zug auf und schalteten großflächige Werbeanzeigen unter anderem im Stern″, in denen sie für die Region warben. Und auch die Neue Osnabrücker Zeitung″ beteiligte sich mit einer Sonderveröffentlichung über glückliche Menschen und Unternehmen aus dem Osnabrücker Land.

Das Ergebnis zog weiter Kreise: Überliefert ist, dass Altbundespräsident Richard von Weizsäcker bei einem vom gebürtigen Osnabrücker Hartwig Piepenbrock ausgerichteten Abendessen auf die Studie zu sprechen kam. Wir bewundern die Eigeninitiative und Leistungsfähigkeit der Osnabrücker und sind froh und dankbar, wenn sie davon etwas nach Berlin abgeben!

Einige Wochen später sprangen auch einige Umland-Gemeinden aus dem Landkreis auf den Zug auf. Während der Landkreis sich den Slogan der Stadt frei nach dem Motto Jeder will sein Stück vom Glück″ noch zu eigen machte („ Ich komm′ zum Glück aus dem Landkreis Osnabrück″), manifestierte sich das Nebeneinander in der Region beispielsweise im Werbeauftritt der Stadt Georgsmarienhütte: Zum Glück neben Osnabrück″ hieß es damals in der Hüttenstadt.

Übrigens: Zwar war die Stadt, marketingtechnisch gesehen, schneller als der Landkreis. Zur ganzen Wahrheit gehört jedoch, dass das Ergebnis der Umfrage nicht allein den Stadtbewohnern Glück bescheinigte. Vielmehr basierte das Ergebnis auf Umfragewerten aus Stadt und Landkreis Osnabrück.

Wirkung nach innen

Letztlich, da waren sich viele Fachleute einig, erzielte die Kampagne die größte Wirkung nach innen. Es war vor allem das Bewusstsein der Menschen in Stadt und Landkreis, das die Botschaft annahm: Wir sind glücklich. Außerhalb der Region beschränkte sich die Wahrnehmung jedoch auf das Medienecho kurz nach der Veröffentlichung der Studie.

Ein Jahr später setzten die Initiatoren von Perspektive Deutschland″ ihre Studie neu auf: Osnabrück konnte seinen Titel nicht verteidigen, sondern landete auf dem vierten Platz. Der Sieger: die Region Starnberg/ Landsberg/ Lech.

Langsam, aber sicher versank die Kampagne mehr und mehr in der Versenkung, bis sie vor knapp drei Jahren ein unverhofftes, kleines Comeback feierte: Auf einer Modenschau des Labels Vetements in Paris tauchte ein Model mit einem dunkelgrünen Sweater und dem Claim Ich komm′ zum Glück aus Osnabrück″ auf dem Laufsteg auf. Wie der Sweater ausgerechnet in der Modehauptstadt landen konnte, ist bis heute unklar. Weitere Sichtungen des Slogans gab es in den vergangenen Jahren auch in Südkorea und Israel.

Bildtexte:
Bunte Sache: Die Stadt lässt Postkarten in sechs verschiedenen Farben mit der Aufschrift Ich komm′ zum Glück aus Osnabrück! drucken.
Unverhofftes Comeback: In Paris trägt ein Model den Slogan.
Weißer Slogan auf schwarzem Grund: Die Osnabrücker Glücks-Kollektion″ ist ab Mittwoch, 20. November, in der Tourist-Info erhältlich.
Fotos:
Michael Gründel, afp/ ALAIN JOCARD, Stadt Osnabrück/ Janin Arntzen
Autor:
Sebastian Philipp


Anfang der Liste Ende der Liste