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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Leidenschaft für Straßenbahnen
Zwischenüberschrift:
Alfred Spühr hat die früheren Osnabrücker Wagen originalgetreu nachgebaut
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Jede Straßenbahn, die mal auf einer Schiene durch Osnabrück gefahren ist, steht in Alfred Spührs Keller. Die Wagen sind originalgetreu von ihm nachgebaut worden. Die gab es ja nicht zu kaufen″, sagt der von Technik begeisterte 77-jährige Rentner.

Bei manchen Leuten klingelt es beim Namen Spühr. Jahrzehntelang hat Alfred Spühr ein Kassengeschäft an der Johannisstraße betrieben. Fünf Jahre ist er nun Rentner. Seitdem steht seine große Modellbauanlage, auf der seine Straßenbahnen fahren, nicht mehr im heimischen Wohnzimmer. Der Umzug in ein Haus hat es ihm ermöglicht, die Anlage im Keller aufzustellen.
Alfred Spühr ist mit seiner Familie kurz vor Weihnachten 1939 nach Osnabrück gekommen. Sein Vater hatte ebenfalls Kassen verkauft, allerdings im Außendienst. Der 77-Jährige erinnert sich: Als wir aus dem Bahnhofsgebäude kamen, freute ich mich, weil es hier auch eine Straßenbahn gab.″ Aber der Vater meinte, sie seien zu Fuß schneller. Damals lebte die Familie am Rosenplatz. Die Straßenbahn fuhr über den Nikolaiort. Und da musste man siebeneinhalb Minuten auf die Bahn aus Haste warten″, erzählt Alfred Spühr.
Die Faszination für Straßenbahnen hegt er seit seiner Kindheit. Er besaß zwar auch eine Modelleisenbahn. Die Straßenbahnen konnten aber um die Ecke fahren″, schwärmt er. Und weil es keine Modelle davon in den Geschäften zu kaufen gab, baute Alfred Spühr sie eben selbst. In den Jahren 1957 bis 1960 ist er sogar immer wieder in den Schuppen an der Lotter Straße gegangen, wo die Straßenbahnen gewartet wurden, und hat sie vermessen, um sie wirklich originalgetreu nachbauen zu können. Dieses Handwerk hat Alfred Spühr in keinem Kurs erlernt, sondern sich selbst beigebracht.
Zum Beruf machen konnte er seine Leidenschaft nicht. Sein Vater nahm ihn in die Lehre, als er als Teenager mit einer Lungen-Tuberkulose eineinhalb Jahre bettlägerig war. Einen Schulabschluss oder eine offizielle Berufsausbildung hat er nie absolviert. Das ganze Leben learning by doing″, sagt er achselzuckend. Seine angelernten technischen Fähigkeiten kamen ihm aber dann doch zu Hilfe. So konnte er die Kassen in seinem Geschäft selbst reparieren.

Traum von Schienen

Alfred Spühr ist ein Mensch mit einem hervorragenden Gedächtnis für technische Details. Er besitzt zudem Humor, ist engagiert und interessiert an seinen Mitmenschen. Eigentlich ist er ein Mann, der wunschlos glücklich sein könnte. Einen frommen Wunsch hegt Alfred Spühr dennoch: eine Straßenbahn in Osnabrück. Gleichwohl sieht er wenig Chancen, dass dies Realität wird. Ich halte die Stadtväter für wenig geeignet. Die kriegen ja nicht mal eine Umgehungsstraße für den Fernverkehr hin.″

Bildtext:
Die Geschichte der Osnabrücker Straßenbahn hält der 77-jährige Alfred Spühr in seiner Hand. Er hat alle Modelle in seinem Keller.
Foto:
Hermann Pentermann
Autor:
Thomas Wübker


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