User Online: 2 | Timeout: 20:42Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt testet Anti-Aufkleber-Schilder
Zwischenüberschrift:
OSB-Mitarbeiter sollen Zeit nicht mehr mit Abknibbeln verschwenden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) will etwas tun gegen die Aufkleberschwemme: Weil immer wieder Verkehrsschilder in der Stadt mit Stickern bis zur Unkenntlichkeit zugekleistert werden, testet der OSB aktuell speziell beschichtete Schilder. Doch die sind um ein Vielfaches teurer.

Schmähungen gegen den Drittligaverein aus einer südlichen Nachbarstadt Osnabrücks, Aufforderungen zum Fleischverzicht oder Aufkleber mit anderem Inhalt sorgen an nicht wenigen Orten in der Stadt dafür, dass so manches Verkehrsschild kaum noch zu erkennen ist. Beklebte und verschmierte Schilder sind definitiv ein Thema bei uns″, bestätigt OSB-Sprecherin Kathrin Hofmann auf Anfrage unserer Redaktion.

Dass Zeitgenossen die Verkehrsschilder für ihre wie auch immer gearteten Botschaften nutzen, sei allerdings kein neues Phänomen. Das beschäftigt uns seit Jahren mal mehr, mal weniger″, so die Sprecherin. Spezielle Entfernungstrupps für die nicht immer einfache Reinigung hält der OSB nicht vor. Die Mitarbeiter würden neben ihren sonstigen Tätigkeiten aber immer wieder Hand anlegen, um Sticker vom Stop″- oder Einbahnstraße″-Zeichen zu entfernen. Die Kosten dafür würden jedoch nicht separat erfasst.

Weil der OSB auch sonst ausreichend zu tun und nicht die Kapazitäten zur Komplettentfernung aller Aufkleber hat, werden jetzt speziell beschichtete Schilder auf ihre Alltagstauglichkeit in der Stadt getestet. Sie sollen durch ihre mit Folie beschichtete Oberfläche verhindern, dass sich Aufkleber und sogar Schmierereien dauerhaft festsetzen. Laut Hofmann läuft die Testphase der Schilder bereits seit Mitte des Jahres, noch will die Sprecherin kein Fazit ziehen. Zwar seien die Kollegen nicht unzufrieden mit den Schildern, es müsse sich aber noch zeigen, wie langlebig sie sind. Aber: Die Schilder kosten das Vier- bis Fünffache der normalen Exemplare.″ Daher sei es letztlich offen, was für die Stadt sinnvoller ist: mehr Geld für Schilder auszugeben oder die Aufkleber wie bisher zu entfernen.

Sollte sich Osnabrück tatsächlich für die Anti-Aufkleber-Beschilderung entscheiden, sollen diese nur an Orten aufgestellt werden, die verwaltungsintern als Hotspots gelten, so Hofmann. Welche das sind, will die Sprecherin auf Anfrage nicht mitteilen. Allerdings wissen viele Osnabrücker, dass vor allem rund um die Bremer Brücke ordentlich geklebt wird, vor allem in den Farben Lila und Weiß. Aber beispielsweise auch in der Johannisstraße und an anderen Orten in der Innenstadt finden sich Schwerpunkte.

Übrigens: Wer Aufkleber auf Straßenschilder klebt, macht sich im Zweifelsfall strafbar. In schweren Fällen gilt das Bekleben als Sachbeschädigung. Zudem könnte das Bekleben beispielsweise als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr gewertet werden nämlich dann, wenn es durch das Überkleben eines Zeichens zu einem Unfall kommt.

Zur ganzen Wahrheit gehört jedoch auch, dass sich die Zahl der Bestraften in Grenzen halten dürfte, immerhin muss der Unhold bei der Tatbegehung ertappt werden. Denn immer haftet der Anklebende und nicht etwa eine Organisation, für die auf dem Aufkleber geworben wird.

Auch andere Städte haben die Schilder schon erprobt beziehungsweise erproben sie noch: Im Bezirk Berlin-Mitte hat das zuständige Bezirksamt in diesem Jahr 500 der neuen Schilder angeschafft, dort halten sich die Neuverschmutzungen bislang offenbar in Grenzen. Und auch in Münster läuft bereits ein Test, wie die Westfälischen Nachrichten″ unlängst berichteten. In Osnabrücks Nachbarstadt sollen abgängige Schilder durch die neuen ersetzt und diese künftig zum Standard werden. Allerdings nur dort, wo besonders viele Menschen unterwegs sind.

Bildtext:
Aufkleber auf Straßenschildern machen dem Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) zu schaffen. Jetzt werden speziell beschichtete Schilder getestet.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Sebastian Philipp


Anfang der Liste Ende der Liste