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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Noch keine Besserung im Rattenhaus
Zwischenüberschrift:
Warum reagiert niemand? Hausverwalter fühlt sich machtlos
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In einem Mehrfamilienhaus in Osnabrück-Eversburg fühlen sich die Ratten immer noch wohl. Ihre Zahl sei zurückgegangen, mutmaßt eine Bewohnerin. Eigentümer und Mieter machten aber bislang keine Anstalten, die Keller zu entrümpeln, wo sich die Ratten verstecken.

Es scheint etwas ruhiger″, sagte Samira* unserer Redaktion. Vorbei sei die Plage aber nicht: Ich hab gestern noch eine draußen gesehen.″ Vor drei Wochen hatte die junge Mutter öffentlich Alarm geschlagen, weil sie es nicht mehr ertragen konnte, ihr Heim mit Ratten teilen zu müssen. Die Tiere waren von Müllbergen angelockt worden, die Mieter nach ihrem Auszug hinterlassen hatten. Erst vor wenigen Wochen stellte der Hausverwalter Container bereit und ließ den Unrat abfahren. Der Müll ist weg, geblieben sind die Ratten. Auch der Einsatz eines Kammerjägers brachte bislang offenbar keinen durchschlagenden Erfolg.

Vollgestopfter Keller

Die Ratten verstecken sich in den vollgestopften Kellerräumen, wo es immer schlimmer nach Urin riecht, wie Samira sagt. Der Schädlingsbekämpfer habe das als Anzeichen gedeutet, dass sich die Tiere dorthin zurückgezogen haben. Den Ratten sei nur beizukommen, wenn die Keller entleert würden. Und da liegt das Problem.

Knapp zwei Drittel der 58 Wohnungen befinden sich in der Hand privater Eigentümer. Die müssten sich darum kümmern, dass ihre Mieter ihre Keller entrümpeln. Nach der jüngsten Eigentümerversammlung schien Bewegung in die Sache zu kommen. Doch die Hoffnung trog, wie der Hausverwalter einräumt: Ich weise seit fünf Jahren darauf hin, aber es passiert nichts.″

Der Hausverwalter ist nur für die Gemeinschaftsanlagen zuständig also für Fassaden, Flure, Außenanlagen. Er kann weder den Wohnungseigentümern noch den Mietern vorschreiben, wie die privaten Kellerräume zu nutzen sind. Als allerdings ein Mieter begann, einen Kellerflur mit alten Waschmaschinen vollzustellen, konnte er einschreiten. Das war im April. Neun Waschmaschinen habe ich abtransportieren lassen″, sagt der Hausverwalter.

Er wirft einem Teil der Wohnungseigentümer vor, nur die Miete zu kassieren, sich um das Wohnumfeld und das Verhalten ihrer Mieter aber nicht zu kümmern. Oft gebe es auch ein sprachliches Problem: Ein Vermieter habe ihm gegenüber eingeräumt, dass seine Mieter ihn gar nicht verstünden.

Löcher in den Wänden

Die Keller sind mit Türen aus Holzlatten verschlossen. Tücher und Säcke versperren den Blick ins Innere. Für die Ratten jedoch stehen gleichsam alle Türen offen, denn durch die Kellerräume sind nachträglich Versorgungsleitungen gelegt worden. Die Löcher in den Wänden blieben offen. Der Hausverwalter kann erst dann einen Handwerker zum Abdichten beauftragen, wenn die Keller entrümpelt sind. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären.

Der Gesundheitsdienst von Stadt und Landkreis ist seit Juli über die Rattenbefall informiert. Sollte die Plage anhalten, kann das Ordnungsamt der Stadt als letztes Mittel eine Bekämpfung anordnen und die Kosten auf die Eigentümergemeinschaft abwälzen.

* Name geändert

Bildtext:
Ungebetene Mitbewohner: In einem Mehrfamilienhaus in Osnabrück-Eversburg müssen sich die Mieter mit Ratten herumschlagen.
Foto:
imago images/ Michael Schick
Autor:
Wilfried Hinrichs


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