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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt macht Front gegen Centerinvestor
 
Es werde Licht, sagt der Stadtrat
Zwischenüberschrift:
Osnabrück soll zu Weihnachten mehr glänzen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Kommunen gegen Weltkonzern: Die Stadt Osnabrück will ein Städtebündnis gegen den Centerentwickler Unibail Rodamco Westfield (URW) schmieden, um den Konzern in der Neumarkt-Frage unter Druck zu setzen. Der Stadtrat stimmte gestern Abend dem Vorschlag der CDU/ BOB-Gruppe zu, andere enttäuschte Kommunen anzusprechen und das Thema beim Deutschen Städtetag auf die Tagesordnung zu bringen. Wir dürfen nicht zulassen, dass weitere Jahre Stillstand am Neumarkt herrscht″, sagte CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde. Darüber hinaus beschloss der Rat, eine neue Weihnachtsbeleuchtung zu schaffen, die ab 2020 umgesetzt werden soll. In einer Aktuellen Stunde erteilte der Rat dem wachsenden Antisemitismus ein scharfe Absage und rügte die AfD.

Osnabrück Der Stadtrat hat den Schalter umgelegt: In der Adventszeit soll Osnabrück in Zukunft heller, bunter, moderner und energiesparender strahlen. Auf dass mehr Menschen zum Einkaufen und Bummeln in die City kommen.

Nur einer erhob in der Ratssitzung am Dienstagabend den Arm zum Protest: Nils Ellmers, Vertreter der Piratenpartei, mahnte, der Lichtverschmutzung″ nicht weiter Vorschub zu leisten. Jetzt ist die Gelegenheit, den vielen Worten Taten folgen zu lassen″, sagte Ellmers fand aber im Ratssitzungssaal kein Gehör. Bei einer Gegenstimme brachte der Rat eine Neuplanung der Weihnachtsbeleuchtung auf den Weg.

Die Verwaltung fuhr schwere Argumente für eine Besserung der adventlichen Leuchtkraft auf: Eine zeitgemäße Weihnachtsbeleuchtung stütze die oberzentrale Bedeutung der Stadt″, schaffe Atmosphäre und erhöhe die Aufenthaltsqualität signifikant, heißt es zur Begründung in den Unterlagen.

Eine durchkonzipierte Weihnachtsbeleuchtung als Wiedererkennungs- und Alleinstellungsmerkmal werde die Rolle Osnabrücks als überregional bedeutsamen Handelsstandort stärken. Die Stadt würde damit auch das Engagement vor allem der so wichtigen inhabergeführten Geschäfte wertschätzen und für deren Aktivitäten einen angemessenen Rahmen schaffen.

Ein Lichtplaner aus Diepholz hatte im vergangenen Jahr im Auftrag des Stadtmarketings eine Bestandsaufnahme vorgenommen und erste Ideen gesammelt. Der Fachmann soll nun auf Beschluss des Rates daraus ein Gesamtkonzept erarbeiten, das 2020 umgesetzt werden könnte. Die Kosten für die Planung liegen bei knapp 15 000 Euro. Der Experte soll sich vor allem die Eingangstore zur Innenstadt (zum Beispiel am Hasetor und Heger Tor), den Bereich an der Hase, verschiedene Plätze, Straßenzüge und den gesamten Wallring anschauen.

Eine Abfrage des Stadtmarketings bei den Werbegemeinschaften habe ergeben, dass die Technik und Optik der Weihnachtsbeleuchtung in Teilen veraltet ist. Die Werbegemeinschaften Große Straße, Nikolaiort, Heger-Tor-Viertel und Hase-Viertel bringen nach Angaben der Verwaltung zusammen rund 28 000 Euro jährlich für die Montage und Stromkosten auf.

Es falle den Vorsitzenden immer schwerer, die Beleuchtung zu organisieren. Sie wünschten sich eine zentrale Abwicklung über das Stadtmarketing. Eine Ausnahme stellen die Kamp-Promenade und die Krahnstraße dar, die ihre relativ neuen Beleuchtungssysteme selbst organisieren und gegenüber der Stadt keine Angaben zu den Kosten machten.

Allerdings zeigt gerade die Krahnstraße eindrucksvoll, wie positiv die Illumination von den Menschen aufgenommen wird und als Fotomotiv dient″, schreibt die Verwaltung. Grundsätzlich gebe es eine Bereitschaft bei den Händlern, die Umsetzung eines neuen Konzeptes in einem klar gesteckten Rahmen″ mitzufinanzieren.

Der Lichtplaner soll die einmaligen Investitionskosten und die jährlichen Folgekosten ermitteln. Zu berücksichtigen sind die Aufwendungen für Kauf, Miete oder Leasing der Beleuchtung, die Kosten für Einlagerung, Wartung und Ersatzbeschaffungen sowie Montage und Stromverbrauch. So lasse sich ein fundierter Vorschlag für eine öffentliche-private Partnerschaft (Public Private Partnership) erarbeiten und mit allen Beteiligten abstimmen. Quartier für Quartier sollen dann in den nächsten Jahren umgestellt werden.

Als Sofortmaßnahme sollen in dieser Weihnachtszeit ausgewählte Großbäume und Gebäude am Wall beleuchtet werden. Der Kostenvoranschlag: 20 000 Euro.

Die Stadt hatte 2009 beschlossen, sich aus der Weihnachtsbeleuchtung zurückzuziehen. Der Grund: das Geld. Osnabrück stand damals finanziell so nah am Abgrund, dass jede Sparmöglichkeit genutzt werden musste. 2011 zog die Stadt endgültig die Stecker der Lichterketten am Wallring.

Bildtext:
Leuchtendes Vorbild: die Krahnstraße.
Foto:
Archiv/ Michael Gründel

Kommentar
Licht an!

Eine glanzvolle Illumination zur Weihnachtszeit ist keine Spielerei, sondern ein Standortfaktor. Ein weicher, aber wichtiger.

Welche Anziehungskraft das Spiel mit dem Licht ausüben kann, beweist seit Jahren die Werbegemeinschaft der Krahnstraße. Besucher staunen, und Osnabrücker führen ihre Gäste auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt gern durch die heimliche Hauptstraße. Das Vorbild Krahnstraße strahlte auch auf andere Quartiere aus, die nachzogen, wenn auch nicht in dieser Güte.

Aber überall, wo die Lichterketten leuchten, sind es die Kaufleute, die dafür Geld in die Hand genommen haben. Es sind Einzelhändler, die sich nicht als einzelne Händler verstehen, sondern für die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen. Manche Geschäftsleute aber vor allem die großen Filialisten ducken sich weg und lassen die anderen bezahlen.

Wenn jetzt mit Steuergeld neues Licht angeht, dürfen diese Trittbrettfahrer sich erst recht nicht aus der Verpflichtung stehlen. w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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