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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Autofahrer umgehen die Umleitung
 
Wo sind die Autos hin?
Zwischenüberschrift:
Baustelle Rheiner Landstraße: Nichts los auf der Umleitungsstrecke
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück 13 000 Fahrzeuge waren vor der Sperrung täglich auf der Rheiner Landstraße in Osnabrück unterwegs. Entsprechend groß war die Sorge, dass die Dauerbaustelle im Westen der Stadt den Autoverkehr vor große Probleme stellen würde. Doch siehe da: Nichts dergleichen ist eingetreten.

Im Gegenteil, auf den aufwendig hergerichteten Umleitungen ist kaum etwas los. Anwohner atmen erleichtert auf und wundern sich. Die Stadt sieht in dem ausbleibenden Verkehrschaos einen Beleg für ihr sehr gut funktionierendes Umleitungskonzept″, welches sich definitiv bewährt″ habe. Nur an einer Stelle regt sich Unzufriedenheit: Ein Anwohner der Mozartstraße berichtet unserer Redaktion, dass die Zahl der Autos vor seiner Haustür stark zugenommen, der Verkehr sich praktisch verdoppelt″ habe.

Osnabrück Die Sorge war groß, dass die Sperrung der Rheiner Landstraße ein Verkehrschaos im Westen von Osnabrück auslöst. Zehn Wochen später steht fest: Der Verkehr rollt problemlos, auf der Umleitung ist nichts los. Wo sind die Autos hin?

13 000 Fahrzeuge waren vor der Sperrung täglich auf der Rheiner Landstraße unterwegs. Viele Berufspendler nutzten die Straße auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle in der City, auf dem Westerberg oder in den Gewerbezonen am Hafen. Und sie ist die wichtigste Verkehrsverbindung zwischen Klinikum und Innenstadt. Entsprechend sorgenvoll blickten viele Anwohner der Umleitungsstrecken auf die Bauarbeiten und die Vollsperrung dieser wichtigen Ost-West-Achse.

Die Sorgen haben sich verflüchtigt. Auf den Umleitungen, die die Stadt mit großem Aufwand hergerichtet hat, ist nicht viel los. Anwohner atmen erleichtert auf und wundern sich. Wir sind der Überzeugung, dass wir ein sehr gut funktionierendes Umleitungskonzept vorzuweisen haben, welches sich definitiv bewährt″, sagt Stadtsprecher Gerhard Meyering. Nur an einer Stelle regt sich Unzufriedenheit. Ein Anwohner der Mozartstraße berichtete unserer Redaktion, dass die Zahl der Autos spürbar zugenommen habe. Das ist praktisch eine Verdoppelung des Verkehrs″, sagte er.

Nach seinen Beobachtungen wählen viele Autofahrer die Mozartstraße und den Lieneschweg, um dann über die Lotter Straße ins Zentrum zu gelangen. Die Beschilderung für die eigentlichen Umleitungen werde zu wenig wahrgenommen und sei im Vorbeifahren gar nicht zu verstehen.

Schleichwege gesucht

Aufschlussreich sei es, die Ampelphasen an der Brinkhege-Kreuzung″ (Einmündung Mozartstraße) zu beobachten: Manche Autofahrer steuerten zunächst geradeaus auf die Rheiner Landstraße zu, bemerkten dann die Absperrung und schwenkten in die Mozartstraße um. Die Anlieger der Mozartstraße seien die Leidtragenden einer Umleitungsregelung, die eben nicht wie geplant funktioniere.

Autofahrer, die, von Westen kommend, Richtung Innenstadt wollen, werden über die Straße In der Barlage″ umgeleitet. Stadtauswärts können die Fahrer die Wilhelmstraße zweispurig nutzen. Sie ist eigens zur Einbahnstraße erklärt und auf Tempo 30 reduziert worden. An der Einmündung Mozartstraße steuert eine provisorische Ampel den Verkehr, um Rückstaus auf der Wilhelmstraße zu vermeiden. Aber die gibt′s da nicht. Die Autofahrer haben sich offenbar ganz andere Wege gesucht.

Stadtsprecher Meyering erinnert daran, dass alle Varianten der Verkehrsführung während der Sperrung der Rheiner Landstraße intensiv″ mit der Verkehrsbehörde, der Polizei und in Form von mehreren Bürgerbeteiligungen auch mit den betroffenen Anliegern erörtert worden waren. Das dabei erarbeitete Konzept stelle einen optimierten Konsens dar″. Andere Konzepte wären rechtlich, gesamtstädtisch und volkswirtschaftlich nicht durchsetzbar gewesen.

Navis umgepolt

Wichtig dabei: Die Navigationssysteme wurden umgepolt. Die Stadt habe rechtzeitig die Verkehrsmanagementzentrale des Landes Niedersachsen, die Kartendienste der gängigen Navigations- und Routingsysteme über die Baustelle und deren zeitliche und räumliche Ausdehnung informiert, sagt Meyering. So werden bei Google Maps die Sperrung der Rheiner Landstraße und die Einbahnstraßen In der Barlage″ und Wilhelmstraße angezeigt. Verkehrsteilnehmer, die nur nach Navi fahren, folgen exakt unserer geplanten Umleitung.″ Und die anderen? Ortskundige machen offenbar einen großen Bogen um die neuralgischen Stellen. Erfasst wird dieser Verdrängungseffekt nicht. Daten über Folgen für andere Stadtteile liegen nicht vor.

Die Stadt lässt die Umleitung die im weiteren Umfeld etwa über den Kurt-Schumacher-Damm führt kontinuierlich überprüfen. So wurde Mitte September ein Hinweisschild (Fahrtrichtung Stadtzentrum) vor der Straße In der Barlage″ ergänzt, um die Umleitung hier auffälliger anzuzeigen.

Weil die Planer ein höheres Verkehrsaufkommen auf den Umleitungsstrecken erwarteten, wurden Dialogdisplays aufgestellt, die die Autofahrer auf ihre Geschwindigkeit hinweisen und zum gemäßigten Fahren mahnen sollen. Die Standorte der Displays wechseln, um eine dauerhafte Aufmerksamkeit″ zu gewährleisten, sagt Meyering. Es seien auch schon Tempokontrollen durchgeführt worden.

Die Kanalisation unter der Rheiner Landstraße ist mehr als 100 Jahre alt und muss erneuert werden auch weil am Finkenhügel ein neues Baugebiet entstehen soll. Zwei Bautrupps arbeiten sich abschnittsweise voran. Die Bauarbeiten sind so getaktet, dass Geschäfte und Dienstleister weiterhin erreichbar sind. Die Stadt drückt mit Doppelschichten und Zusatzprämien aufs Tempo. Spätestens im Juli 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Bildtexte:
Wird kaum genutzt: die amtlich vorgeschlagene Umleitung um die Baustelle auf der Rheiner Landstraße.
Nachträglich ergänztes Hinweisschild vor der Straße In der Barlage″.
Fotos:
Gert Westdörp, Wilfried Hinrichs
Autor:
Wilfried Hinrichs


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