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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Weitere 100 Buchen sind verdurstet
 
Stadt muss mehr als 100 Buchen fällen
Zwischenüberschrift:
Viele Bäume haben Trockenheit nicht überstanden / Welche Naherholungsgebiete betroffen sind
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Vorige Woche fällten die Landesforsten rund 50 alte Buchen im Wäldchen bei KME. Jetzt muss auch am Schinkelberg und am Schölerberg die Motorsäge zum Einsatz kommen. Die Trockenheit hat den Bäumen zu sehr zugesetzt und nun werden sie zur Gefahr.

Osnabrück Noch mehr Buchen als bislang bekannt haben die Trockenheit in Osnabrück nicht überlebt und müssen gefällt werden. Forstwirte haben am Schinkelberg im Bereich des Funkturmes bereits die betroffenen Bäume markiert. Auch das Wäldchen am Schölerberg ist betroffen. Die Zeit drängt.

Denn noch ist das Laub bei vitalen Bäumen gut sichtbar. So lässt sich erkennen, welcher Baum derart geschwächt ist, dass er absterben wird und durch herabfallende Äste womöglich eine Gefahr für Spaziergänger darstellt.

40 Bäume sind es am Schinkelberg und mindestens 60 am Schölerberg überwiegend Buchen, aber auch ein paar Kirschbäume und Hainbuchen, sagte auf Anfrage unserer Redaktion Frank Bludau vom städtischen Fachbereich Umwelt und Klimaschutz. Die betroffenen Exemplare sind unterschiedlich groß, die Stämme von armdick bis zu einem Umfang von 60 Zentimetern. Solche Bäume sind gut 100 Jahre alt.

Steiniger Untergrund

Am Schinkelberg besteht der Boden aus Kalkstein und kann nur wenig Wasser speichern. Er hat eine geringe Oberbodenmächtigkeit″, würden die Fachleute sagen. Das heißt nichts anderes als: Die Bäume stehen fast direkt auf dem Gestein″, erklärt Bludau. Entsprechend stark hat ihnen die Trockenheit zugesetzt. Nicht viel anders ist es am Schölerberg, wo die ersten Bäume ebenfalls schon markiert wurden. Gefällt wird dort überwiegend am westlichen Hang in Richtung Iburger Straße.

Beides sind Naherholungsgebiete für viele Spaziergänger, ähnlich wie das Wäldchen bei KME zwischen Knoll- und Schlachthofstraße, wo die Niedersächsischen Landesforsten vorige Woche rund 50 Buchen fällen mussten aus genau denselben Gründen.

Gefahr im Wald

Äste könnten sonst einfach so abbrechen und Spaziergänger erschlagen, mahnte der Leiter des Forstamts Ankum, Reinhard Ferchland. Beim KME-Wäldchen war das Holz bereits so zersetzt, dass es nur noch als Brennholz verwendet und nicht mehr anderweitig vermarktet werden kann. Auch die Arbeiten in den städtischen Wäldern übernimmt das Forstamt Ankum, das die Stadt forstwirtschaftlich berät. 152 Hektar Wald gehören der Stadt insgesamt.

Die Schäden an den Bäumen auf dem Schinkelberg hätten sich voriges Jahr bereits abgezeichnet, sagt Frank Bludau. Die Stadt wartete ab, sieht sich jetzt aber ebenso wie auf dem Schölerberg zum Handeln gezwungen. Durch solche Trockenheiten wie die letzten zwei Jahre gerade im Frühjahr sind die Buchen arg gebeutelt″, so Bludau. Da könne die Stadt nichts tun. Und auch lange anhaltener Regen wie in den letzten Wochen hilft nicht viel, wie der Fachbereichsleiter Umwelt Detlef Gerdts erläutert: Bei Bäumen mit Wurzeln von teilweise sechs Meter Tiefe kommt es auf das Grundwasser an.″

In diesem Juli war es auf dem Schinkelberg so trocken, dass die Stadt sogar das Grillen auf dem Grillplatz am Fuße des Funkturmes verbot. Die Warnschilder hängen dort immer noch.

Parallel führt am Schinkelberg übrigens der Stromnetzbetreiber Westnetz Vorbereitungen zum Bau einer neuen 110-Kilovolt-Leitung durch, die parallel zur Autobahn 33 verlaufen und die alte Trasse mitten durchs Schinkeler Wohngebiet ersetzen soll. Das allerdings hat nichts mit der Trockenheit zu tun.

Wo es geht, lassen wir Bäume als stehendes Totholz stehen″, sagt Frank Bludau. Die Stadt müsse aber ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Im November sollen die markierten Bäume gefällt werden. Das tut uns allen unglaublich weh″, sagt Bludau. Aber es nützt nichts.″ Großflächige Kahlschläge seien allerdings nicht zu erwarten, es seien überwiegend Einzelfällungen geplant.

Und dann? Soll die Natur selbst dafür sorgen, dass der Wald wieder dicht wird. Die Stadt setzt möglichst auf Naturverjüngung. Das heißt, dass diejenigen Bäume, die von Natur aus dort gekeimt sind, in Ruhe groß werden dürfen. Ein Baum, der in der Landschaft keimt, ist resistenter″, erklärt der Experte. Zum Teil würden allerdings auch junge Bäume aus Baumschulen gepflanzt.

Bildtext:
Für die Motorsäge markiert - auch dieser Baum wird gefällt. Zwei trockene Sommer haben die Buche in den städtischen Naherholungsgebieten arg geschwächt.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Sandra Dorn


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