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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Dichter Verkehr, Gefahr, Lärm
Zwischenüberschrift:
Wie Anwohner die Straßen rund um den Osnabrücker Stadtteil Schinkel erleben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Stress entlang der Straßen: Im Bürgerforum für die Stadtteile Gartlage, Schinkel, Schinkel-Ost und Widukindland diskutierten Anwohner mit der Verwaltung über eine ganze Reihe von Problemen, die ihnen zu schaffen machen die Autos zu schnell, der Verkehr zu laut, die Straßen zugeparkt und eine Hauptverkehrsader in schlechtem Zustand.

Wenn der VfL Osnabrück spielt und Fußball-Fans aus allen Richtungen ins Stadion drängen, ist manchen Anwohnern rund um die Bremer Brücke eher zum Fluchen zumute als zum Mitfiebern. Anneli Klose ist eine von denen, die dann feststellen: Es stehen Autos wild geparkt auf den Bürgersteigen, und Einfahrten sind zugeparkt. Seit Jahren beklagen sich Anwohner darüber, dass sie mit ihren Autos nicht auf ihre Grundstücke gelangen oder nicht von dort wegkommen. Wie die Verwaltung im Bürgerforum betonte, sind dann Polizisten und Mitarbeiter des Verkehrsaußendienstes vor Ort. Aber das scheint nicht zu reichen. In den Augen vieler Anwohner überwiegt das Chaos. Was tun? Das Problem bleibt nach wie vor in der Schwebe, eine Idee, wie es effektiv gelöst werden könnte, hatte nun erneut niemand.

Zwischen dem Stadion und der Bahn befindet sich die Oststraße. Dort ärgern sich Anwohner über Sträucher und Büsche, die über den Fußweg wachsen. Carsten Friderici vom Bürgerverein Schinkel berichtete, dass bei Regen immer wieder Erde über den Bürgersteig gespült wird. Und er stellte fest: Einer der Hauptanlieger ist die Bahn.″ Stadtbaurat Frank Otte versprach, das Unternehmen auf seine Reinigungspflichten hinzuweisen.

Auf der anderen Seite der Bahn in Richtung Innenstadt ist der Klushügel mit einer Sportanlage, die auch viele Besucher anzieht. Hans-Georg Efken berichtete, dass in seiner Nachbarschaft unter anderem an der Bülowstraße und an der Humboldtstraße außerdem Berufsschüler von der Backhausschule, Arbeitnehmer und Bahnreisende ihre Autos abstellten: In Abzweigungen, auf Bürgersteigen, auf frei zu haltenden Wegen für Feuerwehr und Krankenwagen.″ Der Fachbereich Bürger und Ordnung″ will dort mehr kontrollieren.

Auch in diesem Quartier steht die Bahn in der Kritik. Hans-Georg Efken stellte fest: Seit über zwei Jahren und höchstwahrscheinlich noch weitere mindestens zwei Jahre hat die Bundesbahn am Klushügel eine Baustelle und einen Lagerplatz für Material eingerichtet. Da hier verstärkt nachts gearbeitet wird, ist die Lärmbelästigung unerträglich.″ Wie Stadtbaurat Otte berichtete, hat die Verwaltung bereits Kontakt zur Bahn aufgenommen. Zwar sei es kaum zu ändern, dass dort nachts und an Wochenenden gearbeitet werde, aber wie das Unternehmen mitgeteilt habe, gebe es vielleicht Möglichkeiten, dass wenigstens die Spediteure dort ihre nächtlichen Fahrten einschränkten.

Auf der östlichen Seite der Bahn ärgern sich Anwohner über Falschparker im Bereich der Einmündung der Schinkelstraße zur Buerschen Straße. Werner von der Landwehr stellte fest, dass dort trotz gut einsehbaren Halteverbotsschilds″ geparkt wird auch direkt unter dem Schild″ und außerdem auf dem Blumenbeet. Oft handele es sich um Edelkarossen″. Eine Anwohnerin ergänzte: Die parken auch auf dem Fahrradweg.″

In der Sackgasse der Schinkelstraße vor dem Jugendzentrum Ostbunker scheint sich eine besondere Gruppe zu treffen: Carsten Friderici vom Bürgerverein Schinkel sprach von Belästigungen durch laute Musik, driftenden Fahrzeugen mit Lärm- und Geruchsbelästigung und Vermüllung″ vornehmlich an Wochenenden. Diesen Zustand möchten die Anwohner nicht länger ertragen müssen. Um einem falschen Verdacht vorzubeugen, fügte er hinzu: Das Jugendzentrum Ostbunker ist von dieser Kritik vollständig ausgenommen.″ Die Verwaltung empfahl den Anwohnern für solche Fälle einen Anruf bei der Polizei.

Weiter im Osten des Stadtteils beklagen sich Anwohner über Gefahren entlang der Mindener Straße und dort vor allem auf dem Abschnitt zwischen dem Heiligenweg und der Autobahn 33. Carsten Friderici vom Bürgerverein sprach von einer autobahnähnlichen Straße″ und einer katastrophalen Situation für Radfahrer″.

Der Anwohner Axel Jurke wollte von der Verwaltung wissen, zu wie vielen Unfällen es dort denn schon gekommen ist. Die Antwort: Der Fachbereich Städtebau zählt zwischen dem Heiligenweg und der Autobahn 33 jedes Jahr etwa 32 Unfälle, davon die Hälfte beim Ein- und Abbiegen. Die meisten Unfälle mit verletzten Fußgängern und Radfahrern seit 2011 waren es demnach vier Fälle im Jahr hätten sich an den Kreuzungen zum Heiligenweg und zum Boltenweg ereignet. Anwohner hoffen nun darauf, dass die Mindener Straße in Gänze neu gebaut und gestaltet wird. Damit beschäftigt sich auch die Verwaltung. Stadtbaurat Otte meinte, dies werde in Abschnitten geschehen, aber angesichts der vielen Pläne im Stadtgebiet: Ich kann Ihnen nicht sagen, wann wir damit anfangen.″

Die Sicherheit von Radfahrern und Schülern sowie der Schutz vor Lärm liegt auch den Anwohnern der Windthorststraße am Herzen. Ralf Brockmeyer wünscht sich eine Erweiterung der Tempo-30-Zone auch für den ersten Abschnitt der Straße. Die Verwaltung sieht dort zwar keine konkrete Gefahrenlage″, will die Situation aber prüfen, wie Otte versprach. Eine erweiterte Tempo-30-Zone sei jedoch von Nachteil für die Buslinie.

Zu schnelle Autos und deren Lärm beklagen auch Anwohner der Bremer Straße von der Weberstraße aus in Richtung Belm. Werner Haarmeier beobachtet, dass Autofahrer und Motorradfahrer dort richtig Gas″ geben. Ob eine Einengung mit einer verlängerten Busspur stadtauswärts helfen könnte? Die Verwaltung sieht diese Möglichkeit nicht, denn dafür müsse die Straße umgestaltet werden auf Kosten der Geh- und Radwege sowie der Parkplätze.

Bildtexte:
Engpässe für Radfahrer: An der Buerschen Straße parken auf der Ecke zur Schinkelstraße (links) oft Autofahrer auf dem Radweg. Anwohner beobachten, dass dort auch Autos im Halteverbot und auf dem Beet stehen.
Beklemmungen: Radfahrer fühlen sich entlang der vierspurigen Mindener Straße oft bedrängt.
Kurz vor der Autobahn: Der Bürgerverein Schinkel klagt über Schäden und zu schnelle Autos auf der Mindener Straße.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Jann Weber


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