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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ist der Radschnellweg ein Erfolg?
Zwischenüberschrift:
Zwischenbilanz fünf Monate nach der Eröffnung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Es ist ein Prestigeprojekt der Stadt Osnabrück: Im Mai hat sie den ersten Abschnitt des Radschnellwegs Osnabrück–Belm offiziell freigegeben. Seither ist viel Wasser die Hase heruntergeflossen Zeit für ein erstes Fazit.

Noch vor einigen Monaten war es Radfahrern kaum möglich, die Schlachthofstraße zu befahren. Das äußerst unebene Kopfsteinpflaster war selbst für Mountainbiker eine Zumutung. Seit Mai dieses Jahres beginnt hier der erste Teil des Radschnellweges, der bis 2021 oder 2022 bis nach Belm führen soll. Am Anfang der Schlachthofstraße misst eine Zählstation die Vorbeiradelnden.

Ende September war der Zähler auf 100 000 umgesprungen, Mitte Oktober waren es mehr als 114 000.

Erstes Fazit der Stadt: Mit dem ersten fertiggestellten Abschnitt des Radschnellwegs sind wir grundsätzlich sehr zufrieden. Breite, Belag, Trennung vom Fußverkehr und vom Lkw-Verkehr zeigen den hohen Qualitätsanspruch und machen den Radschnellweg-Standard erlebbar″, bekräftigt Stadtsprecher Gerhard Meyering auf Anfrage unserer Redaktion. Auch die , mitlaufende Beleuchtung′, die hier erstmalig eingesetzt wird, hat den Praxistest gut bestanden.″

Positives Feedback: Die Stadt habe viele Rückmeldungen zu dem Weg erhalten, versichert Meyering. Vielen könnten die Fertigstellung des gesamten Radschnellwegs offenbar nicht abwarten. Es gab und gibt viele positive Reaktionen - oft gekoppelt mit dem Wunsch, schnell weiterzubauen beziehungsweise diese Art Radwege an anderen Verbindungen herzustellen.″

Negatives Feedback: Doch es gibt auch Kritik, etwa an den Rüttelstreifen. Vor der Einfahrt zu KME sollen sie Radfahrer wachrütteln und vor der Gefahr durch querende Lkw warnen. Kritiker sagen, die Stadt nehme die Radler auf dem vorfahrtsberechtigten Radweg in die Pflicht statt den querenden Verkehr.

Meyering stellt klar: Selbstverständlich müssten Auto- und Lkw-Fahrer die Vorfahrt der Radfahrer beachten. Wir sehen an den Lkw-Zufahrten jedoch die Notwendigkeit, eine möglichst große Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer zu erreichen, da ein Missachten der verkehrlichen Regelungen durch den Lkw für den Radverkehr potenziell gefährlich ist.″ Daher also die Rüttelstreifen. Zudem weisen Schilder Radfahrer auf die Gefahr des toten Winkels für abbiegende Lkw-Fahrer hin. Auch daran gibt es Kritik.

Die Zahlen: Eine Prognose der Stadt hatte einst mit täglich bis 1700 Radfahrern gerechnet. Diese Zahl ist aber noch in weiter Ferne: In den ersten fünf Monaten waren es nun rund 670 Radler gewesen. Die Prognose bezieht sich auf Situation des komplett fertiggestellten Radschnellwegs, auch auf dem Gebiet der Gemeinde Belm″, sagt Meyering. Die Stadt hofft, dass insbesondere die Pendler aus Belm künftig mit dem Rad nach Osnabrück fahren.

Außerdem seien ja Ferien gewesen. Vom Tag der Eröffnung am 22. Mai bis zu den Sommerferien hätten montags bis freitags durchschnittlich 893 Radler die Zählstation passiert. Von den Sommer- bis zu den Herbstferien seien es 863 gewesen, sagt Meyering. Das sind durchaus erfreuliche Zahlen.″

Wie geht es weiter? Im Abschnitt Kalkrieser Weg beginnen zurzeit die Arbeiten der Ver- und Entsorger als Vorbereitung zum Bau des Radschnellwegs zwischen Icker Weg und Power Weg″, sagt Meyering. Für die weiteren Abschnitte würden die Planungen weiterentwickelt. Der Landkreis Osnabrück und die Gemeinde Belm haben vor einigen Wochen Beschlüsse zur weiteren Planung und Kostenteilung gefasst.″ Rund 1, 8 Millionen Euro hatte die Stadt in den ersten Abschnitt investiert. Insgesamt sollen es 7, 5 Millionen Euro sein zum größten Teil von Bund und Land finanziert.

Zudem plant die Stadt, den Radschnellweg mit einem eigenen Design einschließlich Markierungen und Logos noch deutlicher erkennbar zu machen″, ergänzt Meyering. Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/ Bremen habe dazu ein Positionspapier entwickelt. Denn leider gibt es dazu noch keine landesweite oder bundesweite Einigung.″

Umstrittener Punkt: Und wie sollen die Radfahrer künftig von der Straße Am Bahndamm über den Haster Weg kommen? Wie geplant und von der Politik beschlossen, soll es eine Ampel richten, die Radfahrer bevorzugt. Sie werde Radfahrer frühzeitig erkennen, sodass diese nur kurz auf Grün warten müssten, versichert Meyering. Die genaue Konfiguration und die Details der technischen Lösung werden im nächsten Planungsschritt erarbeitet.″

Anwohner hatten die Bevorzugung der Radfahrer kritisch gesehen: Bei 1700 Radlern täglich stünden Autofahrer am Haster Weg mit seiner hohen Verkehrsbelastung de facto in der Summe stundenlang vor einer roten Ampel. Die Planer versicherten jedoch ein verträgliches Miteinander. Der Radschnellweg ist ein gemeinsames Projekt von Stadt und Kreis Osnabrück sowie der Gemeinde Belm. Am Ende soll er 6, 5 Kilometer lang sein. Am 22. Mai hatte die Stadt den Abschnitt von der Liebigstraße bis zur Straße Am Bahndamm eröffnet.

Bildtexte:
Der Zähler am Beginn des Radschnellweges. Ende September zählte die Station mehr als 100 000 Radler, Mitte Oktober bereits mehr als 114 000.
Rüttelstreifen an der Lkw-Einfahrt von KME.
Der Umweg um die Halle Gartlage.
Foto:
Gert Westdörp, Michael Gründel
Autor:
Jörg Sanders


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