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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kostenexplosion am Piesberg
Zwischenüberschrift:
Feldbahn-Verlängerung um zwei Drittel teurer als geplant / Ausbaustrecke wird möglicherweise kürzer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Da machen die Freunde der Piesberger Feldbahn lange Gesichter: Die geplante Verlängerung der Schmalspurstrecke wird um mehr als zwei Drittel teurer als ursprünglich geplant. Jetzt muss der Rat entscheiden, ob das Projekt überhaupt noch zu realisieren ist. Als Kompromiss wird eine kürzere Strecke gehandelt. Endstation wäre dann nicht Lechtingen, sondern der Stüveschacht.

Eigentlich sollte im November mit dem Bau der 2, 8 Kilometer langen Nordstrecke begonnen werden. Die Aktiven vom Museum für feldspurige Industriebahnen und die Verantwortlichen der Stadt Osnabrück waren zuversichtlich, dass die Züge mit Sonntagsausflüglern im Herbst 2020 ihren Betrieb aufnehmen könnten.

Doch die Ergebnisse der europaweiten Ausschreibung ließen die Beteiligten dumm aus der Wäsche gucken″, wie es Detlef Gerdts ausdrückt, der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz. Statt der kalkulierten 1, 35 Millionen Euro beläuft sich das günstigste Angebot auf 2, 26 Millionen Euro das entspricht einer Kostensteigerung von 67, 4 Prozent!

Es sei ein frustrierendes Erlebnis″, sagt Gerdts, ein Rückschlag für die Pläne, dem Kultur- und Landschaftspark Piesberg einen weiteren Mosaikstein hinzuzufügen. Dabei sei die Kalkulation solide und die Finanzierung sicher gewesen. Kostensteigerungen von drei bis vier Prozent hätte man auffangen können, aber einen so exorbitanten Aufschlag nicht. Allein beim Gleisbau beliefen sich die Mehrkosten auf 370 000 Euro. Zudem müssten die Schienen aus China geordert werden, denn gebrauchte Schienen seien entweder nicht verfügbar oder müssten für viel Geld aufgearbeitet werden.

Gerdts will dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt jetzt vorschlagen, die Ausbaustrecke auf etwa die Hälfte zu begrenzen und nicht am Grubenweg in Lechtingen, sondern am Stüveschacht enden zu lassen. Das ist total schade″, sagt er, denn damit würde es vorläufig nichts mit der grenzüberschreitenden Verbindung bis nach Wallenhorst.

Aber auch für diese abgespeckte Variante gibt es noch keine Finanzierung, denn sie wäre hochgerechnet immer noch 480 000 Euro teurer als die ursprüngliche Planung. Zudem müsste die verkürzte Strecke neu ausgeschrieben werden, was weitere Risiken birgt.

Nach der bisherigen Lastenverteilung war vorgesehen, dass 835 000 Euro aus Landes- und EU-Mitteln bezahlt werden, 225 000 Euro vom Verein Naturpark Terra-Vita, 212 000 von der Stadt Osnabrück und 35 000 Euro von der Gemeinde Wallenhorst. Jetzt wird nach neuen Geldgebern gesucht.

Über diese Entwicklung ist auch Jörg Sprengelmeyer vom Museum für feldspurige Industriebahnen traurig. Der Verein verfügt mittlerweile über 32 Schmalspurlokomotiven, von denen aber nur sieben im Lokschuppen am Piesberg untergebracht sind.

Den ersten 1, 2 Kilometer langen Streckenabschnitt vom Fürstenauer Weg bis zum Südstieg hatten die Mitglieder des Vereins vor neun Jahren noch in Eigenarbeit gebaut. Wäre das vielleicht noch eine Option, um die Kosten für die Nordstrecke zu reduzieren? Jörg Sprengelmeyer seufzt. Die Feldbahnfreunde hätten mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen: Wir sind alle älter geworden!

Bildtext:
Die Feldbahn-Freunde haben schon viel Schweiß investiert. Aber selbst bauen können sie die geplante Streckenverlängerung nicht die dafür erforderliche Arbeit wäre inzwischen aus Altersgründen zu schwer für sie.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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