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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Von hohen Erwartungen lösen
Zwischenüberschrift:
Inschriften am Hotel Walhalla zeugen von großem Gottvertrauen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Eine aufwendig gestaltete Fachwerkfassade empfängt den Besucher des Hotels und Restaurants Walhalla in der Osnabrücker Altstadt. Die Geschichte dieses eindrucksvollen Hauses im barocken Stil und seine Inschriften am Giebel sind Thema des Gottesdienstes der evangelisch- reformierten Gemeinde am Sonntag.

In der Veranstaltungsreihe Sommerkirche″ nimmt die Gemeinde sechs Altstadthäuser genauer in Augenschein, deren Erbauer einst ihren christlichen Glauben mit einem Spruch in der Fassade nach außen gezeigt haben.
An der Hauptfassade des über 300 Jahre alten Walhalla-Gebäudes kann man gleich drei Inschriften lesen. Eine in Lateinisch: Dominusprovidebit″ („ der Herr wird vorsorgen″). Auf Deutsch nach biblischen Quellen: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird′s wohl machen″ nach Psalm 37, Vers 5, sowie ein Spruch des Weisheitslehrers Sirach: In allem rufe Gott, den Allerhöchsten an, dass Er dein Tun gelingen und nicht fehlen lasse.″
Über der Tür weist ein Medaillon auf die Erbauer hin: Der Gerichtsvogt Gerdt Heinrich Meuschen und seine Ehefrau Susanna Gertraudt von Lengerken ließen das stattliche Haus im Jahr 1690 errichten. In den folgenden Jahrhunderten hatte es viele wechselnde Besitzer. Zuerst lautete sein Name Ratsschenke″, man nahm damit Bezug aufs Rathaus direkt gegenüber. Als in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, im September 1944, bei schwerem Bombardement Osnabrück in Schutt und Asche fiel, trafen Brandbomben auch das Hotel Walhalla″ im Herzen der Altstadt.
Aber der sehr mutige Einsatz seiner Hausbewohner verhütete das Schlimmste. Das Haus brannte nicht nieder, sondern konnte gerettet werden.
Im Jahr 1985 kaufte der Kaufmann Günter David das Walhalla″, im Jahr 1993 übergab er es seiner Tochter Tanja, die zusammen mit ihrem Ehemann Andreas Bernard das Hotel seit 1995 führt.
Erstaunlich findet es Pastorin Ilse Landwehr, die den Gottesdienst mit anschließendem Spaziergang zum Walhalla″ gestaltet, dass ein einflussreicher und mächtiger Mann, wie es der Erbauer Gerdt Heinrich Meuschen war, sich so offensichtlich unter Gottes Führung stellte. In ihrer Predigt geht sie der Frage nach, ob wir das heute auch noch wollen und können und welche Befreiung darin liegen kann, sich von überzogenen Selbst- und Leistungserwartungen zu lösen und sich Gott anzuvertrauen.

Sommerkirche″ der evangelisch-reformierten Gemeinde vom 10. Juli bis 14.August, immer sonntags um 10 Uhr in der Kleinen Kirche (Gymnasialkirche). Gleichzeitig finden jeweils Kindergottesdienste statt.

Bildtexte:
Dominus providebit der Herr wird vorsorgen lautet eine der Inschriften des Hotels Walhalla.
Gleich drei Inschriften zieren das Hotel Walhalla.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Gunhild Seyfert


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