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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Center führen zu weniger Vielfalt
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur aktuellen Berichterstattung über den Neumarkt, unter anderem zum Artikel Oldenburger ECE-Gegner etwas entspannter″ (Ausgabe vom 3. Juni) und dem Leserbrief von Torsten Bulk Größter Konkurrent ist das Internet″ (Ausgabe vom 7. Juli).

Ich war über 25 Jahre Centermanager und möchte auf ein paar sehr entscheidende Punkte hinweisen. In den Machbarkeitsstudien werden meist Zentralitätskennziffern über 140 ausgewiesen, deren Berechnung durch zu große Einzugsgebiete bewiesen′ wird. Mit dieser Zahl wird den Politikern vorgegaukelt, wie viel Umsatz der Stadt verlorengeht. Oft wird der heutige Internetumsatz, je nach Branche zwischen fünf Prozent und 40 Prozent, verschwiegen, und der demografische Wandel fließt nicht mit seriösen Zahlen in die Gutachten ein.
Dieser Wandel hat sehrviel mit schwindender Mobilität zu tun. Wie will das Center das verödete′ Umland mit anderen Kunden ausgleichen? Das Gefährliche an einem Center ist, dass die Menschen nach zwei Jahren automatisch in das große Parkhaus fahren und man bei jedem Wetter geruhsam einkaufen kann. Danach fährt man wieder nach Hause. Ikea-Kunden fahren nach einem Besuch dort nur zu drei Prozent auch in die Innenstadt. Bei Centern liegt dieser Wert nach zwei Jahren bei 20 Prozent. Durch dieses Verhalten sinkt die Frequenz in der Innenstadt, und es fehlen die Kunden, die nur mal bummeln wollen und dann Spontankäufe tätigen. Im ersten Jahr geht man als Kunde noch seine alten Wege. Das wird unmerklich weniger. Nur ganz wenige Geschäfte, die einen hohen Alleinstellungswert haben, werden davon nicht berührt.
Somit ist Ihr Vergleich mit Oldenburg nicht aussagekräftig. Sehen Sie sich die toten Innenstädte in Hameln und Remscheid an. In Braunschweig hat die Leerstandsrate deutlich zugenommen. So gibt es viele weitere Beispiele. Ein Center macht sich seinen Markt, aber an der Innenstadt vorbei. Der Verbraucher ist am Ende der Dumme, weil die bisherige Vielfalt des Angebotes abnimmt. Die Filialisten in der Fußgängerzone werden dort zu einem großen Teil ihre Läden schließen, da sie ja im Center vertreten sind.″

Christian Glantz
Göttingen

Kein Einkaufserlebnis Langfristig lassen wir uns immer mehr Einkäufe, die wir im Internet bestellt haben, über Paketdienste bis an die Haustür liefern. Diese Entwicklung geht schneller, als viele Verbraucher es sich derzeit vorstellen. Laut eineraktuellen Untersuchung der Initiative D 21 [...] sind 76, 6 Prozent der niedersächsischen Bürger (über 14 Jahre) regelmäßig online im Internet. Mehr als doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Daher stimme ich dem Leserbrief [...] zu, dass der größte Konkurrent unserer Innenstadt das Internet ist.
Jedoch habe ich eine gegensätzliche Schlussfolgerung. Was der Verbraucher im Internet nicht bekommt, ist das Einkaufserlebnis. Dieses wurde meiner Meinung nach in den letzten Jahrendurch eine sanfte Stadtentwicklung, unsere innovativen Osnabrücker Einzelhandelsorganisationen sowie unser Stadtmarketing hervorragend verbessert. Es macht Spaß, in der Osnabrücker Innen- und Altstadt zu bummeln, flanieren und zu shoppen. [...]
Daher halte ich es für einen schweren Fehler, wenn wir unseren Einzelhändlern in Innen- und Altstadt einen weiteren Konkurrenten in Form eines autarken, 20 000 Quadratmeter großen und circa 100 Verkaufsgeschäfte umfassenden Einkaufscenters direkt vor die Nase setzen. Dieses wird nur in geringem Maße zusätzlichen Umsatz in die Stadt bringen, die Einkaufsquantität, aber sicherlich nicht die Einkaufsqualität und das Einkaufserlebnis unserer Innenstadt stärken.″
Bert Mutsaers
Osnabrück
Autor:
Christian Glantz, Bert Mutsaers


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