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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Neumarkt als Stadtpark
Zwischenüberschrift:
Achtklässler entwickeln Visionen für ein schöneres Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Ledenhof als Biergarten, ein Tretbrunnen an der Katharinenkirche, der Neumarkt als grüne Oase. Die Achtklässler der Ursulaschule ließen sich bei der Ideenfindung im Stadt-Bild-Kontraste″ Projekt von nichts aufhalten. Getreu dem Motto des Projektes: Her mit der schönen Stadt!

Was ist eigentlich eine Stadt? Wer trifft die Entscheidungen bei der Stadtplanung und für wen? Die Fragen von Steffen Tobergte lassen die Schüler am frühen Morgen des ersten Treffens Anfang Juni hellwach werden. Der Fokus-Mitarbeiter hat das Projekt im Rahmen der Jugend-Kultur-Tage″ gestartet und an die Ursulaschule gebracht. Eine Stadt, zählen die Schüler eifrig auf, das heißt shoppen gehen, Bus fahren und Eis essen. Aber leider bedeute es auch: viele Baustellen, volle Straßen und viele Abgase in der Luft.

Die Stadt, stellen die Schüler fest, wird von Erwachsenen für Erwachsene geplant. Um die Stadt aus jugendlicher Perspektive zu entdecken und zu verbessern, traf sich der Profilkurs Welt der Medien″ siebenmal mit seinem Lehrer Tobias Romberg und Steffen Tobergte. Unsere Redaktion hat das Projekt über drei Monate begleitet.

Erst mal werden Probleme auf den Tisch gehauen: Am Neumarkt und am Ledenhof quellen die Mülleimer über, am Haseuferweg gibt es nicht genug Bänke, und der Bahnhof ist abweisend gestaltet. Richtig gut gefallen den Schülern dagegen der Botanische Garten und der Spielplatz an der Rolandsmauer. Friedliche Orte, die zum Verweilen einladen, sind am beliebtesten, und davon gibt es in Osnabrück zu wenige, da sind die Schüler sich einig.

Ledenhof als Biergarten

In Kleingruppen zogen die Schüler daraufhin durch die Stadt. Mit Handys, iPads und Kameras dokumentierten sie ihre Untersuchungen. Eine Gruppe nahm sich den Ledenhof vor, einen zentralen, kaum genutzten Platz in Uni-Nähe. Steffen Tobergte brachte die Idee ein, daraus ein Schwimmbecken zu machen. Der Vorschlag der Schüler war weniger nass: ein Biergarten mit Essensständen, Lichterketten und Sitzecken. Dazu eine Bühne, auf der regionale Musiker auftreten können. Auf dem Tablet setzten die Schüler ihre Ideen digital anschaulich um. Die Lichterketten sind nicht echt, und auch die Abendsonne ist nur digital aufgegangen.

Vier Schülerinnen sahen sich auf dem Westerberg um und stellten fest: viel Potenzial, wenig Nutzung. Lichterketten stehen auch bei ihnen hoch im Kurs, am liebsten in den Bäumen am Wegesrand. Im alten Wasserhochbehälter am Edinghäuser Weg wollen sie ein Café eröffnen. Tatsächlich gab es schon mal Ideen zur Nutzung von offizieller Stelle. Der Freundeskreis Botanischer Garten hatte ein Erlebniszentrum zum Thema Wasser vorgeschlagen. Auch ein Konzerthaus war mal Teil der Überlegungen gewesen. Konkret wurde daraus aber bislang nichts.

Die Einrichtung des Cafés solle im Oma-Stil″ sein, gemütlich und herzlich. Rundherum wollen sie Blumenwiesen anlegen und Insektenhotels aufstellen. Mit Infotafeln soll ein Umwelt- Lehrpfad entstehen, und ein Bällebad mit Maiskugeln soll für Kinder ein nachhaltiges Vergnügen bieten.

Verkehrschaos und Luftverschmutzung am Neumarkt trafen bei den Schülern auf schwere Kritik. Zusammen versuchten sie die Situation am Neumarkt aufzuklären. Sie beschäftigten sich mit den Investoren, den Bauplänen und der großen Frage, was jetzt aus dem Neumarkt wird. Weil die Grundstücke dem Konzern Unibail Rodamco Westfield gehören, gibt es von offizieller Seite noch keine konkrete Antwort.

Die Schüler schlugen eine radikale Umnutzung vor: als grüne Stadtoase mit Museum. Aus dem alten Einkaufscenter soll ein modernes Museum über die Geschichte Osnabrücks werden. Eingebettet in einen Stadtpark, in dem die Osnabrücker entspannen und picknicken können.

Mehr Graffiti

Graffiti gibt es als illegale, ärgerliche Schmierereien. Aber es gibt Graffiti auch als Kunst von talentierten Sprayern, die in Osnabrück laut den Schülern einfach wenig Platz fänden. Straßenkunst könnte das Stadtbild bunter und kreativer gestalten. Die Stadt könnte Wände für Graffiti freigeben und Wettbewerbe für den besten Entwurf veranstalten.

Den Platz vor der Katharinenkirche finden die Schüler verschmutzt und heruntergekommen. Den Brunnen nähmen die meisten gar nicht mehr war. Die Jugendlichen haben da eine Idee: ein Tretbrunnen! Ein rundes Kneippbecken um den Steckenpferdreiter herum. An heißen Sommertagen müsste das doch der Hit sein. Zusammen mit einer Grundreinigung könnte der Platz wieder zu einem Ort zum Verweilen werden. Die Idee mit dem runden Tretbrunnen kam ihnen bei der Internetrecherche. Eine Gemeinde in Süddeutschland lieferte Inspiration.

Die beste Idee nützt nichts, wenn keiner von ihr hört. Deswegen überlegten die Schüler sich auch, wie sie an die Öffentlichkeit gehen können. Nach den Sommerferien gründeten die Neuntklässler ein Design-Team, welches ein Logo entwarf und sich zusammen mit dem Medien-Team um den Aufbau eines Blogs und einer Instagram-Seite kümmerte. Der Blog ist nun unter stadtbildkontraste.de zu finden. Außerdem wurde das Projekt vom Chefredakteuer des os-Radios, Andreas Menke, begleitet, der mit den Schülern Audio-Beiträge erstellte.

Eine Million Follower

Ein Teil davon war schon im Radio zu hören, was bei den Schülern für helle Aufregung sorgte. Ihre eigenen Stimmen im Radio! Die Osnabrücker wurden von Anfang an mit einbezogen. In jedem Projekt fand sich Platz für eine Umfrage unter Passanten, die in den Audio-Beiträgen zu Wort kommen.

Die Schüler werden ihre Instagram-Seite auf jeden Fall im Blick behalten, denn ihr Lehrer Tobias Romberg hat versprochen: Wenn wir eine Million Follower kriegen, bekommt ihr alle eine Eins! Damit könnte es noch eine Weile dauern, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren es gerade 34 Abonnenten.

Steffen Tobergte vom Fokus-Büro war mit dem Projekt so zufrieden, dass er nun an einer zweiten Ausgabe arbeitet. Alte und neue Teilnehmer sollen den bestehenden Blog weiter mit Ideen füllen können. Wer mitarbeiten will, kann sich beim Fokus-Büro oder direkt bei tobergte@ fokus-os.de melden.

Bildtexte:
Sieht das wirklich so aus? Nein, hier waren Achtklässler mit Visionen am Werk.
So geht es auch: Als Stadtplaner haben Schüler einen anderen Blick als Erwachsene.
Fotos:
stadtbildkontraste.de, Stella Essmann
Autor:
Stella Essmann


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