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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Parkgebühr rauf für mehr P+R
 
Weg frei für Osnabrücks ersten P+R-Platz?
Zwischenüberschrift:
Mit dem Metrobus vom Ortsrand ins Zentrum: Ikea und Stadtwerke wollen kooperieren
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Die Grünen in Osnabrück regen einen städtischen Fonds zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs an und wollen dafür Autofahrer zur Kasse bitten. In einem entsprechenden Antrag zur Ratssitzung am Dienstag, 1. Oktober, wird gefordert, die Parkgebühren um jeweils 0, 50 Euro für die ersten zwei Stunden anzuheben. Das Geld solle dann in einen großen Topf fließen, um damit gezielt ein Park-and-ride-System (P+ R) in Osnabrück anzuschieben.

Unterdessen rückt der Bau einer ersten großen P+ R-Station am Stadtrand möglicherweise näher. Nach Informationen unserer Redaktion verhandeln Stadt und Stadtwerke mit Ikea, um den Parkplatz des verkehrsgünstig gelegenen Einrichtungshauses in Hellern auch für Pendler nutzbar zu machen. Eine Lösung scheint buchstäblich in der Luft zu liegen.

Osnabrück Der Bau von Osnabrücks erster großer Park-and-ride-Station am Stadtrand rückt näher: Dabei zeichnet sich eine Kooperation mit Ikea ab. Um P+ R gezielt zu fördern, sollen nach Vorstellung der Grünen die Parkgebühren in der City steigen. Am Dienstag entscheidet darüber der Rat.

Vor einem Jahr hatte Ikea es noch abgelehnt, seinen Kundenparkplatz in Osnabrück für Park-and-ride (P+ R) zur Verfügung zu stellen. Doch mittlerweile zeigt sich der schwedische Möbelriese kompromissbereit: Nach Informationen unserer Redaktion gibt es konkrete Überlegungen für ein zusätzliches Parkdeck ganz in Nähe der Bushaltestelle Ikea″. Doch auch andere Lösungen scheinen möglich.

Frage der Kostenteilung

Ja, wir sind grundsätzlich offen, die Stadt bei dem Aufbau eines ergänzenden Parkplatzes für P+ R zu unterstützen″, erklärte Ikea-Sprecherin Simone Settergren auf Anfrage. Das Unternehmen befinde sich in entsprechenden Gesprächen″. Dabei gehe es unter anderem um die Frage, wie mögliche Kosten zwischen Ikea und der Stadt aufgeteilt werden. Nähere Angaben zum Projekt sowie zum Stand der Dinge machte die Sprecherin aus Gründen der Vertraulichkeit″ nicht.

Die Stadtwerke Osnabrück bestätigten auf Nachfrage, gemeinsam mit Ikea und der Stadt über die Schaffung von P+ R-Möglichkeiten am Standort Hellern zu verhandeln. Wir freuen uns über die Bereitschaft von Ikea, hier konstruktiv mitzuwirken″, sagte Sprecher Marco Hörmeyer. Die Gespräche liefen sehr gut″. Neben der Parkdeck-Variante gebe es noch weitere Optionen. Welche, ließ Hörmeyer offen.

Haltestelle liegt günstig

Im neuen Osnabrücker Busnetz, das ab Anfang Februar 2020 gilt, nimmt der in unmittelbarer Nähe zur Autobahn-Anschlussstelle Hasbergen-Gaste (A 30) gelegene Haltepunkt Ikea″ eine zentrale Rolle ein. Von hier aus sollen Fahrgäste künftig mit der Metrobuslinie M4 im Zehn-Minuten-Takt in die Innenstadt und weiter bis nach Belm gelangen. Aus Sicht der Stadtwerke bietet die Station damit beste Voraussetzungen für eine leistungsfähige P+ R-Verbindung. Schon heute würden viele Pendler ihre Autos auf dem angrenzenden Ikea-Kundenparkplatz abstellen und mit den beiden bestehenden Linien (31, 91) in die City weiterfahren.

Auf den Ikea-Kundenparkplatz im Gewerbegebiet Hellern passen nach Unternehmensangaben mehr als 1230 Autos. Sie sollen jedoch den Besuchern des Einrichtungshauses vorbehalten bleiben, wie Ikea gegenüber unserer Redaktion zuletzt im Oktober 2018 betont hatte. Eine Nutzung der vorhandenen Fläche für P+ R-Zwecke sei nicht möglich, da die Kapazitäten gerade an besucherstarken Tagen nicht für beide Zwecke ausreichen″. Andernfalls käme es zu Überschneidungen zwischen Kunden- und Pendlerverkehr mit der Folge, dass Ikea kein positives Einkaufserlebnis mehr gewährleisten″ könne. Denn dazu gehöre die Bereitstellung ausreichender Parkmöglichkeiten.

Parkgebühren erhöhen

Unterdessen schlagen die Osnabrücker Grünen einen Nahverkehrs-Fonds vor, mit dem P+ R gezielt gefördert werden soll ebenso der Ausbau von wichtigen Umstiegsstationen, sogenannten Mobilpunkten. Vollmachen sollen diesen neuen Geldtopf die Autofahrer.

Konkret fordert die Grünen-Fraktion im Rat, die Parkgebühren in Osnabrück um jeweils 0, 50 Euro für die ersten zwei Stunden anzuheben. Zugleich solle an den Parkautomaten deutlich sichtbar auf die Verwendung der Zusatzeinnahme hingewiesen werden. Auf diese Weise könnten Autofahrer den Sinn der Gebührenanhebung klar nachvollziehen″, heißt es in einem entsprechenden Antrag. Ihnen werde signalisiert, dass sie an anderer Stelle etwas dafür zurückbekommen, nämlich in Form von verbesserten ÖPNV-Angeboten, etwa P+ R″.

Die Grünen berufen sich bei ihrer Forderung nach einem Payback-Modell auf eine nicht näher bezeichnete aktuelle Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland″. Demnach seien Städte so zu entwickeln, dass Menschen künftig nicht mehr mit dem Auto fahren müssen. 91 Prozent der Befragten hätten angegeben, das Leben wäre besser, ohne aufs Auto angewiesen zu sein. Und 61 Prozent der Autofahrer in Großstädten hätten erklärt, zu einem Umstieg auf andere Verkehrsmittel bereit zu sein.

Am morgigen Dienstag entscheidet der Rat über den Grünen-Vorstoß. Beginn der Sitzung ist um 17 Uhr. Wir berichten live im Ticker auf noz.de.

Bildtext:
Bei Ikea in Hellern parken und von dort mit dem Metrobus in die City fahren: So stellen sich die Planer bei Stadt und Stadtwerken die erste leistungsfähige Park-and-ride-Verbindung Osnabrücks vor.
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Kompromiss gefunden

Für den Aufbau guter Park-and-ride-Verbindungen braucht man vor allem eins: möglichst große, kostenlos nutzbare Parkflächen, die so günstig an den Haupteinfallstraßen liegen, dass ein Eintauchen in den innerstädtischen Berufsverkehr mit dem eigenen Auto dem Pendler von außerhalb deutlich weniger sinnvoll erscheint als der rechtzeitige Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, welche ihre Fahrgäste stressfrei, in dichtem Takt, idealerweise besonders preiswert sowie am Stau vorbei ans Ziel ihres Arbeitsweges bringen.

Vor diesem Hintergrund erscheint die künftige Metrobus-Haltestelle Ikea in Osnabrück-Hellern geradezu ideal als P+ R-Station. Der angrenzende Kundenparkplatz des schwedischen Einrichtungshauses ist riesig (und offenbar noch ausbaufähig), weit genug weg vom Zentrum, aber auch nah genug dran. Und anscheinend wird er auch heute schon von so manchen Pendlern für P+ R genutzt, wenngleich inoffiziell.

Es wäre mithin wunderbar, kämen Stadt, Verkehrsbetrieb und Unternehmen hier am Ende gemeinsam zu einer Lösung, die den berechtigten Interessen aller Akteure gerecht wird, insbesondere aber die Osnabrücker City von Autoverkehr entlastet. Möglicherweise ist mit der Idee, auf dem Ikea-Parkplatz ein zusätzliches Parkdeck zu errichten, ja bereits ein tragfähiger Kompromiss gefunden.

s.stricker@ noz.de
Autor:
Sebastian Stricker


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