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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Anwohner fürchten: In Pye soll am Grünen Finger geknabbert werden
Zwischenüberschrift:
Bürgerforum diskutiert über geplantes neues Baugebiet an der Temmestraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Was hat Vorrang ein Grüner Finger oder ein neues Wohngebiet? Das Bürgerforum Pye diskutierte jetzt über Ackerland nördlich und südlich der Temmestraße. Denn auf dem Feld, das sich südlich der Siedlung am Süver Hang zwischen den Straßen Am Pyer Ding und Am Stollenbach befindet, soll ein Wohngebiet entstehen.

Stadtbaurat Frank Otte sprach im Bürgerforum angesichts des knappen Wohnraums in Osnabrück von einem Abwägungsprozess. Zwar hatte der Rat der Stadt bereits vor mehr als 20 Jahren beschlossen, die Grünen Finger als verbindlichen Bestandteil des Flächennutzungsplans abzusichern, aber was das Gebiet entlang der Temmestraße angeht, gilt dem Fachbereich Städtebau zufolge diese Einschränkung: In der damaligen Abwägung wurde dem Belang weiterer Wohnbauflächenentwicklung in Pye gegenüber dem Belang der kompletten Erhaltung des Grünen Fingers Vorrang eingeräumt.″

Anwohnerin Sabine Pankoke wollte wissen, weshalb nicht vorrangig Gebiete weiter westlich des Gebietes bebaut werden könnten. Auch auf die dortigen Flächen hat die Verwaltung bereits mehr als nur einen Blick geworfen, wie die Antwort des Fachbereichs Städtebau offenbart: Die Stadt führt Gespräche mit den Eigentümern.″ Aber wie wäre es mit einem Flächentausch, um den Grünen Finger zu schützen? Stadtbaurat Otte entgegnete: Wir haben keine Grundstücke zum Tauschen.″

Besteht denn in Pye überhaupt ein so großer Bedarf nach Wohnungen? Eine Anwohnerin warf ein: Pye ist nicht Osnabrück! Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, in Pye zu verdichten.″ Auf diesen Einwand antwortete der Stadtrat so: Den Flächenbedarf verursachen wir selbst.″ Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten pro Person im Durchschnitt 20 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung gestanden, seitdem sei der Bedarf auf 46 Quadratmeter gestiegen. Es sei Ihnen ja gegönnt, aber wir müssen mit den Konsequenzen leben.″ Und der Anspruch auf ein Häuschen im Grünen″ dürfe nicht alleine denen vorbehalten bleiben, die schon da sind″. Wie viele neue Häuschen im Grünen″ in Pye gebaut werden, ist noch nicht klar. Otte kündigte aber an, nach Möglichkeit alle Wohnungsformen zu mischen, auch kostengünstige″. Auch das Angebot an Eigentum und Mietwohnungen soll gemischt sein. Ein Anwohner fragte: Wie lange dauert es, bis gebaut werden kann? Otte antwortete: Wenn es gut läuft, drei Jahre, bei Problemen auch länger.″

Wie wäre es mit der Ausweisung eines neuen Grünen Fingers am Stichkanal zwischen der Glückaufstraße und der Römereschstraße? Diese Idee brachte Imke Wedemeyer vom Piesberger Gesellschaftshaus mit in das Bürgerforum, allerdings vor einem anderen Hintergrund: Sie wünscht sich einen Ersatz für einen verloren gegangenen Grünzug am Fürstenauer Weg in Haste, wo die Firma Koch gebaut hat, nachdem die Stadt dort den Plan für ein Güterverkehrszentrum aufgegeben hatte.

Aber das bewaldete Gebiet südlich des Stichkanals zum Grünen Finger zu machen ist aus Sicht des Fachbereichs Städtebau nicht möglich. Dagegen spricht das schnöde Recht″, wie es Otte formulierte: Demnach existieren dort mehrere verbindliche Bebauungspläne. Es handelt sich offiziell um ein Industriegebiet. Auch wenn sich dort Wälder gebildet haben, stünden die Flächen unter Berücksichtigung des Artenschutzes für die Ansiedlung oder Erweiterung von Betrieben zur Verfügung, mit Anbindung an den Stichkanal als Standortkriterium.

Bildtext:
Hier soll gebaut werden: Die Stadt plant für das Gebiet nördlich und südlich der Temmestraße eine Erweiterung der Siedlung am Süver Hang.
Foto:
Philipp Hülsmann
Autor:
Jann Weber


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