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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gedenktag will zum Nachdenken einladen
 
„Leben-Lachen-Freude″ als Motto des Tages
 
Friedhöfe sind vielfältig
Zwischenüberschrift:
Bundesweit stehen am dritten Septemberwochenende Friedhöfe im Mittelpunkt
 
Nächste Jahr wird ein neuer Sinnspruch kreiert
 
Hintergründe zum jährlichen Gedenktag
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Man kann dort nicht nur trauern und Trost finden Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen. Am dritten Septemberwochenende wird bundesweit der Tag des Friedhofs durchgeführt, der unter dem Motto Der Friedhof: Leben-Lachen-Freude″ steht.

Friedhöfe und Lebensorte: Friedhöfe sind Orte der Erinnerung, Friedhöfe verändern ihr Gesicht und Friedhöfe sind Lebensorte: Sie können″ Naturschutz. Der Wandel der Bestattungskultur spiegelt den gesellschaftlichen Wandel wider und stellt Friedhofsverwaltungen vor neue Aufgaben. Friedhöfe sind seit Jahrhunderten verlässliche Orte für alle, die um einen Verstorbenen trauern mit Gedanken, Gefühlen, oft auch mit Gebeten″, betonen die Vertreter beider christlichen Konfessionen übereinstimmend. Die beiden großen Kirchen verwalten neben den Kommunen eigene Friedhöfe insbesondere im ländlichen Raum. Im Bereich der Ev.-lutherischen Landeskirche sind das beispielsweise rund 900 Friedhöfe, die von Kirchen- und Kapellengemeinden verwaltet werden.

Orte der Erinnerung: Die Formen der Trauergottesdienste und der Bestattungen mögen sich ändern der Wunsch nach einem Ort, der die Menschen mit den Verstorbenen verbindet, ist nach wie vor da. Deshalb haben Friedhöfe auch in Zeiten des digitalen Wandels eine hohe Bedeutung als Orte der Einkehr und des inneren Dialogs mit den Verstorbenen″, betont Joachim Jeska, Superintendent im ev.-lutherischen Kirchenkreis Osnabrück. Auch Martin Splett, Referent für Trauerpastoral im Seelsorgeamt im Bistum Osnabrück findet, dass Friedhöfe mit ihrer besonderen Atmosphäre in unserer Gesellschaft die Erinnerung daran wachhalten, dass Vergänglichkeit, Tod und Trauer zum Leben dazugehören. Zudem geben christliche Gräber Zeugnis von der Hoffnung, dass der Tod nicht das Letzte ist″.

Lebensorte für den Artenschutz: Gabi Gust schaut mit einem etwas anderen Blick auf Friedhöfe. Wir haben hier die Möglichkeit, auf kirchlichem Boden praktischen Naturschutz zu betreiben″, sagt sie. Die Sozialpädagogin und Bildungsreferentin ist im Haus kirchlicher Dienste der Ev.-lutherischen Landeskirche in Hannover zuständig für das Projekt Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen″. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Reinhard Benhöfer bietet sie Kurse für Umweltmanagement auf Friedhöfen an. Es fängt mit dem Wissen an″, ist sie überzeugt: Ob es um das richtige Saatgut für Blumenwiesen geht, um Baumkontrolle oder die geeignete heimische Heckensorte. Und manchmal reiche es auch, Dinge nicht zu tun. Einen Baum nicht zu fällen, Totholz liegen zu lassen, Mauern nicht von Flechten zu reinigen und damit Lebensraum gegen das Artensterben zu schaffen. Systematisches Umweltmanagement reduziert den Pflegeaufwand und damit auch die Kosten, weiß Gust. Du schaust mit einer anderen Brille auf deinen Friedhof″, berichtet Susanne Pohlmann aus Bad Rothenfelde von ihren Erfahrungen aus den Kursen zum Umweltmanagement. Und: Man muss im Kleinen anfangen und sich vernetzen, das ist das Wichtigste″. Reine Kiesbeete seien in der Friedhofsordnung jetzt nicht mehr gestattet. Dafür biete man gemeinschaftliche Grabstellen an, die mit Stauden hochwertig bepflanzt sind. Und die Erweiterungsfläche des Bad Rothenfelder Friedhofs ist zu einer großen Blühwiese geworden. Sie wird vom BUND betreut und Susanne Pohlmann hat dort sogar einen Schwalbenschwanz gesehen.

Mehr zu Naturschutz auf kirchlichen Friedhöfen: https:// www.kirchliche-dienste.de/ arbeitsfelder/ umweltschutz/ Naturschutz-auf-Friedhof

Die Autorin Brigitte Neuhaus ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Osnabrück tätig.

Bildtexte:
Friedhöfe sind ganz besondere Orte: Hier kann man nicht nur trauern und Trost finden Friedhöfe bieten auch Ruhe und Raum zum Entspannen und zum Kraft schöpfen.Foto: Katharina Lohmeyer
Auch das macht Sinn: Mauern nicht von Flechten reinigen und damit Lebensraum schaffen.
Friedhöfe im Wandel: Eine blühende Wiese schmückt im Sommer einen Ort der Trauer und Einkehr.
Fotos:
Susanne Pohlmann

Osnabrück 2018 und 2019 stand bzw. steht der bundesweit stattfindende Tag des Friedhofs unter dem Motto Der Friedhof: Leben-Lachen-Freude″. Erst zum Tag des Friedhofs 2020 wird es wieder ein neues Motto geben.

Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Man kann dort nicht nur trauern und Trost finden Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen. Trauernde finden hier einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um ihrer zu gedenken. Durch den Umgang mit Blumen und Pflanzen kann die Trauer besser verarbeitet werden, positive Gefühle, wie Wohlbefinden, Entspannung und Heimatgefühl können durch die Bewegung im Grünen Kulturraum Friedhof″ ausgelöst werden.

So vielfältig wie Friedhöfe sein können, so vielfältig ist auch das Motto. Aber was ist genau mit Der Friedhof: Leben-Lachen-Freude″ gemeint?

Friedhöfe sind vor allem bekannt als Orte der Stille und Erinnerung, aber auf ihnen finden auch Begegnungen und Gespräche statt. Hier wird oftmals neu Mut gefasst und Hoffnung geschöpft und ja, mitunter auch gelacht und sich an Schönes erinnert. Auf vielen Friedhöfen finden auch Veranstaltungen statt oder sie werden als außerschulische Lernorte von Schülerinnen und Schülern erkundet. Friedhöfe haben einen unschätzbaren Wert für Tiere, Pflanzen und Menschen. Der Tag des Friedhofs soll genau auf diese Vielfältigkeit hinweisen. Dazu finden unter dem neuen Motto Projekte statt, die sich mit Bestattung, Tod und Trauer befassen. Andererseits werden fröhliche Kinderaktionen, Konzerte und Lesungen durchgeführt, denn es soll deutlich werden, dass ein Friedhof immer aufgesucht werden kann, wenn man sich vom stressigen Alltag erholen, eine ruhige Mittagspause verbringen oder einfach die Schönheit und die Ruhe des Ortes genießen möchte. Das Ziel des aktuellen Mottos ist, dass ältere Generationen und auch deren Kinder und Enkelkinder den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen.

Bildtext:
Friedhöfe sind nicht nur Orte der Trauer und der Erinnerung, sie sind auch Orte der Begegnungen, des kulturellen Austausches, der Freude und der Hoffnung.
Foto:
iStock

Osnabrück Ins Leben gerufen wurde der Tag des Friedhofs″ 2001 vom Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e. V. gemeinsam mit den bundesweit tätigen Friedhofsgärtnern, Steinmetzen, Bestattern, Floristen, den Städten und Kommunen sowie Religionsgemeinschaften und Vereinen.

Seitdem entwickelte sich dieser Aktionstag zu einem viel beachteten Event. Jeweils am dritten Septemberwochenende nehmen vielerorts tausende Menschen an Aktionen zum Thema Friedhof″ teil. Der diesjährige Tag des Friedhofs findet am 21. und 22. September 2019 unter dem Motto Der Friedhof: Leben-Lachen-Freude″ statt.

Geführte Friedhofsrundgänge, Diskussionen zu friedhofsrelevanten Themen, Ausstellungen mit verschiedenen Schwerpunkten sowie kulturelle Veranstaltungen mit Musik und Literatur (wie zum Beispiel die Kulturveranstaltungen auf den historischen Friedhöfen in Osnabrück) haben dabei immer ein Ziel: Die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, Ort der Trauerbewältigung, Erholungs- und Lebensraum soll den Menschen wieder näher gebracht, der Umgang mit den Themen Tod und Trauer enttabuisiert werden. Die Gestaltung dieses Tages liegt dabei in den Händen der einzelnen Städte und Gemeinden. Vor Ort schließen sich vielerorts Friedhofsgärtner, Bestatter, Steinmetze, Floristen, Friedhofsverwaltungen, Religionsgemeinschaften sowie Initiativen und Vereine zusammen, um ihre Ideen zum jeweiligen Tag des Friedhofs umzusetzen.

Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, die Bürger für die zahlreichen Funktionen des Friedhofs und deren Bedeutung für die Menschen zu sensibilisieren. Generationsübergreifend kann das gesamte Spektrum des Friedhofs und seine Bedeutung dargestellt werden:

Friedhof als Ort der Trauer,

Friedhof als Ort für Verstorbene,

Friedhof als Ort der Ruhe,

Friedhof als Ort der Erinnerung,

Friedhof als grüne Oase,

Friedhof als Treffpunkt,

Friedhof als Ort der Kunst und Kultur,

Friedhof als Ort der Lokalgeschichte.

Friedhöfe haben viel zu bieten. Sie sind ein Teil des Städte- und Gemeindelebens. Und das gilt für alle Generationen. Gerade für Kinder ist es zum Beispiel spannend, sich bei altersgerechten Aktionen am Tag des Friedhofs mit dem Tod als Bestandteil des Lebens auseinanderzusetzen. Sie lernen den Friedhof dadurch auch als einen Ort des Lebens kennen. Kinderprogramme haben deshalb einen besonderen Stellenwert.

Bildtext:
Der jährliche Gedenktag soll anregen zum Nachdenken und die Friedhöfe als Ruhestätte, als Ort der Trauerbewältigung, als Erholungs-, Natur- und Lebensraum bewusst machen.
Foto:
iStock
Autor:
Brigitte Neuhaus, pm


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