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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Informationstag Streuobst
Zwischenüberschrift:
Der Kalkhügel-Garten in Osnabrück bietet mehr als nur Äpfel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Ein Sinnesparcours, eine Apfelsaft-Pressmaschine mitten auf der Wiese, ein Tierspuren-Rätsel und Live-Musik: Der Informationstag Streuobst″ im Osnabrücker Kalkhügel-Garten bot den Besuchern am Samstag so einiges.

Es ist wohl ihr wertvollstes Gold″ im Kalkhügel-Garten: Die knapp 20 Apfelbäume mit ihren zurzeit reifen Früchten. Nina Meyer und Leon Pohlmann sind sogenannte Streuobstpädagogen″. Seit 2017 gehört ihnen der große Schrebergarten am Kalkhügel. Der Garten war total verwildert″, sagte Nina Meyer. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir die vielen Apfelbäume gesehen haben″, ergänzte ihr Kollege Leon Pohlmann. Nun standen die beiden vor einer Wahl: Die teilweise kaputten Bäume abholzen oder sich eine Idee einfallen lassen, was mit den vielen Äpfeln passieren soll. Abholzen kam für uns nie in Frage″, so Pohlmann. Die alten Bäume seien knapp 40 Jahre alt. Wir haben uns also im Internet informiert, was man machen könnte und sind auf die Ausbildung Streuobstpädagoge′ gestoßen.″

Ein Jahr lang dauerte die Ausbildung der beiden Gartenbesitzer. Seit Oktober 2018 sind sie zertifizierte Streuobstpädagogen. Aber was bedeutet dieser Begriff überhaupt? Zu dieser Frage luden Meyer und Pohlmann zahlreiche Besucher in ihren Garten ein. Wir möchten das Biotop unter Leute bringen″, erklärte Meyer. Schon Kinder sollten über das Thema Streuobstwiesen″ und ihre Bewohner, wie Insekten, Vögel oder Bienen aufgeklärt werden. Jeder sollte es zu schätzen wissen, einen solchen Baum im Garten stehen zu haben. Es ist nicht nötig, dann noch in den Supermarkt zu gehen und sich Äpfel zu kaufen.″

Die Informationstafel in der Mitte des Gartens zeigte den Besuchern, was der Kalkhügel-Garten zu bieten hat und was Streuobstpädagogen″ für eine Aufgabe haben. Verschiedene Spiele und Rätsel versteckten sich außerdem an den verschiedenen Bäumen. Wir haben einen Sinnes-Parcours aufgebaut, an dem große und kleine Besucher hören, riechen oder fühlen können″, sagte Meyer. Eine Pressmaschine mitten auf der Wiese sorgte für eine kleine Erfrischung mit frisch gepressten Apfelsaft. An einigen Bäumen hingen Bilder von verschiedenen Tieren: Das ist das Tierspuren-Rätsel. Dort können die Besucher raten, welche Tiere hier wohnen″, erklärte Meyer weiter.

Studenten der Initiative Nachhaltigkeit″ der Uni Osnabrück informierten an einem Stand über Mülltrennung. Außerdem gab es einen Erntestand, wo gespendete, selbstgemachte Lebensmittel, wie Marmelade, Kuchen und natürlich Äpfel verkauft wurden. Der Erlös wird für den weiteren Aufbau des Gartens verwendet, wie zum Beispiel neue Bepflanzung, Dünger oder ähnliches″, so Meyer. Ein besonderes Highlight war die Schulband Percussion″ der Wittekind Realschule. Die Kinder der sechsten Klassen spielen freiwillig außerhalb des schulischen Unterrichts″, sagte Musiklehrerin Almut Stephan. Sie begleiteten zusammen mit Ingo Müller von der Musik- und Kunstschule den Informationstag mit Trommeln zu südafrikanischen Klängen.

Die beiden Streuobstpädagogen möchten nach dem Info-Tag als Auftakt so richtig durchstarten: Wir möchten Kindergärten und Schulen das Thema Streuobst′ näher bringen″, sagte Meyer. Es sollen dafür Projekte im Kalkhügel-Garten, als auch vor Ort, in der Nähe der Schulen, stattfinden. Wir dürfen auch öffentliche Streuobstwiesen in Osnabrück und Landkreis nutzen.″ Ziel sei es unter anderem, über die Bildung nachhaltiger Entwicklung zu sprechen. Schön wäre es, Projekttage in Schulen anzubieten oder sogar eigene Streuobstwiesen an Schulen anzulegen″, sagte Meyer.

Das Interesse und die Nachfrage sei schon da und wachse weiter. Langfristig gesehen, möchten wir ein Umweltbildungszentrum gründen″, sagten die Streuobstpädagogen. Ein Klassenzimmer im Grünen oder eine Insektenstation könnten wir uns gut vorstellen.″

Bildtext:
Sonntags lädt der Kalkhügel-Garten übrigens gegen eine freiwillige Spende zum Apfelpflücken ein.
Foto:
Katja Steinkamp
Autor:
Katja Steinkamp


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