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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mehr Geld für den Zoo
Zwischenüberschrift:
Am Schölerberg wird investiert: Stadt Osnabrück steigt mit 25 Prozent ein
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Osnabrücker Zoo kann bei seinen geplanten Neubauprojekten auf die Unterstützung der Stadt bauen. Mit den Stimmen von CDU/ BOB und SPD beschloss der Rat, den Gesellschaftsanteil der Stadt an der gemeinnützigen Zoo GmbH von fünf auf 25 Prozent zu erhöhen. Damit bekommt der Zoo die geforderten Zuschüsse, und die Stadt erhält mehr Mitspracherechte.

Für den Zoo geht es ums Kerngeschäft, die Elefanten. Um die Dickhäuter langfristig in Osnabrück zu behalten, muss ihr Gehege am Schölerberg erheblich vergrößert werden. Dafür werden rund sechs Millionen Euro benötigt, die der Zoo nicht aus eigener Kraft aufbringen kann, weil sich die Einnahmen von Sponsoren und Besuchern offenbar nicht weiter steigern lassen. Ein Millionenzuschuss der Stadt soll die Lücke schließen mit einem Beitrag von 500 000 Euro pro Jahr.

Von den kleineren Fraktionen im Rat gab es Vorbehalte gegen dieses Finanzierungsmodell. Am Ende stimmte zwar nur der Pirat Nils Ellmers gegen die Vorlage, aber die Grünen, die FDP, die Linke und die UWG enthielten sich. Wir haben für die Entscheidung nicht die notwendigen Informationen″, konstatierte Giesela Brandes-Steggewentz von der Linken. Wulf Siegmar Mierke (UWG) äußerte ebenfalls seine Zweifel. Mit Blick auf die turbulente Jahreshauptversammlung der Zoogesellschaft, die Abwahl des Präsidenten und den Rücktritt des übrigen Präsidiums meinte er, dass ein beträchtlicher Imageschaden die Entscheidung belaste.

Michael Hagedorn von den Grünen rückte den Blick auf die Bilanzen der Zoogesellschaft. Wer die lese, stoße auf Zahlen, bei denen man zusammenzucken könne, bemerkte er mit Blick auf das Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital. Wenn die Stadt größer einsteige, müssten glasklare Verhältnisse″ her.

Wir beschließen keine ungedeckten Schecks″, erklärte der Fraktionsvorsitzende Volker Bajus. Hier zeichne sich eine dauerhafte Subventionierung ab, und die könne nicht einfach durchgewinkt werden. Die Grünen hatten sich schon vor der Sitzung mit der FDP und den Linken auf einen Änderungsantrag verständigt, nach dem die Entscheidung vorübergehend ausgesetzt werden sollte.

Diesen Antrag zogen die Kritiker jedoch zurück, nachdem sie die Zusage bekommen hatten, dass sich das Rechnungsprüfungsamt den Zoo vornehmen werde. Stadtkämmerer Thomas Fillep versicherte außerdem, dass Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und er als ständige Mitglieder im Aufsichtsrat der Zoogesellschaft Einblicke in die Wirtschaftsplanung und die Jahresabschlüsse hätten und diese auch nutzten.

Politiker von CDU und SPD sprachen sich für eine stärkere Unterstützung der Gesellschaft aus. Der Zoo Osnabrück spielt in der obersten Liga, aber nicht bei den Zuwendungen″, erklärte CDU-Ratsfrau Petra Knabenschuh mit Blick auf die deutlich höheren Summen, mit denen die Städte Münster und Hannover ihre Zoos unterstützen. Das Geld sei gut angelegt, meinte Thorsten Wassermann (BOB), denn wir investieren in Freizeit, Familie und Tierwohl″.

SPD-Fraktionschef Frank Henning sprach von einer Erfolgsgeschichte″: Die Beliebtheit des Zoos sorge dafür, dass die Stadt mehr Steuern einnehmen könne.

Kommentar
Zoo nicht im Stich lassen

Der Auftritt der Zoogesellschaft war in den vergangenen Tagen katastrophal. Aber es war eben nur″ der Verein, der sich selbst zerlegt hat, nicht die gemeinnützige GmbH. Die läuft.

Der Zoff auf dem Schölerberg wirft die Frage auf, ob Unternehmen mit Umsätzen und Investitionen in Millionenhöhe und nichts anderes ist der Zoo in Abhängigkeit von Vereinsstrukturen erfolgreich geführt werden können. Aus diesem Blickwinkel verschafft die Aufstockung des städtischen Anteils dem Zoo nicht nur einen finanziellen Vorteil. Vielmehr wird mit dem gleichzeitigen Zuwachs an städtischen Aufsichtsratssitzen in der Zoo gGmbH von zwei auf vier der Einfluss des Vereins kontrolllierbarer.

Das sollten Kritiker im Kopf behalten, wenn sie die Finanzspritze mit Blick auf das Vereinschaos infrage stellen. Denn eines ist auch klar: In den vergangenen Jahren sind neben den laufenden Kosten mehr als 35 Millionen Euro in den Zoo geflossen. Der Anteil der Stadt an diesen Investitionen ist überschaubar. Folgende Rechnung sollten die Ratsmitglieder aufstellen: Was haben wir in den Zoo investiert, und was haben wir dafür bekommen? Das Ergebnis: einen touristischen Leuchtturm nahezu zum Nulltarif. Da wäre es schon sehr befremdlich, den Zoo jetzt, wo die Luft dünner wird, im Stich zu lassen.

d.kroeger@ noz.de
Autor:
Dietmar Kröger


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