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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der will nur gucken
Zwischenüberschrift:
Darum hängt am Erich-Maria-Remarque-Ring ein Gorilla-Bild
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Es gibt Besonderheiten in jedem Stadtbild, die auch alteingesessene Einwohner zwar wie selbstverständlich kennen, deren Geschichte aber nicht allgemein bekannt ist.

Wer etwa das Bild eines Gorillas zwischen Nonnenpfad und Altstadtbahnhof am Erich-Maria-Remarque-Ring. Wer dort entlangfährt oder geht, dem ist das Bild vielleicht schon einmal ins Auge gefallen. Aber warum hängt es dort?

Seit über einem Vierteljahrhundert hängt der mürrisch wirkende Gorilla am Bahndamm am Erich-Maria-Remarque-Ring und fällt dort vielen gar nicht auf. Dabei wurde er einst extra installiert, um anzuecken: Die Autofahrer, die in der Nähe der Uhr im Stau stecken und von dem , weisen' Affen angesehen werden, sollen sich ärgern″, sagte der Künstler Friedel Kantaut bei der Einweihung der Installation im September 1993 im Gespräch mit unserer Redaktion. Moment: Uhr? Tatsächlich erkennt man unten links noch die Anzeige einer digitalen Uhr doch die geht seit mehreren Jahren nicht mehr. Und schon 1998 erreichten unsere Redaktion erste Beschwerden über ein Loch an der Stelle, wo die Uhr hing. Kunst in der Stadt

Der Titel des Wandbildes lautet „. . . is watching you!″, installiert wurde es im Rahmen der Aktion Kunst in der Stadt″. Der in Osnabrück geborene und mittlerweile in Berlin lebende Kantaut sagte, dass eine von ihm begleitete Malaktion der Thomas-Morus-Schule und die Arbeit der Verhaltensforscherin Dian Fossey zur Wahl des Gorilla-Porträts geführt haben. Unterstützt wurde er beim Bild vom Elektroniker Michael Thomm und zwei Graffiti-Künstlern, die links neben das Affenkonterfei Tags sprühten.

Die Bedeutung ist gewollt mehrdeutig: Der Mensch wird zum Versuchstier. Gleichzeitig zeige das Bild im Zusammenspiel mit der damals noch funktionierenden Uhr, dass die Zeit für die Tiere, aber auch die Menschen abläuft. Oder ganz profan auf die Sekunde genau, wie im Stau die Lebenszeit verrinnt.

Im Jahr 2010 wurde das Werk erneuert und seitdem geht die Uhr gar nicht mehr″, sagt Künstler Kantaut auf unsere Nachfrage hin. Dabei müsse das gar nicht sein: Ich habe mich schon mehrmals an das zuständige Kulturamt der Stadt gewendet, weil ich jemanden an der Hand habe, der die Uhr schnell reparieren könne. Doch man hat sich nie bei mir zurückgemeldet.″

Aktuell, so ein Sprecher der Stadt auf unsere Nachfrage, sei der technische Mitarbeiter der Kunsthalle jedoch mit den Stadtwerken und mit einem Techniker im Gespräch, um zu schauen, was gemacht werden könne.

Was erst einmal bleibt, sind daher nur der mürrische Affe und das Rätseln über ein ungewollt zeitloses Kunstwerk.

Bildtexte:
Der Gorilla am Ring das Kunstwerk trägt den bezeichnenden Titel „... is watching you″.
Passanten müssen schon genau hingucken, um die Uhr auf dem Bild auszumachen.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Corinna Berghahn


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