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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Amprion verwirft 380-kV-Trasse durch Voxtrup
Zwischenüberschrift:
Erdkabel wegen Trinkwasserschutzes wohl nicht möglich / Leitung stattdessen durch Bissendorf?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bissendorf/ Osnabrück Der Netzbetreiber Amprion hat seinen Vorzugskorridor für die geplante 380-kV-Leitung von Osnabrück-Lüstringen nach Gütersloh verworfen. Aus Gründen des Trinkwasserschutzes soll die Trasse nun anstatt durch Voxtrup weiter östlich durch Bissendorfer Gebiet verlaufen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Warum hat Amprion die Pläne geändert? Ursprünglich sollte die 380-Kilovolt-Leitung von Lüstringen kommend an Voxtrup entlang nach Süden verlaufen und dann hinter der Autobahn 30 Richtung Melle und NRW-Landesgrenze nach Südosten abknicken. Dieser sogenannte Korridor 1 hätte sich am Verlauf der bestehenden 220-kV-Leitung orientiert und war noch im Februar von Amprion als Vorzugsvariante bestätigt worden.

Beim jüngsten Erörterungstermin zum Raumordnungsverfahren vollzog Amprion jetzt die Kehrtwende: Korridor 1 solle von der weiteren Betrachtung ausgeschlossen werden. Dafür führt Amprion zwei Gründe an: Eine Freileitung sei hier nicht möglich, weil der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung nicht eingehalten werden könne das ist nicht neu und hatte Amprion schon vor anderthalb Jahren dazu veranlasst, in Voxtrup einen vier Kilometer langen Erdkabel-Abschnitt einzuplanen.

Neu ist der zweite Einwand: Aus Gründen des Trinkwasserschutzes sei auch die Erdverkabelung keine Option. In den Unterlagen für das Raumordnungsverfahren bezieht sich Amprion dabei auf eine Entscheidung des Fachbereichs Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Osnabrück: Dieser habe die für die Querung des Wasserschutzgebiets Düstrup erforderliche Ausnahme bereits jetzt ausgeschlossen″. Alle Optionen, den Sandforter Berg per Erdkabel zu queren, gefährdeten demnach das Grundwasser im Bereich des Wasserwerks Düstrup. Der bislang favorisierte″ Korridor 1 werde deshalb auch für eine Teilerdverkabelung als nicht genehmigungsfähig bewertet″, folgert Amprion.

Welche Alternativen gibt es? Bereits im Herbst hatte Amprion nachträglich zwei alternative Korridore durch Bissendorfer Gebiet in die Planung eingebracht: den etwa sechs Kilometer langen Korridor 2″ zwischen Sandforter Berg und Eistruper Berg und den etwa acht Kilometer langen Korridor 3″ östlich des Eistuper Berges. Beide werden von Amprion als genehmigungsfähig eingeschätzt, allerdings seien mit Blick auf den Wasserschutz für alle drei Korridore Konflikte erkennbar″. Korridor 2 wird wegen der kürzeren Länge als vorzugswürdig eingestuft.

Ist diese Einschätzung endgültig? Nein, formal handelt es sich zunächst nur um die Einschätzung des Vorhabenträgers, die vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg geprüft wird. Zuständig ist dort Bernhard Heidrich, der auf Anfrage sagt: Im Moment zeichnet sich ab, dass das, was Amprion vorgelegt hat, Hand und Fuß hat.″ Soll heißen: Sofern sich die Einschätzung des Netzbetreibers bestätigt, dürfte sich auch das Amt gegen Korridor 1 aussprechen.

Was bedeutet das für eine Teilerdverkabelung? Im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) ist Vorhaben 16″ von Bad Essen-Wehrendorf über Lüstringen nach Gütersloh als Pilotprojekt für eine Teilerdverkabelung ausgewiesen das heißt, überall dort, wo eine Freileitung nicht möglich ist, darf Amprion die Kabel unterirdisch verlegen. Bislang waren die vier Kilometer bei Voxtrup der einzige vorgesehene Erdkabelabschnitt Kritiker hatten dem Netzbetreiber deshalb vorgeworfen, den Willen des Gesetzgebers nicht zu beachten. Amprion wiederum bezog sich stets auf die gesetzlich vorgesehenen Auslösekriterien″, die eine Erdverkabelung nur als Ausnahme zuließen. Prinzipiell plant das Dortmunder Unternehmen die Trasse deshalb nach eigenen Angaben als Freileitung.

Die von Amprion eingereichten Unterlagen zeigen allerdings, dass auch im Bereich Natbergen keine durchgehende Freileitung möglich sein wird. Dabei fungiert die A30 als Trennlinie: Südlich der Autobahn könnten die Kabel auf beiden Korridoren überirdisch verlegt werden, nördlich der Autobahn dürfte die Erdverkabelung kommen.

Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter wagt bereits die Prognose, dass dort an einem Erdkabel nichts vorbeigeht″; Amprion-Sprecher Weber deutet zumindest an, dass das Unternehmen aus technisch-wirtschaftlichen Gründen″ darauf verzichten könnte, die Erdverkabelung für lediglich einen 1, 5 Kilometer langen Abschnitt mit einer Freileitung und zwei Übergabestationen zu unterbrechen.

Was bedeutet das für den nördlichen Abschnitt der Trasse? Der nördlichste Abschnitt von Vorhaben 16 führt von Bad Essen-Wehrendorf ebenfalls über Bissendorf nach Lüstringen. Auch hier hat Amprion drei mögliche Korridore ausgemacht, die in diesem Fall A, B und C genannt werden; als Vorzugskorridor hat das Unternehmen Variante A ausgemacht, die an Schledehausen, Jeggen und Darum vorbei nach Lüstringen führt.

Diese Planung dürfte Halfter zufolge nicht mehr haltbar sein, wenn der südliche Teil der Leitung auf Korridor 2 oder 3 errichtet wird: Ich gehe davon aus, dass sich daraus eine ganz neue Favorisierung für den nördlichen Abschnitt ergeben wird.″ Er schlägt vor, beide Abschnitte so weit wie möglich parallel als Erdkabel zu verlegen eine Option, die Amprion bislang stets abgelehnt hat.

Doch auch Heidrich vom Amt für regionale Landesentwicklung macht deutlich: Selbst, wenn wir beide Abschnitte getrennt planen, nehmen wir am Ende eine Gesamtbetrachtung vor.″ Zwei getrennte Trassen dürften jedenfalls nicht schlechter sein als eine gemeinsame, stellt er klar: Unser Ziel ist es, die Konflikte zu minimieren.″

Bildtext:
Die neue 380-kV-Leitung wird wohl nicht der bestehenden Stromleitung durch Voxtrup folgen aus Gründen des Trinkwasserschutzes entlang des Sandforter Bachs.
Foto:
David Ebener

Staatssekretär am Mittwoch zu Gast

Am Mittwoch, 28. August, kommt Thomas Bareiß , parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Mitglied im CDU-Bundesvorstand, in die Region. Ab 16 Uhr will er sich in der Oberschule Hilter-Borgloh auf Einladung der Bürgerinitiative (BI) Keine 380-kV-Freileitung am Teuto″ über den Netzausbau im Osnabrücker Land informieren. Die Veranstaltung ist der BI zufolge als Bürgerversammlung ausgelegt, bei der betroffene Anwohner sich mit ihren Fragen direkt an den Staatssekretär wenden können.

Bareiß′ Besuch steht im Zusammenhang mit der Rote-Karte-Aktion der BI: Anfang des Jahres sammelte sie mehr als 5000 Rote Karten, die an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) übergeben wurden. Damit wollte die BI nach eigenen Angaben Druck auf die Politik machen, um den gesamten Leitungsabschnitt für eine Vollerdverkabelung auszuweisen.
Autor:
Constantin Binder


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