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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ruhen zwei Bomben unter dem Eis?
Zwischenüberschrift:
Eissporthalle: Kampfmittelbeseitigungsdienst bereitet Sondierungsbohrungen vor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. 32 Jahre ist alles gut gegangen in der Osnabrücker Eissporthalle. Aber im Erdreich unter dem Betonboden schlummern vielleicht zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Anfang Juni will der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit Probebohrungen Klarheit gewinnen.

Das Eis ist geschmolzen, der Betrieb hat Sommerpause. Nur mit beträchtlichem Aufwand können die Bombenspezialisten den Untergrund sondieren: Bevor sie die Betonplatte unter dem Hallenboden durchbohren können, muss das Kühlsystem entleert werden, das mit flüssigem Ammoniak gefülltist. 30 Kilometer Leitungen sind in der Eissporthalle verlegt. Niemand wisse, in welchem Abstand sie angeordnet seien, erklärte Jürgen Wiethäuper vom Fachbereich Bürger und Ordnungder Stadt Osnabrück. Inzwischen ist diese Frage beantwortet durch ein Foto aus unserem Zeitungsarchiv. Es wurde im August 1979 aufgenommen und zeigt einen Installateur beim Verlöten der Leitungen. Für eine Kernbohrung mit zehn Zentimeter Durchmesser werden voraussichtlich ein bis zwei Rohre durchtrennt werden müssen. Aber das ist erst der Anfang. Wenn sich der Verdachterhärtet, muss pro Blindgänger ein großes Loch gebohrt werden, das mit Brunnen ringen abgestützt wird drei Meter im Durchmesser. Und dann müssten die Bombensucher Dutzende der Kühlleitungen kappen. Kupferleitungen ließen sich ja leicht wieder zusammenlöten, sagt Jürgen Wiethäuper dazu. Aber für die Betreiber der Eissporthalle wird die Bombenräumungden noch zur Zitterpartie. Denn die Kostenfrage bleibt bis zum Schluss unkalkulierbar. Für die Arbeit des Kampfmittelbeseitigungsdienstes kommt das Land Niedersachsen finanziell auf Auch außergewöhnliche technische Herausforderungen wie eine Grundwasserabsenkung oder eine besondere Abstützung der Baugrube trägt im Zweifel die Landeskasse. Das Land erwartet allerdings vom Eigentümer oder Pächter eines Grundstücks auch eine Selbstbeteiligung für den Sicherheitsgewinn nach einer erfolgreichen Bombenbeseitigung. Der besteht aus den Wiederherstellungskosten. Meist geht es nur um große Löcher, zerwühlte Gärten und Wege, gelegentlich müssen Gebäudeteile wieder aufgebaut werden. Die Betreiber der Eissporthalle müssen sich darauf einstellen, dass sie alle Arbeiten, die nach dem Abrücken der Bombenräumer fällig sind, aus eigener Tasche bezahlen müssen. Es sei denn, nach all dem Aufwand kommt nur eine alte Milchkanne oder ein verrosteter Heizkessel zum Vorschein. Dann zahlt die Stadt die Wiederherstellungskosten. Die Stadt hat erst in den 1980er- und 1990er-Jahren die Luftbilder bekommen, die von den Alliierten nach den Bombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg aufgenommen wurden. Aus diesen Fotos geht hervor, dass auf dem Gelände der heutigen Eislaufhalle zwei Bomben eingeschlagen sind, die nicht explodierten. 1979, als die Halle gebaut wurde, lagen diese Erkenntnisse noch nicht vor. Gleichwohl ist ungewiss, ob die Blindgänger noch unter dem Gebäude liegen. Kann sein, dass sie irgendwann geräumt wurden″, sagt Jürgen Wiethäuper. Vielleicht aber auch nicht. Gewiss ist nur, dass solche Fliegerbomben auch nach Jahrzehnten immer noch explodieren können.

Bildtexte:
Eishockey auf unsicherem Untergrund: Von möglichen Blindgängern unter der Eissporthalle ahnten die Besucher 32 Jahre lang nichts.
30 Kilometer lang sind die Rohre für das Kühlsystem. Dieses Foto wurde im August 1979 aufgenommen. Es zeigt, dass der Abstand sehr eng ist.
Fotos:
Archiv/ Gert Westdörp, Archiv/ Walter Fricke
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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