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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Umgeht 380-kV-Leitung Lüstringen?
Zwischenüberschrift:
Hoffnungsschimmer im Bürgerforum / „Chancen auf Variante B und C steigen″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Ist die Chance gestiegen, dass die Höchstspannungsleitung einen Bogen um Lüstringen macht? Andrea Knüsting vom Fachbereich Städtebau ließ im Bürgerforum Darum/ Gretesch/ Lüstringen einen Hoffnungsschimmer aufkommen. Stunden vorher hatte das Amt für regionale Landesentwicklung die Stadt Osnabrück besucht.

Es handelt sich offenbar noch nicht um eine gute Nachricht, sondern eher um eine Tendenz während eines langwierigen Raumordnungsverfahrens, dem ein Planfeststellungsverfahren folgen wird. Andrea Knüsting spricht daher vorsichtig von einer neuen Erkenntnis″.

Zum Hintergrund: Vor zehn Jahren hat der Bundestag den Ausbau von Energieleitungen zwischen Windstromquellen an der Nordseeküste zu Abnehmern weiter im Süden beschlossen. Der Dortmunder Netzbetreiber Amprion plant die Höchstspannungsleitungen und stellt dann die Anträge für den Bau. Und die Osnabrücker treibt die Frage um, was auf sie zukommen wird. Umspannwerk als Ziel

Im Osten der Stadt lautet sie: Welchen Weg wird die 380-Kilovolt-Leitung zwischen den Umspannwerken in Wehrendorf bei Bohmte und Lüstringen einschlagen? Drei Varianten sind im Spiel in Knüstings Worten: Es werden Trassen verglichen.″ Netzbetreiber Amprion bevorzugt Variante A, die durch den Osnabrücker Stadtteil Lüstringen führt. Variante B und C würden durch die Gemeinde Bissendorf östlich oder westlich von Schledehausen laufen und damit von Süden aus an das Umspannwerk in Lüstringen andocken. Oberbürgermeister Wolfgang Grieserts Position ist klar: Wir präferieren die Variante südlich von Lüstringen und gegen A.″

Während des Besuchs aus Oldenburg in Osnabrück kam noch eine andere Verzweigung mit einer weiteren Stromtrasse ins Spiel: die von Lüstringen nach Melle. Knüsting berichtete: Es ist so, dass das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems angedeutet hat, dass es anders als der Netzbetreiber Amprion durchaus beide Trassen im Zusammenhang sehen könnte.″ Aus dieser vorsichtigen Andeutung schöpft sie die Hoffnung darauf, dass die Argumente für die Variante A neu bewertet werden müssen″ zugunsten der Varianten B und C, die einen Schwenk um Lüstringen herum zum Umspannwerk machen.

Eine weitere Frage ist, wie der Strom transportiert wird. Die Stadt lehnt eine 380-Kilovolt-Freileitung ebenso ab wie die Bürgerinitiativen. Sie fordern eine Erdverkabelung. Eine Initiative in Darum und Lüstringen hatte bis Anfang Juli 2000 Unterschriften gegen eine Freileitung gesammelt.

Tatsächlich ermöglicht das Energieleitungsausbaugesetz neuerdings zumindest teilweise eine Erdverkabelung. Dafür werden aber Kabelübergabestationen benötigt, also Anlagen für den Übergang von der Leitung unter der Erde zu den Höchstspannungsmasten. Und die würde die Firma Amprion in der Variante A offenbar am liebsten am Hömmelkenbrinkweg bauen direkt im Naherholungsgebiet.

Der Anwohner Jan Frie hat sich als Professor für General-Management mit dem Thema beschäftigt und findet die Variante A durch Lüstringen deutlich schlechter als die Varianten B und C″. Bei näherem Hinsehen sei die Trasse durch Lüstringen nicht zu halten: Amprion hat sich von vorne bis hinten durchgetrickst.″ Dieter Rödel, ebenfalls Professor und Anwohner, sieht es so: Bei der Variante A durch Lüstringen liege nicht die Bündelung vor, die ja eigentlich angestrebt werden sollte. Sie werde keiner bestehenden Leitung zugeordnet, sondern wäre neu in der Landschaft″.

Das ist auch der Grund, weshalb die Stadt diese Variante ablehnt, weil dadurch die Landschaft, die Natur, die Menschen und die Entwicklung im Stadtteil beeinträchtigt würden. Aber das Zwischenergebnis der Gespräche mit dem Amt für regionale Landesentwicklung stimmt offenbar auch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert vorsichtig optimistisch. SPD-Politiker Frank Henning deutet die Zeichen aus Oldenburg jedenfalls so: Es steigen die Chancen, dass die Varianten B oder C kommen.″

Bildtext:
Welchen Weg wird die 380-Kilovolt-Leitung zum Umspannwerk in Lüstringen einschlagen?
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Jann Weber


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