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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Feiern, ohne zu zahlen
Zwischenüberschrift:
Politik entlastet Karnevalisten bei Reinigungskosten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Den Karnevalisten gehen zwar nicht die Kamelle aus, aber das Geld. Deswegen sind sie an die Stadt herangetreten mit der Bitte, sie von der Beteiligung an den Straßenreinigungskosten am Ossensamstag in Höhe von 10 000 Euro zu befreien. Der Wunsch wurde jetzt vom Finanzausschuss erhört, wenngleich auch nicht von jeder Fraktion.

In einer finanziell düsteren Periode in der jüngsten Osnabrücker Stadtgeschichte hatte der Rat beschlossen, der Bund Osnabrücker Karneval (BOK) möge sich doch bitte an den Kosten für die Reinigung der nach dem Ossensamstag arg verdreckten Straßen beteiligen. 10 000 Euro sollten es sein. Der BOK kam dem Anliegen der Stadt nach, organisierte einen Hauptsponsor und zahlte, wenn auch zähneknirschend.

Das war im Jahr 2009. Nun, zehn Jahre später, haben sich die Zeiten geändert. Der Stadt geht es finanziell besser, dem BOK offensichtlich schlechter. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und die Fraktionen schütteten die Karnevalisten ihr Herz aus und beklagten die finanzielle Belastung, die unter den gegebenen Umständen nicht mehr zu stemmen sei.

Attraktivitätsverlust

Der Ossensamstag werde weiter an Attraktivität verlieren, so ihre Befürchtung, wenn durch die Teilnahmegebühren etliche Gruppen ihren Auftritt infrage stellten. Die einfache Rechnung: weniger Wagen gleich geringere Attraktivität gleich noch weniger Wagen. Am Ende drohe gar das Aus für die Brauchtumsveranstaltung.

25 000 Euro inklusive der Reinigungskosten koste der Umzug die Karnevalisten in jedem Jahr, hatte BOK-Präsident René Herring vor der Finanzausschusssitzung in einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Nachdem sich die Herforder Brauerei immer mehr aus dem Sponsoring der Veranstaltung herausgezogen habe, könnten die Narren den von der Stadt verlangten Beitrag nicht mehr aufbringen.

SPD und CDU hatten im Finanzausschuss ein Einsehen und strichen mit der ihnen gegebenen Stimmenmehrheit die jährlich versandte städtische Rechnung ersatzlos. Beim Ossensamstag handele es sich um eine überregional bekannte Veranstaltung, die ganz stark ehrenamtlich geprägt″ sei, so CDU-Fraktionsvorsitzender Fritz Brickwedde. Wir waren damals in einer schwierigen finanziellen Situation. Heute könne wir das wieder leisten.″

Der BOK habe die Alkoholexzesse in den Griff bekommen und mit einem veränderten Konzept die Familienfreundlichkeit des Ossensamstags gesteigert, sprach sich auch Frank Henning, Vorsitzender der SPD-Fraktion, für einen Verzicht auf die Beteiligung des BOK aus. Henning verknüpfte diese Zustimmung allerdings mit einer Aufforderung: Wir haben die deutliche Bitte an die Verwaltung, gemeinsam mit dem BOK über eine Müllvermeidung nachzudenken.″

Spenden sammeln

Nicht begeistert von der finanziellen Fastenzeit im Anschluss an den Ossensamstag zeigte sich Michael Hagedorn für die Grünen. Zwar sei der Umzug ein gutes Angebot für die Stadt, gleichwohl sei eine Beteiligung an den Reinigungskosten in Höhe von 10 000 Euro bei Gesamtkosten für die Stadt in Höhe von etwa 93 000 Euro ein geringer Beitrag″. Seine Fraktion lehne einen Verzicht auf die Beteiligung ab. Der BOK könne doch am Rande des Umzugs mit Sammelbüchsen oder Lesegeräten für Bankkarten Spenden sammeln, so der Vorschlag von Robert Seidler (FDP). „ Damit würde sicherlich ein Betrag von 10 000 Euro zusammenkommen.″ Ralph Lübbe (BOB) regte ein generelles Nachdenken über die Systematik der Beteiligung von Veranstaltern an den Veranstaltungskosten an. Lübbe sieht den Ossensamstag nicht als ein Kulturereignis im engeren Sinne″.

Unterstützung für die Karnevalisten gab es dann aber noch vom Oberbürgermeister. Wolfgang Griesert betonte, hinter dem Ossensamstag stecke das ehrenamtliche Engagement von über 50 Vereinen und ihren Mitgliedern, die mit hohen Kosten den Umzug realisierten. Da sind die 10 000 Euro gut eigesetzt″, betonte der CDU-Politiker.
Autor:
Dietmar Kröger


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