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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
CDU unterstützt Plan B für den Neumarkt
Zwischenüberschrift:
Kritik an Hinhaltetaktik von Unibail Rodamco Westfield
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Unibail Rodamco Westfield stand am Pranger, als die CDU-Ratsfraktion über die Entwicklung am Neumarkt informierte. Wir haben von der bisherigen Hinhaltetaktik die Nase voll″, erklärte der Vorsitzende Fritz Brickwedde, es kamen aber auch versöhnliche Töne. Für die vorgeschlagene Mischnutzung der Konzeptgruppe Plan B gab es begeisterte Zustimmung, auch für die Idee einer Bibliothek.

Die CDU hatte die Center-Planung am Neumarkt von Anfang an abgelehnt. Schon deshalb war es für die Konzeptgruppe nicht schwer, die Versammlung vom Plan B zu überzeugen. Vor mehr als 100 Zuhörern breiteten Oliver Meyer-Leive, Bernd Dälken und Stephan Zech im VGH-Gebäude ihre Gedanken für eine alternative Nutzung der 9000 qm großen Fläche aus, auf denen der französische Konzern Unibail Rodamco Westfield (URW) jetzt nicht mehr selber bauen will.

200 Wohnungen, Raum für die Uni, kleinere, inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomie schlagen die ehrenamtlichen Planer für das Center-Areal zwischen dem Neumarkt und der Großen Rosenstraße vor. Berechnungen von Branchenkennern hätten ergeben, dass eine vernünftige Rentabilität″ dabei herausspringen würde, erklärte Meyer-Leive.

Als Leuchtturmprojekt″ favorisiert die Konzeptgruppe den Bau einer Bibliothek am Neumarkt. Nicht so sehr, um dort Bücher auszuleihen, sondern vor allem als Begegnungsort und mediale Einrichtung″, wie es Architekt Zech ausdrückte. Im dänischen Aarhus zeige sich, wie gut das funktioniere. Einige dieser Bibliotheken hätten sogar 24 Stunden geöffnet. Der Neumarkt sei der ideale Standort dafür.

Unerwartete Unterstützung bekam er vom CDU-Politiker Burkhard Jasper, der als Abgeordneter im Kulturausschuss des Landtages mit ähnlichen Projekten in Berührung gekommen ist. Als Begegnungszentren seien Bibliotheken von heute geeignet, die Vielfalt der Kulturen zu fördern. Wir sollten uns ernsthaft damit beschäftigen″, rief er und bekam dafür großen Applaus.

Die Konzeptgruppe regt an, dass die Stadt die Flächen von Unibail Rodamco Westfield erwirbt und das Quartier zum Sanierungsgebiet erklärt, um Städtebauförderungsmittel in Anspruch nehmen zu können. In der Versammlung forderte Architekt Dälken die Politik auf, einen fraktionsübergreifenden Konsens zu erzielen. CDU-Fraktionschef Brickwedde entgegnete süffisant: Ich stimme Ihnen völlig zu, aber mit der SPD müssen Sie schon selber sprechen!

Hochregallager als Plan C

Alternativ zum Plan B kam in der Fraktionssitzung auch ein Plan C auf den Tisch, der auf die Schaffung einer grünen Citylogistik abzielt. Wolfgang Bode und Marcus Seifert, beide Professoren an der Hochschule Osnabrück, sehen den Neumarkt als idealen Standort für ein Hochregallager, von dem aus der Einzelhandel beliefert werden könnte.

Die Ware könne auf kurzen Wegen zu den Geschäften in der City gebracht werden mit E-Fahrzeugen und teilweise sogar durch unterirdische Leitungen, erklärte Seifert. Nach seinem Konzept sollten Geschäfte am Neumarkt sogar durch die Wand″ beliefert werden können. Für den Einzelhandel in Osnabrück bringe so ein Zentrallager Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Onlinehandel, zugleich würden die Straßen der Stadt von Lieferfahrzeugen entlastet.

Angesichts der Ideen für das Neumarkt-Quartier forderten mehrere Teilnehmer der Veranstaltung, die Stadt solle den Druck auf Unibail Rodamco Westfield erhöhen, um möglichst schnell in den Besitz der Grundstücke zu kommen. Claas Beckord, bei der Stadt Osnabrück zuständig für das Projektmanagement Neumarkt, wiegelte jedoch ab. Man befinde sich in konstruktiven Gesprächen″. Solange verhandelt werde, gebe es gute Chancen für einen Neuanfang.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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