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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Keine Busse am Neumarkt zu Schulbeginn
 
Keine Busse am Neumarkt zum Schulbeginn
Zwischenüberschrift:
Haltestellenchaos: Bauliche Voraussetzungen noch nicht geschaffen / Stadt in Erklärungsnot
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Nachricht kam gestern am späten Nachmittag: Anders als ursprünglich geplant halten ab Donnerstag, 15. August, noch keine Busse am Neumarkt″, lautet der erste Satz einer Pressemitteilung der Stadt. Eigentlich sollten die Schüler nach den Sommnerferien die gewohnten Haltestellen vorfinden. Jetzt bleibt es erst einmal bei den Ersatzhaltestellen, die für den Umbau des Neumarktes eingerichtet wurden, der aber auf unbestimmte Zeit vertagt ist. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert selbst hatte auf die Wiederaufnahme der alten Haltestellen gepocht. Daraus wird nun nichts, weil es die Verwaltung offensichtlich nicht geschafft hat, die alten Haltestellen am Neumarkt wieder verkehrssicher zu machen. Warum das so ist, wird noch zu klären sein. Erste Vermutungen stehen bereits im Raum.

Osnabrück Die Wundertüte Neumarkt offenbart eine neue Überraschung: Eigentlich sollten ab Donnerstag, dem ersten Schultag nach den langen Sommerferien, die Busse wieder die gewohnten Haltestellen auf Osnabrücks zentralem Platz anfahren. Daraus wird nichts, weil die Verwaltung es offensichtlich nicht geschafft hat, die Haltestellen verkehrssicher zu machen.

Die Nachricht kam am späten Mittwochnachmittag: Anders als ursprünglich geplant halten ab Donnerstag, 15. August, noch keine Busse am Neumarkt.″ Die Überraschung ist gelungen auch für die Stadtwerke. Die hatten noch am Montag verkündet, dass der Busbetrieb ab Donnerstag wieder über den Neumarkt laufen würde. Wir haben alles darauf ausgerichtet, ab dem 15. August wieder am Neumarkt halten zu können″, sagt denn auch Stadtwerkesprecher Marco Hörmeyer. Warum die Rückkehr zu den alten Haltestellen gescheitert ist, konnte Hörmeyer nicht sagen. Nur so viel: Das Rad nun wieder zurückzudrehen macht viel Arbeit und entspricht auch nicht unseren Ansprüchen, die wir an unseren Kundenservice stellen.″

Die Stadtwerke hatten der Rückkehr zu den alten Neumarkt-Haltestellen, die einem Machtwort des Oberbürgermeisters zuzuschreiben ist, ohnehin nur zähneknirschend zugestimmt, da Fahrpläne, Dienstpläne und Informationssysteme bereits vollständig auf die neuen Linienführungen geeicht waren. Die ursprüngliche Verlegung der Haltestellen zur Lyrastraße und zum Ledenhof war notwendig geworden, weil der Neumarkt eigentlich ab Anfang Juli renoviert werden sollte. Eigentlich, denn es stellte sich heraus, dass der geplante Beton wohl nicht einsetzbar ist. Der Beginn der Bauarbeiten wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Auf Anweisung von OB Wolfgang Griesert wurden daraufhin die Uhren wieder auf die Zeit vor den Renovierungsplänen zurückgestellt. Eine baustellenbedingte Verlegung der Buslinien sei ohne Baustelle den Fahrgästen nicht zu vermitteln, so der OB seinerzeit.

Nun wird die Verwaltung den Fahrgästen erklären müssen, warum denn die Wiederherstellung des alten Zustands offensichtlich nicht zu leisten war. Und auch die Frage, warum denn erst 16 Stunden vor dem Start auffiel, dass da irgendwas noch nicht ganz richtig ist, dürfte die Verwaltung in den kommenden Tagen beschäftigen.

Klar ist bislang wohl nur, dass die baulichen Voraussetzungen noch nicht geschaffen sowie notwendige Anpassungen der Straßenmarkierungen noch nicht ausgeführt sind und somit die Sicherheit beim Ein- und Aussteigen nicht gewährleistet wäre″. Es wird schwierig sein zu erklären, warum wir am Montag noch nicht wussten, was wir am Mittwoch dann wussten″, so der Pressesprecher der Stadt, Sven Jürgensen. Die Ursache für die Probleme sei noch unklar. Fraglich ist demnach auch, warum so lange niemandem auffiel, dass am Neumarkt nichts passiert ist. Bleibt noch die Frage, wann denn die Busse wieder am Neumarkt halten können. Wir werden wohl noch einige Tage brauchen″, so Jürgensen.

Bei den Stadtwerken dürfte nun wohl wieder mächtig Druck im Kessel sein, da sämtliche Pläne nun erst einmal wieder auf alt gestrickt werden müssen, um sie dann, wenn die Stadt ihre Arbeiten beendet hat, doch wieder auf die Haltestellen am Neumarkt zu eichen. Bis zu einer endgültigen Klärung der Sachlage werden die Mobilitätsberater, die am späten Mittwochnachmittag von den Stadtwerken noch auf die neue Situation vorbereitet wurden, alle Hände voll zu tun haben, den Fahrgästen den rechten Weg zu weisen. Zu hoffen bleibt nur, dass die Busnutzer so einsichtig sind, ihren verständlichen Ärger über das Hin und Her nicht an den Mobilitätshelfern auszulassen.

Bildtext:
Aus keine Bushaltestelle″ hätte in den vergangenen Wochen wieder Bushaltestelle″ werden sollen. Der Aufwand scheint zumindest an dieser Stelle nicht so groß.
Foto:
David Ebener

Kommentar
Machtwort des Oberbürgermeisters verhallt ungehört

Man kann es kaum noch glauben. Da spricht der Oberbürgermeister ein Machtwort, und niemand scheint es zu hören. Wie ist sonst zu erklären, dass die Bauverwaltung zwischen dem 10. Juli und dem 14. August nicht in der Lage war, die Bushaltestellen am Neumarkt wieder verkehrstauglich zu machen?

Und wie, um die Blamage noch auf die Spitze zu treiben, fällt das ganze Elend erst am letzten Ferientag, also am 14. August, auf? Und das, wo doch die Stadtwerke auf einer Pressekonferenz zwei Tage zuvor noch stolz verkündet hatten, dass sie ihren Job erledigt hätten. Hallo, wer spricht hier eigentlich mit wem, oder wurde die Kommunikation zwischen den Stadtwerken und der Stadt jetzt eingestellt? Letztere werden sich ein Loch ins Knie ärgern, dass sie in diesen Abgrund mit hineingezogen werden, obwohl sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen.

Nicht zuletzt fällt ein ganz langer Schatten auch auf den OB. Wolfgang Griesert hat den Neumarkt zur Chefsache erklärt und mit der Autorität seines Amtes und mit gutem Grund dafür gesorgt, dass die geplante Verlegung der Bushaltestellen rückgängig gemacht wird. Danach aber scheint er alle Aktivitäten eingestellt zu haben. Zumindest hat er offensichtlich nicht dafür gesorgt, dass die notwendigen Arbeiten auch ausgeführt werden. Bei einem so sensiblen Thema wie dem Neumarkt ein fataler und definitiv vermeidbarer Fehler.

d.kroeger@ noz.de
Autor:
Dietmar Kröger


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