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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Noch immer kein Frieden im Friedensgarten
Zwischenüberschrift:
Erneut Vandalismus und ein versuchter Einbruch / Für die mutmaßlichen Täter soll ein eigener Treffpunkt geschaffen werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wieder einmal ist der Friedensgarten im Stadtteil Dodesheide von Vandalismus betroffen: In den vergangenen Wochen gab es mehrere Übergriffe, vermutlich von einer Gruppe Jugendlicher.

Der Widerspruch könnte kaum größer sein: Die eine Gruppe will die Natur bewahren und setzt auf friedliches Miteinander, die andere hinterlässt der ersten ihren Müll und zerstört immer wieder mutwillig das, was die erste an- und aufgebaut hat.

Nach einer Brandstiftung im vergangenen Jahr, bei der die Remise der Friedensgärtner mitsamt den darin befindlichen Gartengeräten abgebrannt war, herrschte lange Zeit Ruhe im Gemeinschaftsgarten am Haster Weg bis vor einigen Wochen, als die Gärtner wieder einmal zertrampelte Beete und herausgerissene Pflanzen vorfanden. Am vergangenen Donnerstag sei die angrenzende Sommerbühne auseinandergenommen worden, am darauffolgenden Tag habe man dann einen Einbruch in der zugehörigen Hütte bemerkt, berichtet Doris Kube vom Vorstand des Vereins Friedensgarten. Dieser erstattete daraufhin Strafanzeige. Wie die Polizei auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, ermittelt sie wegen eines versuchten Einbruchs.

Friedensgarten und Sommerbühne sind offenbar immer wieder Treffpunkt für Jugendliche, die sich weniger zum Gärtnern denn zum Trinken dort einfinden mit unschönen Begleiterscheinungen, darunter Müll und Scherben auf dem Gelände und auf dem Weg zum Großspielplatz an der Lerchenstraße. Die Polizei habe die Situation im Blick und greife auf ihrer Streife auch durchaus zum Mittel der Gefährderansprache, sagte Polizeisprecherin Anke Hamker. Vereinfacht gesagt ist damit gemeint, dass sich ein Polizist einen potenziellen Straftäter verknöpft und ihm mit klaren Worten deutlich macht, dass er sich seine nächsten Aktionen besser gut überlegen sollte.

Hamker sieht aber nicht nur die Polizei und den Ordnungsaußendienst der Stadt gefordert, sondern wünscht sich auch mehr Zivilcourage seitens der Bürger. Wenn man als Passant zum Beispiel sehe, dass im öffentlichen Raum gegessen und getrunken wird, könne man durchaus einmal darauf aufmerksam machen, dass der Müll bitte ordentlich zu entsorgen sei.

Nach den Zerstörungen im Vorjahr haben sich Friedensgärtner, Pädagogen vom benachbarten Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße und Streetworker vom Fachdienst Jugend zusammengetan, um gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln. Wie Erziehungswissenschaftler Marcel van Deyk vom Gemeinschaftszentrum berichtet, gehe es dabei darum, statt eines Aneignens des Raumes″ durch die Jugendlichen diese bestmöglich in den Raum einzubinden″, damit sie ihn anders wahrnehmen und wertschätzen. Die Jugendlichen hätten darauf positiv reagiert, und so solle Ende September gemeinsam mit ihnen eine Sitzgelegenheit in der Gras- und Obstwiese neben der Sommerbühne geschaffen werden.

Dass die Gruppe es handelt sich wohl um einen Freundeskreis eher das Areal am Friedensgarten aufsucht als das offene Angebot im Gemeinschaftszentrum, führt van Deyk auch auf die Jahreszeit zurück. Zudem gelte im GZ eine klare Null-Promille-Regelung. Auf die Frage, ob das neue Angebot dazu führen werde, dass Vandalismus zukünftig ausbleibe, erwidert der Pädagoge: Wir denken in Chancen.″

Die Friedensgärtner jedenfalls haben mit einem Zaun aus Weidenruten eine deutliche Abgrenzung zum Weg hin geschaffen. Eigentlich widerspricht das den Prinzipien der Initiative, aber der halböffentliche Ansatz unseres Gartens scheint leider nicht zu funktionieren. Wir haben uns also sichtbar abgeschottet, aber wir machen weiter, denn wir haben eine gute Basis und gute Mitstreiter″, sieht es Doris Kube positiv. Immerhin: Die Bühne konnte bis Samstag wieder hergerichtet werden, und am Abend fand wie geplant die Sommerbühne an der Lerchenstraße″ statt mit Musik und Impro-Theater und zahlreichen friedlichen Besuchern.

Und auch für die kommenden Wochenenden steht das Programm: Unter anderem sind im Rahmen der Sommerkulturtage Dodesheide-Sonnenhügel am Freitag, 23. August, der Frauenpopchor Choranja″ und die orientalische Tanzgruppe Amiras Tanztraum″ zu Gast. Anschließend ist ein gemeinsames Singen geplant. Am Sonntag, 25. August, gibt es um 11 Uhr im Friedensgarten einen musikalischen Brunch und am Nachmittag ein Familienfest an der frischen Luft″.

Bildtexte:
Die Sommerbühne am Friedensgarten: Wo an Wochenenden schon wieder Kleinkunst stattfindet, wurde zuvor ein Einbruch versucht.
Mit einem Weidenzaun haben die Friedensgärtner ihr Areal inzwischen zum Weg hin abgeschirmt.
Fotos:
Kerstin Balks
Autor:
Kerstin Balks


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