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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Außen abweisend, innen durchaus gemütlich
Zwischenüberschrift:
So sieht es in einem Kita-Container aus / Immer noch 216 Kinder ohne Platz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Am 1. August ist das neue Kindergartenjahr gestartet und 216 Mädchen und Jungen in Osnabrück warten immer noch auf einen Betreuungsplatz. Als Übergangslösungen will die Stadt unter anderem mobile Container einsetzen. Funktioniert das im Alltag? Wir haben uns eine Containergruppe angesehen wobei das Wort Container″ im Stadthaus inzwischen verpönt ist. Fachbereichsleiter Hermann Schwab und Fachdienstleiter Marcus Luttmer sprechen lieber von Pavillons″.

Für 1, 7 Millionen Euro hat die Stadt die mobilen Elemente erworben, die an der Grundschule Hellern genutzt wurden, während dort ein Neubau entstand. Nach den Sommerferien werden sie nicht mehr benötigt und sollen jetzt den Krippen- und Kindergartenkindern zugutekommen. Einige Module bleiben vor Ort, andere sollen woanders aufgestellt werden. Egal, ob man sie nun Container oder Pavillon nennt: Von außen wirken die mobilen Räume schmucklos und wenig einladend.

Doch der Eindruck täuscht. Die Kinderkrippe Wüstenmäuse″ im Stadtteil Wüste hat seit September fünf Container-Module im Vorgarten des angrenzenden Diakonie-Altenpflegeheims stehen. 24, bald 25 Kindergartenkinder werden in der Container-Gruppe Wüstensterne″ täglich von 7 bis 16 Uhr betreut. An diesem Tag ist das Wetter gut, die Drei- bis Fünfjährigen spielen draußen. Drinnen ist es hell. Die vielen Fenster lassen Licht hinein. Verziert sind sie mit bunten Hand-Abdrücken der Kinder.

Ansonsten unterscheidet sich innen nicht viel von einem richtigen Kindergarten, außer dass alles etwas kleiner ist: Im Eingang hat jedes Kind seinen Kleiderhaken, dahinter befinden sich zwei Toiletten für die Kleinen und eine für die Erwachsenen.

In dem Modul links davon hat der Kindergarten einen kleinen Turnraum mit Matten eingerichtet, in dem die Kinder nicht nur Sport treiben, sondern auch ihren Mittagsschlaf halten.

Die drei Module rechts vom Eingang sind miteinander verbunden und bilden so einen großen Raum: Im vorderen Bereich gibt es eine Küchenzeile mit Spülmaschine und Spüle, dann folgen zwei Esstische und im hinteren Bereich eine Spielecke.

Lauter ist es als in festen Kita-Räumen, sagt Sozialassistent Kai Bittner, und wenn die Kinder toben, bebt der Boden und hallen die Wände. Aber ob die Kinder aber nun in festen Räumen untergebracht sind oder in den Containern: Er merke da keinen Unterschied. Klein, aber fein.″

Container wie diese sind die Hoffnung der Stadtverwaltung und vieler Eltern, die immer noch keinen Krippen- oder Kita-Platz haben. Bis zum 31. Juli hätten sich in diesem Jahr die Eltern von 398 Kinder gemeldet, weil sie beim Online-Anmeldeverfahren nur Absagen von ihren vier Wunsch-Kitas erhalten hätten, sagt Hermann Schwab, Leiter des Fachbereiches für Kinder, Jugendliche und Familien, auf Anfrage. 182 konnte die Stadt vermitteln, aktuell werde für 216 Kinder noch ein Platz gesucht, davon sind 126 unter drei und 90 im Alter drei Jahre bis Schuleintritt, so Schwab.

229 Plätze will sein Fachbereich kurzfristig noch schaffen 75 für Kinder unter drei und 154 für Kinder über drei Jahre. Und das dauert alles länger, als es seinem Team lieb ist. Alle Übergangslösungen müssen vom Landesjugendamt genehmigt werden, außerdem müssen diverse Vorgaben der Bauordnung erfüllt werden der Brandschutz ist nur eine davon. Und der für die baulichen Angelegenheiten zuständige städtische Fachbereich Immobilien ist derzeit mehr als ausgelastet. Wir werden das künftig auch verwaltungsintern besser strukturieren müssen″, sagt Schwab. Die Eltern müssen sich derweil weiter gedulden bis Herbst oder noch länger.

Bildtexte:
Wenig einladend sehen sie von außen aus, die Container der Kinderkrippe Wüstenmäuse″.
Bunte Handabdrücke zieren einige Scheiben.
Drei verbundene Module bilden einen Gruppenraum.
Hier wird geturnt und mittags geschlafen.
Auch Toiletten gibt es in den Pavillons″.
Fotos:
Gert Westdörp

So geht es weiter

Hier will die Stadt kurzfristig noch Plätze schaffen: Einige der ehemaligen Container der Grundschule Hellern bleiben vor Ort und sollen zwei Krippen- sowie drei Kindergartengruppen mit zusammen 106 Kindern aufnehmen. Geplant ist, zum 1. November mit zwei Gruppen zu starten, die Betreuung übernimmt der Internationale Bund für Sozialarbeit, der auch den Grundschulhort betreibt.

Einen weiteren Container wird die gegenüberliegende Kita St. Wiho übernehmen und darin eine altersübergreifende Gruppe mit 18 Kindern betreuen voraussichtlicher Start ist der 1. Oktober.

Voraussichtlich zum 1. November soll dann auch die neue städtische Kita im Landwehrviertel mit zwei altersübergreifenden Gruppen an den Start gehen. Die Kita muss zwar erst noch gebaut werden, aber übergangsweise wird sie schon mal das nahe gelegene ehemalige Offizierskasinogebäude nutzen, das die britischen Streitkräfte auf dem früheren Kasernengelände hinterlassen haben.

Bereits zum 1. August gestartet ist eine weitere halbe Kindergartengruppe mit zehn Plätzen an der Kita Schatzkiste″ in der Knollstraße.

Drei weitere Übergangslösungen hat die Verwaltung in der Pipeline wagt jedoch noch keine Prognose, wann diese starten können: In der geschlossenen Eisdiele am Östringer Weg in Haste, im früheren Bauernhaus des Hofs Entrup am Friedhof Schinkel sowie eine weitere Krippengruppe an der Apostel-Kita in Sutthausen.

Darüber hinaus sucht die Stadt eine Fläche im Schinkel, wo vier altersübergreifende Gruppen in Containern betreut werden sollen.
Autor:
Sandra Dorn


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