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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie barrierefrei ist die Stadt Osnabrück?
Zwischenüberschrift:
„Wheelmap″-Aktion der Freiwilligenagentur
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Barrierefreiheit in Osnabrück unter die Lupe zu nehmen dazu hat kürzlich die Freiwilligenagentur aufgerufen. Die Ergebnisse tragen zur Vervollständigung der digitalen Wheelmap″-Karte bei.

Treppenstufen, schmale Eingänge oder fehlende Aufzüge was ein gesunder Mensch oft gar nicht bewusst wahrnimmt, kann für Rollstuhlfahrer oder andere gehbehinderte Menschen eine unüberwindbare Hürde darstellen und den Besuch in einem Restaurant oder Geschäft zu einem Problem werden lassen.

Wir wollten das Interesse von Leuten mit Behinderung wecken und riefen zu einer gemeinsamen , Wheelmap-Aktion′ auf, um die Barrierefreiheit in Osnabrück zu testen″, berichtet Raphael Dombrowski von der Freiwilligenagentur.

Der englische Begriff Wheelmap″ ist ein Kunstwort aus Wheel″, was Rad″ oder Rolle″ bedeutet (ein Rollstuhl ist ein Wheelchair″), und dem Wort Map″, das dem deutschen Begriff Landkarte″ entspricht.

17 engagierte Teilnehmer, darunter sechs Rollstuhlfahrer, trafen sich, um auf insgesamt sechs Routen die Hasestadt genauer unter die Lupe zu nehmen. In kleinen Teams machten sie sich auf den Weg durch die Altstadt, durch die Lotter Straße und die Große Straße, über den Neumarkt und auf den Westerberg, um direkt vor Ort öffentliche Einrichtungen oder auch Geschäfte im Hinblick auf ihre Rollstuhlzugänglichkeit zu bewerten. Wer ein barrierefreies Café, einen Blumenladen, eine Arztpraxis oder ein Restaurant entdeckte, konnte die Lokalität entweder auf einem vorgefertigten Zettel oder in der entsprechenden Smartphone-App mit Grün″ bewerten. War das Geschäft nur teilweise rollstuhlgerecht, bekam es die Farbe Orange″. Waren Stufen oder andere unüberwindbare Hindernisse zu entdecken, wurde die Markierung Rot″ vermerkt.

Die Aktion fand in Kooperation mit der Internetseite wheelmap.org statt. In einem interaktiven Stadtplan, der Google Maps ähnelt, werden dort weltweit öffentliche Orte nach dem erwähnten Ampel-System bewertet und markiert. So können Menschen, die mit Rollator, Rollstuhl oder auch Kinderwagen unterwegs sind, schnell sehen, wie zugänglich die Stätten sind und auch, ob eine behindertengerechte Toilette vorhanden ist.

Aloys Langer zum Beispiel fuhr mit seinem Rollstuhl die ihm vorgegebene Strecke über die Große Straße ab. Bei seiner Besichtigung überzeugten ebenerdige Eingangsbereiche, teilweise gab es auch Behinderten-WCs. Langer konnte überwiegend grüne Punkte vergeben. Katrin Achberger, Beraterin beim Verein EUTB-Lebenshilfe Osnabrück, stieß in den Gassen der Altstadt gemeinsam mit Yvonne Lauxtermann-Raab hingegen oft auf unüberwindbare Hürden.

Achberger, seit ihrem siebten Lebensjahr auf den Rollstuhl angewiesen, kennt diese Barrieren nur zu gut: Treppenstufen von mehr als sieben Zentimetern kann ich alleine nicht bewältigen, und selbst mit Hilfe wird es schwer.″ Egal ob Friseur, Reisebüro oder Gaststätte die oft denkmalgeschützten Altbauten weisen teilweise schmale Eingangstüren und fast immer eine Treppenstufe im Eingangsbereich auf. Da komme ich nicht rein″, bedauerte Achberger und vergab daher öfters das rote″ Symbol. Lediglich das Haus der Jugend punktete mit Rampe und Behinderten-WC.

Laut Statistiken gibt es in Deutschland 1, 6 Millionen Rollstuhlfahrer und 4, 8 Millionen Personen, die einen Rollator nutzen. Für diese Menschen hat der Berliner Raul Grauthausen im Jahr 2010 den digitalen Kartendienst Wheelmap erfunden, auf dem rollstuhlgerechte Orte gekennzeichnet werden sollen. Heute sind mehr als 900 000 Orte auf der Karte markiert, täglich kommen etwa 300 neue Markierungen hinzu. Auf das globale Projekt kann jeder zugreifen und selbst Orte finden oder bewerten. Mithilfe ist durchaus gefragt, denn bislang sind viele Einträge noch grau hinterlegt, was bedeutet, dass eine Bewertung hinsichtlich der Barrierefreiheit noch nicht vorliegt.

Rund zwei Stunden dauerte die Besichtigungstour durch Osnabrück. Dombrowski und sein Agentur-Team haben die Ergebnisse mittlerweile auf der Online-Plattform ergänzt, wodurch die noch etwas lückenhafte Information über Barrierefreiheit im öffentlichen Raum in Osnabrück um einige Einträge ergänzt worden ist.

Bildtext:
Die Osnabrücker Altstadt ist schön, für Gehbehinderte aber auch voller Hindernisse, die ein gesunder Mensch gar nicht als solche wahrnimmt.
Die Teilnehmer füllten solche Fragebögen aus.
Fotos:
Jörn Martens
Screenshot, Quelle:
wheelmap.org
Autor:
Monika Vollmer


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