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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
300 000 Euro für die Löwen im Zoo
 
300 000 Euro für die Osnabrücker Löwen
Zwischenüberschrift:
Sparkassenstiftungen unterstützen den Zoo / Im November können die Arbeiten beginnen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Stiftung der Sparkasse Osnabrück und die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück spenden insgesamt 300 000 Euro für die Vergrößerung der Löwenanlage im Zoo. Die Bauarbeiten starten im November und sollen bis zum Frühjahr 2020 abgeschlossen sein.

Nachdem die Umbauten am Gehege der Breitmaulnashörnern seit wenigen Tagen abgeschlossen sind, widmet sich der Zoo nun dem zweiten Teil der Bauarbeiten an der Mapungubwe-Anlage. Dabei werden am Ende dieses zweiten Bauabschnitts weitere Highlights entstanden sein.

Insgesamt fließen vier Millionen Euro in diesen zentralen Teil des Zoos, finanziert unter anderem durch EU-Mittel in Höhe von einer Million Euro und vor allem durch Spenden- und Sponsorengelder.

Osnabrück Mehr Platz für den König der Tiere. Mit der Erweiterung der Löwenanlage geht der Zoo einen weiteren Schritt auf dem Weg zur haltungsgerechten Optimierung seiner Anlagen. Unterstützt wird er dabei von den Sparkassenstiftungen aus Stadt und Landkreis. Damit ist die Finanzierung gesichert: Im November sollen die Bauarbeiten für die neue Löwenanlage beginnen.

Dann werden im Zoo insgesamt noch einmal etwa 2, 5 Millionen Euro verbaut, zusätzlich zu den 1, 5 Millionen Euro, die bereits in den Bereich der Nashörner, Zebras und Pinselohrschweine geflossen sind. Löwen- und Nashornanlage zusammen tragen den Namen des afrikanischen Nationalparks Mapungubwe.

Während die Nashornanlage inklusive Zebra und Pinselohrschweingehege seit wenigen Tagen fertiggestellt ist, geht es bei den Löwen im Spätherbst los. Die Anlage im Herzen des Tiergartens am Schölerberg soll in der besucherschwächeren Jahreszeit in Angriff genommen werden. Nach ihrer Fertigstellung im Frühsommer 2020 können sich die Löwen auf einer dreimal so großen Fläche tummeln. 1856 Quadratmeter werden dem fünfköpfigen Rudel unter der Leitung von Kater Nakuru zur Verfügung stehen. Auch die Stallfläche der Großkatzen wird sich verdreifachen.

Die Stiftung der Sparkasse Osnabrück und die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück beteiligen sich mit insgesamt 300 000 Euro an den Kosten der Löwenanlage. Eine Million Euro konnte der Zoo aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung einwerben. 350 000 Euro hat der 2016 gegründete Verein Löwen für Löwen″ bereits eingenommen. Ziel des Vereins ist, eine Spendensumme von 500 000 Euro in die Anlage einbringen zu können. Den Rest wird der Zoo aus eigenen Mitteln stemmen.

In Anbetracht der großen Investitionen in den vergangenen Jahren waren denn auch die Vertreter der Sparkassenstiftungen voll des Lobes für das Team um Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann. Ohne sein tolles Marketing und die gute Netzwerkarbeit wäre der Zoo nicht so erfolgreich″, sagte Michael Lübbersmann, Landrat des Landkreises Osnabrück und Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück, die einen Beitrag in Höhe von 90 000 Euro leistet.

Unterstützung bekam er von Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, gleichzeitig Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Sparkasse Osnabrück, der zudem die Bildungsarbeit des Zoos unterstrich. Der Zoo sei ein sehr wichtiger Ort für die Menschen in der Region. Wir möchten helfen, dieses wichtige Bildungsangebot zu erhalten, indem wir helfen, die Tierhaltung weiter zu verbessern″, so der Oberbürgermeister.

Sein Unternehmen begleite den Zoo schon sehr lange, ergänzte Johannes Hartig, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Osnabrück. Hartig verwies auf gemeinsame Aktionen unter anderem für die Giro-Live-Kunden der Sparkasse, aber auch auf die Partnerschaft bei der Umsetzung technischer Neuerungen. Zoopräsident Reinhard Sliwka dankte den Stiftungen für ihr Engagement, das dem Zoo bei seinem Bildungsauftrag, vor allem aber bei seinen Bemühungen, die Haltungsbedingungen zu verbessern, helfe.

Noch ein Höhenpfad

Über die nun anstehenden Arbeiten informierte Bauleiterin Angelika Mösche vom Büro Drecker. Highlight der Anlage wird nach ihren Worten ein weiterer Höhenpfad, wie es schon jetzt mehrere im Zoo gibt: Der 85 Meter lange und bis zu fünf Meter hohe Pfad ermöglicht gitterlose Einblicke in die Gehege und eröffnet den Blick links auf das Löwenrudel und rechts auf Giraffen und Antilopen.″ Der Pfad sei barrierefrei und verteile die Steigung entlang der Strecke gleichmäßiger und damit angenehmer. Bereits im Frühjahr 2020 solle die Anlage fertig sein, sofern das Wetter entsprechend mitspiele.

Die Tiere bleiben während der Umbauarbeiten vor Ort, wie Andreas Wulftange, Kurator und Biologe im Zoo, erläutert: Zwar bedeuten Bauarbeiten für Tiere wie auch für Menschen einen gewissen Stress wegen des Lärms, aber ein Umzug in einen anderen Zoo wäre aufgrund von Narkose, Transport und neuer Umgebung ebenfalls mit viel Stress und Risiken verbunden.″

Zunächst wird demnach der neue Außenbereich in Angriff genommen, sodass die Löwen erst in ihrer alten Anlage bleiben können. Ist der neue Bereich fertig, wechselt das Rudel dorthin, und die Arbeiten starten im alten Bereich.

Erfahrungen mit dem Bauvorgehen in verschiedenen Abschnitten konnten alle Beteiligten bereits bei den Nashörnern sammeln, die während des Umbaus ebenfalls vor Ort blieben. Inzwischen fühlen sich die Dickhäuter mit ihren Mitbewohnern, den Chapman-Zebras und den Pinselohrschweinen, auf ihrer neuen Außenanlage sehr wohl. Anfangs waren sie noch etwas zurückhaltend, denn alles Neue ist für Tiere erst einmal unheimlich, aber inzwischen haben sie alle Bereiche erkundet und nutzen die gesamte Außenanlage″, berichtet Wulftange.

Bildtexte:
Tiefenentspannt blicken die Löwen dem Umbau ihres Geheges entgegen.
So sehen die Pläne auf Papier aus: Ein weiterer Hochpfad wird den Zoobesuchern künftig neue Einblicke in das Löwengehege und auf die Freiflächen der Antilopen und Giraffen bieten.
Die Vertreter der Sparkassenstiftungen (von links) Michael Lübbersmann, Johannes Hartig und Wolfgang Griesert ließen sich von Reinhard Sliwka, Angelika Mösche und Zoo-Prokuristin Lisa Josef den geplanten Neubau erläutern.
Der Zaun, der die Löwenanlage jetzt noch begrenzt, wird an dieser Stelle verschwinden. Das Gehege wird von 593 auf 1856 Quadratmeter erweitert.
Fotos:
Thomas Osterfeld

Kommentar
Zum Wohl der Löwen

Das Engagement der Sparkassenstiftungen ist ebenso löblich wie notwendig. Der Zoo am Schölerberg ist auf Spenden angewiesen, will er die Lebensbedingungen seiner Tiere nachhaltig verbessern und seine Attraktivität weiter steigern.

Denn die Unterhaltungskosten für Zoos sind immens. Dass der Osnabrücker Zoo nicht nur seine reine Existenz, sondern darüber hinaus auch Investitionen in Millionenhöhe nahezu ohne kommunale Zuschüsse bislang alleine stemmen konnte, ist einmalig in der bundesdeutschen Tiergartenlandschaft.

Der Zoo ist auch nach wie vor nicht defizitär. Was drückt, sind die Abschreibungen für die hohen Investitionen für das Tierwohl der vergangenen Jahre und Investitionen, die aufgrund des Konkurrenzdrucks durch die Tierparks in Emmen, Hannover und Münster notwendig wurden. Darin ist auch der Grund für den jüngst von der Stadt gewährten Zuschuss in Höhe von zwei Millionen Euro für die Jahre 2020 bis 2023 zu finden.

Der Rat hat diesen Zuschuss ohne Wenn und Aber gewährt. Mit diesem Beschluss hat er gleichzeitig ein deutliches Zeichen für alle Förderer des Zoos gesetzt, indem er so der Mannschaft um Geschäftsführer Andreas Busemann sein absolutes Vertrauen ausgesprochen hat. Spender und Sponsoren möchten ihre Gaben sinnvoll angelegt wissen. Der Osnabrücker Zoo bietet ihnen hier ein gutes Umfeld. d.kroeger@ noz.de
Autor:
Dietmar Kröger


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