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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hochschule baut selbstfahrendes Rennauto
Zwischenüberschrift:
Kein Mensch mehr am Steuer: Osnabrücker Studenten wollen Elektroflitzer weiterentwickeln
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Mit einem brandneuen Elektro-Rennwagen will der Hochschulrennstall Ignition Racing Team electric (IRTe) den Totalausfall der vorigen Formula-Student-Saison vergessen machen und in die Weltspitze zurückkehren. Auf Fahrer können die Osnabrücker in Zukunft jedoch verzichten zumindest teilweise.

Anfangs bauten sie Rennautos mit Verbrennermotor, später welche mit Elektroantrieb. Jetzt geht das Ignition Racing Team electric (IRTe) noch einen Schritt weiter: Es wirft den Fahrer aus dem Cockpit. Und übergibt das Steuer einem Computer.Schwarze Perle

Zwölf Jahre nach seiner Gründung plant der Osnabrücker Hochschulrennstall den Einstieg in die sogenannte Driverless-Klasse der Formula Student. Dort treten ausschließlich Autos mit Roboterpilot gegeneinander an. Der aktuelle Elektroflitzer IR-19 Black Pearl (Schwarze Perle) soll deshalb ab Herbst zu einem selbstfahrenden Boliden umgebaut werden, wie Teamleiter Kai Veldhoff im Gespräch mit unserer Redaktion ankündigte. Wenn alles gut läuft, werden wir dann in ein bis zwei Jahren mit einem autonom fahrenden Rennwagen antreten.″Zweites Standbein

Das IRTe habe bereits in den Saisons 2016 und 2017 an dem Thema geforscht, sei aber von einer schwerwiegenden Regeländerung zunächst ausgebremst worden. Jetzt wagt das Team einen neuen Anlauf. Mit der Driverless-Gruppe verfügen die Osnabrücker künftig über zwei Standbeine. Denn an der Entwicklung von Elektro-Rennwagen, bei denen Menschen aus Fleisch und Blut am Lenkrad sitzen, soll auf jeden Fall festgehalten werden.

Als Student ist es natürlich extrem spannend, wenn man die Möglichkeit hat, einen autonomen Rennwagen zu entwickeln und ein Stück weit Pionierarbeit leisten zu können″, erklärte Veldhoff, der selbst Fahrzeugtechnik studiert. Ganz bei null anfangen müssen die Osnabrücker allerdings nicht: Die Statuten der Formula Student erlauben es, einen Vorjahreswagen umzurüsten.

Das bedeutet: Der IR-19 wird demnächst mit allerlei Sensorik bestückt, um eigenständig durch die Rennstrecke navigieren zu können. Dazu gehören zum Beispiel eine Kamera, ein Radar sowie spezielle Geräte zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung mithilfe von Licht (Lidar). Darüber hinaus braucht das Auto mechanische und elektronische Vorrichtungen zum Steuern und Bremsen. Veldhoff: Wir testen bereits jetzt auf einer Art Prüfstand die Sensoren und wie die Daten zu vereinen sind.″

Zunächst soll die Schwarze Perle aber in ihrer herkömmlichen Form zeigen, was sie kann und die Osnabrücker nach der Katastrophensaison 2018 zumindest ein Stück weit zurück an die Spitze der Formula Student führen.Bolide auf Diät

Dazu musste der Hecktriebler im Vergleich zum fahruntüchtigen Allradmodell IR-18 Mantis (Gottesanbeterin) noch einmal deutlich abspecken. Das gelang vor allem beim Vollkarbon-Monocoque. Hier waren wir in der Lage, rund zwei Kilogramm Gewicht einzusparen das entspricht fast neun Prozent″, sagte Veldhoff. Der 600-Volt-Akkumulator gewissermaßen das Herz des Elektromotors bekam ein neues Gehäuse aus Kevlar und Glasfaser, das dadurch nicht nur leichter geworden ist, sondern auch widerstandsfähiger gegen Feuer und Stöße. Darüber hinaus entwickelte das IRTe erstmals selbst ein Batterie-Managementsystem zur Überwachung und Steuerung der Stromversorgung.

Was all die Verbesserungen gebracht haben, zeigt sich Ende August beim Formula-Student-Wettbewerb in Spanien. Bei anderen Rennen sind die Osnabrücker in dieser Saison nicht am Start.

Bildtexte:
Der Platz im Cockpit bleibt künftig frei: Der Formula-Student-Rennstall der Hochschule Osnabrück (IRTe) will bald auch mit selbstfahrenden Elektro-Rennwagen antreten. Dazu wird der diesjährige Bolide IR-19 (Bild) umgebaut.
Mitglieder des Ignition Racing Teams bei der Präsentation des Elektro-Rennwagens für die Saison 2019.
Fotos:
Michael Gründel

Was ist die Formula Student?

In der Formula Student bauen Hochschulteams aus der ganzen Welt in Eigenregie einen einsitzigen Formel-Rennwagen , um damit bei Wettbewerben gegeneinander anzutreten. Diese bestehen jeweils aus acht Prüfungen . Viermal wird gefahren: beim Ausdauerrennen über 22 Kilometer gegen die Uhr (Endurance), beim 75-Meter-Beschleunigungsrennen (Acceleration), beim Skidpad (liegende Acht auf nasser Fahrbahn) sowie beim Autocross , einem kurzen Qualifikationsrennen für die Langstreckenfahrt. Außerdem wird in einer fünften dynamischen Disziplin die Energieeffizienz gemessen, bei der Endurance-Rundenzeiten und Stromverbrauch des Rennwagens ins Verhältnis gesetzt werden. In den drei übrigen Prüfungsteilen abseits der Rennstrecke müssen die Studenten einen Businessplan vorstellen, Kosten darlegen und das Design ihres Autos erläutern. Das Osnabrücker Ignition Racing Team (IRT) geht seit der Saison 2011 in der Formula Student für Elektroautos an den Start daher der Zusatz electric″. Zuvor hatte es Rennwagen mit Verbrennungsmotor gebaut und war in der Combustion-Klasse angetreten. Aus dieser Zeit stammt auch das Mannschaftslogo: eine brennende Zündkerze .
Autor:
Sebastian Stricker


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